Drohnen für die Jagd

Mit Drohnen in luftigen Höhen unterwegs  

Kitzrettung vor der Mahd_Dr. Moser

 

Als fliegende Jagdhelfer werden von den Jägern immer öfter sogenannte Drohnen und kleinere Fluggeräte eingesetzt. Eine Drohne ist ein unbemanntes Luftfahrzeug, das vom Boden aus mit einer Fernsteuerung oder durch einen Computer bedient wird. An den Flugobjekten sind auch Kameras montiert, die Bild- und Videoaufnahmen aufzeichnen. Das Jagdrevier zeigt sich damit aus einer ganz neuen Perspektive.

 

 

Drohneneinsatz in der Jagd

Ein Blick aus der Luft eröffnet der Jägerschaft neue Perspektiven, auch im vertrauten Jagdrevier. Daher werden ab und zu auch Drohnen zur Jagd und im Rahmen der facettenreichen Aufgaben der Jägerinnen und Jäger eingesetzt:

 

  • Kitzrettung

Drohnen kommen im heutigen Jagdalltag bei der Kitzrettung im Frühsommer zum Einsatz. Dabei fliegen die Objekte bis 100 Meter über die Wiese und suchen mittels Wärmebildkameras nach Rehkitzen, die im hohen Gras liegen und sich verstecken. Wenn die Kamera ein Kitz erspäht, wird das Bild auf einem Bildschirm am Boden angezeigt. Der Jäger geht dann vorsichtig hin, hebt das Kitz aus dem Gras und setzt es, in angemessener Entfernung zur Wiese, die gemäht wird, in einer Schachtel zum Schutz des Kitzes ab. Der Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkameras bringt große Erfolge und vielen Kitzen ist damit das Überleben sicher – gelebter Tierschutz also.

https://www.fragen-zur-jagd.at/aus-dem-jagdleben/2017/kitzrettun-zur-maehzeit/

 

 

  • Zurück in den Lebensraum

Aufgrund des teilweisen starken Anstiegs der Wildschwein-Population, wird der Bestand des Schwarzwildes mittels Drohnen beobachtet. Mit den Luftaufnahmen werden die Sauen deutlich im hohen Mais wahrgenommen. Die Drohne beunruhigt mit den Fluggeräuschen das Wild. Die Tiere ziehen sich aus den Feldern, in denen sie Nahrung suchen und erhebliche Schäden anrichten können, wieder in ihren geschützten Lebensraum zurück. So werden die Tiere vom Feld zurück in den Wald „getrieben“. Während dieser Aktion kann es durch Jägerinnen und Jäger auch zur Regulation des Schwarzwildbestandes kommen.

 

  • Falknerei

Die modernste Technik wird aber auch in der Falknerei eingesetzt. Die Vögel erlernen ihre Aufgaben immer häufiger unter der Anwendung von Drohnen. Um Geschicklichkeit, Kraft und Schnelligkeit zu trainieren und zu fördern, wird als sogenanntes Trainingsgerät ein Federspiel für Flugwildjäger eingesetzt. Dabei wird die Attrappe an die Drohne gehängt und Habicht, Falke und Co. müssen hinterher. Für die Bodenjäger wird hingegen ein Hasenbalg eingesetzt. Diese Beuteattrappen werden an Drohnen befestigt, da die Beutetiere noch besser nachgeahmt werden können.

https://www.fragen-zur-jagd.at/aus-dem-jagdleben/2017/falknerei-ist-zucht-schutz-jagd-und-kulturerbe/

 

 

Die Drohne abseits der Jagd – bitte beachten!

Zahlreiche Kinder- und auch so manche Erwachsenenaugen strahlten wohl heuer beim Öffnen der Geschenke ganz besonders: Zu Weihnachten lagen viele Spielzeugdrohnen und andere Fluggeräte unter dem Christbaum. Seit einigen Jahren erfreut sich dieses Spielzeug immer größerer Beliebtheit. Wer eine Drohne geschenkt bekommt und diese gleich ausprobieren möchte, sollte aber einige Dinge beachten. Vor allem wenn die Drohne mit einer Kamera ausgestattet ist, gilt es bestimmte Richtlinien einzuhalten.

 

Eine Bewilligung wird benötigt, wenn …

Alle Drohnen mit Kamera, die schwerer als 250 Gramm sind, brauchen eine Bewilligung der Luftfahrtbehörde. Drohnen bis 150 Kilogramm dürfen zudem nur mit Sichtkontakt bis zu einer Höhe von 150 Metern verwendet werden, brauchen eine Versicherung und es gibt strenge Richtlinien, wo mit diesen Drohnen geflogen werden darf.

 

Der Pilot einer Drohne hat stets darauf zu achten, dass durch den Betrieb der Flugmodelle keine Personen oder Gegenstände gefährdet werden.

Laut Austro Control, der Österreichische Gesellschaft für Zivilluftfahrt, gibt es auch Lufträume, die nicht für das Fliegen mit Drohnen zugelassen sind, wie in der Nähe von Flughäfen oder Flugplätzen.

 

Eine Bewilligung wird nicht benötigt, wenn …

Spielzeugdrohnen, die weniger als 250 Gramm wiegen und über eine Kamera verfügen, brauchen keine luftfahrtrechtliche Bewilligung. Jedoch dürfen diese eine Flughöhe von 30 Meter nicht überschreiten und nur auf Sicht geflogen werden.

 

Drohnen, die gegen Entgelt oder für gewerbliche Zwecke verwendet werden, wir zum Beispiel für Foto- und Filmaufnahmen, brauchen keine Bewilligung der Austro Controll.

 

Austro Control: Genehmigung einholen

Die Bewilligung, eine Drohne zu lenken, ist befristet und mit einigen Auflagen wird diese dann von der Austro Control erteilt. Zu achten ist darauf, dass niemand gefährdet oder verletzt, und dass nichts beschädigt wird. Eine Drohne darf keine Bilder von Personen aufnehmen, die dies nicht möchten. Bei allen Drohnen mit Kamera ist der Personenschutz einzuhalten. Nutzer müssen sich auch darüber informieren, ob der Grundstückeigentümer einverstanden ist, dass von seinem Grundstück aus gestartet wird.

 

Das brauchen Sie für die Einholung der Genehmigung:

  • Das Antragsformular unter https://www.austrocontrol.at/jart/prj3/austro_control/releases/de/upload/5_Antragsformular.pdf downloaden und ausfüllen
  • Beschreibung des unbemannten Luftfahrzeuges (Foto-Dreiseitenansicht)
  • Betriebsgrenzen (max. Betriebsmasse, max. Bodenwind, etc.); diese Informationen sind der der jeweiligen Betriebsanleitung zu entnehmen.
  • Versicherungsbestätigung – Luftfahrzeughaftpflichtversicherungen werden von allen größeren Versicherungen, auch unserem Partner, der OÖ Versicherung, angeboten (Deckungssumme mind. € 750.000.-).
  • Amtlicher Lichtbildausweis des/der Piloten – Mindestalter 16 Jahre

 

Senden Sie das vollständig ausgefüllte Antragsformular samt Anhängen an Die Genehmigung wird Ihnen zugeschickt. Die Kosten für eine Bewilligung, die auf ein Jahr befristet ist, belaufen sich auf rund 330 Euro.

 

Weitere Informationen über die Anmeldung der Drohne finden Sie unter https://www.austrocontrol.at/luftfahrtbehoerde/lizenzen__bewilligungen/flugbewilligungen/unbemannte_lfz

 

Versicherung für den Fall der Fälle

Sollte eine Drohne abstürzen oder außer Kontrolle geraten, ist das Gefahrenpotenzial groß und kann erhebliche Personen- oder Sachschaden verursachen. Es empfiehlt sich daher der Abschluss einer entsprechenden Haftpflichtversicherung. Sollte der Betreiber und Pilot der Drohne in unerlaubten Gebieten und Höhen fliegen, wird allerdings auch die Versicherung aussteigen und im Schadensfall kein Geld aufbringen. Achtung: In einer herkömmlichen Haushaltsversicherung oder in einer Privathaftpflichtversicherung sind Schäden durch die Haltung oder Verwendung von Luftfahrzeugen nicht inkludiert und mitversichert.

 

Mer zum Thema: Drohnen in der Jagd finden Sie auf der Internetseite des OÖ Landesjagdverbandes http://www.ooeljv.at/aktuelles/aktuelles-termine/voraussetzung-zur-verwendung-von-drohnen-bei-der-jagd/

Die Winterruhe im Revier

Ruhezeit für das Wild

Der Winter ist eingekehrt und hat Österreich fest im Griff. Gerade dann, wenn für das heimische Wild die Notzeit in der Kulturlandschaft mit Schnee und Eis anbricht, gewinnt die Hege der Jägerinnen und Jäger eine besondere Bedeutung. Die Jägerschaft kümmert sich um das heimische Wild und deren Lebensräume, und trägt in Zusammenarbeit mit den Landwirten in der Ausübung der Wildhege und -pflege sowie der Eindämmung von Wildschäden eine große Verantwortung für den Natur- und Tierschutz.

 

Bitte keine Störung der Ruhephasen

In der Evolution haben sich Reh, Hase und Co. so entwickelt, dass sie in der kalten Jahreszeit überleben können. Für Wildtiere sind die Wintermonate eine Zeit, in der sie ihre Energiereserven bestmöglich einsetzen müssen. Viele der heimischen Tiere sind daher „Energiesparer“, wie unter anderem das Rotwild. Im Winter fahren die Tiere ihren Stoffwechsel so weit herunter, dass die körpereigene „Heizung“ auf Sparflamme läuft. Bei den derzeitigen Verhältnissen kommt es durchaus vor, dass Rotwild, aber auch andere größere Wildarten täglich für einige Stunden in eine temporäre Kältestarre fallen, um den Energieverbrauch zu reduzieren.

 

Um in den kalten Wintertagen überleben zu können, drosseln die Tiere ihre Körpertemperatur, ihren Herzschlag und ihre Atmung. Anstatt 60 bis 70 Mal pro Minute schlägt das Herz lediglich 30 bis 40 Mal. Auch das Nahrungsangebot im Winter ist weniger energiereich und knapper als im Frühjahr oder Sommer. Um bei der kargen Nahrung überleben zu können, passt sich auch die Verdauung an die winterlichen Lebensumstände an und fasst um 60 Prozent weniger als in der nahrungsreichen Zeit.

Winterreh_Ch. Böck

Fütterung im Winter notwendig

Da Gräser, Kräuter oder Flechten bei Schnee nur sehr schwer zu finden sind, stellt die Jägerschaft den heimischen Wildtieren im Winter Futter in Trögen oder Krippen zur Verfügung. Diese wichtige Aufgabe sollte regelmäßig so erfolgen, dass das Futtermittel niemals knapp wird und das Überleben der Populationen in den meist schneereichen Wintermonaten gewährleistet ist. Das Wichtigste ist eine artgerechte Fütterung. Falsches Futter kann für Reh, Hase und Co. hingegen  lebensgefährlich werden. Denn Fütterungs- und Futterfehler können zum Tod der Wildtiere führen. Durch zum Beispiel altes Brot oder Küchenabfälle, die Leute gutgläubig in den Wald bringen, wird die Verdauung von Rehen und Hirschen enorm beeinträchtigt und die Tiere werden krank. Es wird nicht gefüttert, sondern vergiftet!

 

Die oberösterreichischen Jägerinnen und Jäger sind neben dem Schutz des Wildes in Notzeiten, diese kann auch im Sommer bei enormer Hitze sein, auch sehr auf den Schutz des Waldes bedacht. Ruhe- und Rückzugsbereiche der Feld-, Wald- und Gebirgsbewohner zu respektieren, kommt nicht nur den Tieren, sondern auch dem Wald zugute. Denn gerade im ausklingenden Winter kann es im Wald zu zahlreichen Wildschäden an jungen Bäumen kommen.

 

Wildtiere brauchen im Winter Unterstützung

In unserer Kulturlandschaft und dem regen Miteinander im natürlichen Lebensumfeld der Wildtiere ist für uns Menschen unerlässlich, es ihnen nicht noch zusätzlich schwer zu machen. Der Lebensraum der Wildtiere wird von den Menschen durch Aktivitäten wie Skitourenlauf, Langlauf oder Schneeschuhwandern immer mehr und immer intensiver genützt. Wird durch das Eindringen in die Lebensräume der Tiere die Winterruhe gestört, brauchen die Tiere viel Kraft und Energie, um wegzulaufen. Beim Flüchten kann es dann zudem vorkommen, dass sich die Wildtiere an den schroffen Eis- und Schneeflächen die Läufe und Pfoten verletzen.

 

Die Jägerschaft appelliert daher besonders im Winter an das Bewusstsein der Bevölkerung:

  • Bitte bleiben Sie beim Schlittenfahren und beim Spaziergang durch den Wald und v.a. am Waldrand oder entlang von Hecken auf den ausgewiesenen Wegen und Routen.
  • Leinen Sie Ihre vierbeinigen Freunde in diesen Bereichen an und
  • blieben Sie in den Morgen-, Abend- und Nachstunden diesen Lebensräumen fern,

damit das Wild seinen natürlichen Gewohnheiten nachgehen kann.

 

 

Mehr zum Thema finden Sie auf der Internetseite des OÖ Landesjagdverbandes unter http://www.ooeljv.at/wild-und-natur/jagd-naturschutz/

 

Falknerei ist Zucht, Schutz, Jagd und Kulturerbe

Die Jagd aus luftigen Höhen

Kaum hörbar schweben sie in luftigen Höhen, sind blitzschnell und haben messerscharfe Krallen, mit denen sie ihre Beute greifen, die Greifvögel. Bereits seit Jahrhunderten nutzt der Mensch ihre Jagdfähigkeiten und ist von den Herrschern der Lüfte fasziniert. Mag. Walter Gnigler, Obmann des oberösterreichischen Landesfalknerverbandes und Tierarzt in Timelkamm, gibt im Interview Einblick in das Handwerk der Falknerei, über die stolzen Vögel und die Beizjagd:

 

Herr Gnigler, was ist für Sie nun das besondere an der Falknerei und warum sind Sie Falkner geworden? 

Gerfalke Perla_H.Pendl

Gerfalke “Perla” vor dem täglichem Training. Foto: H. Pendl

Walter Gnigler: Greifvögel haben mich mit ihrer Anmut und ihrer Stärke bereits in meiner Jugend in ihren Bann gezogen. Die Begegnung mit dem ersten Greifvogel hatte ich bereits als Teenager, als sich ein Sperber im elterlichen Hühnerstall verirrte. Dies animierte mich noch mehr und ich habe die Jagdprüfung abgelegt, denn nur mit einer gültigen Prüfung ist es gestattet, das Handwerk der Falknerei zu erlernen und auszuüben.

 

Jetzt als Falkner ist es für mich jedes Mal wieder erstaunlich, wie eng der Kontakt zwischen mir und meinem Beizvogel ist und welch wichtiger Teil ich in der Wechselbeziehung zwischen Beute und Beutegreifer bin. Dies erlebt man als Weidmann nur sehr selten.

 

Was fasziniert Sie an der Jagd im Allgemeinen?

WG: Als Jäger, Wildtierfotograf und auch als Vogelbeobachter, auch Birdwatcher genannt, nehme ich die Natur mit all ihren Schönheiten umfassend war. Auf jede Kleinigkeit werde ich aufmerksam, und beobachte ich. Nur so ist auch der Erfolg in Form von Beute, Beobachtungen oder Fotos möglich.

 

Wie wird man nun Falkner, geht man in die Lehre?

WG: Die Kunst der Falknerei kann man nur von anderen erfahrenen Falknern wirklich lernen. Es gleicht wirklich einer Lehre. Zahlreiche nationale und internationale Literatur sowie Falknerkurse bieten ein gutes Rüstzeug. Das wohl wichtigste, das man in die Ausbildung mitbringen muss, ist Zeit, denn als angehender Falkner sollte man möglichst viele Stunden und Tage mit seinem Beizvogel verbringen. Zudem sollte ein Falkner ein sehr geduldiger Mensch sein, beharrlich und eine positive Einstellung zur Jagd haben.

 

Was bedeutet Falknerei überhaupt? Und was ist eine Beizjagd?

WG: Eine Beizjagd ist die Jagd mit ausgebildeten Geifvögeln, die Wild in deren natürlichen Lebensraum jagen. Der weitere Begriff “Falknerei” umfasst das gesamte Umfeld der Beizjagd. Dazu gehören neben der Jagd auch die Haltung, die Ausbildung und die Zucht von Greifvögeln. Aber auch die falknerische Öffentlichkeitsarbeit ist Teil der Falknerei, die in Österreich seit 2012 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt wurde.

Welche Vögel werden für die Beizjagd ausgebildet?

WG: Grundsätzlich eignen sich alle Greifvögel für eine Ausbildung. Auf Grund der Beuteverfügbarkeit wird bei uns hauptsächlich mit Habicht, Adler, Sperber, Uhu und verschiedenen Großfalken, wie Wander-, Saker- oder Gerfalke, auf Niederwild und Rabenvögel gejagt.

Wie verläuft die Abrichtung von Greifvögeln?

Gerfalke Gulliver_A. Bumgerger

Gerfalke “Gulliver” im Rahmen falknerischer Öffentlichkeitsarbeit (Schloss Parz), Foto: A. Bumberger

WG: Das Wichtigste in der Falknerei ist das Vertrauensverhältnis, das der Falkner gegenüber seinem Vogel aufbaut. Der natürlich vorhandene Fluchtreflex der Tiere wird in der Ausbildung überwunden und der Vogel erkennt, dass vom Menschen keine Gefahr ausgeht. Im österreichischen Tierschutzgesetz ist für die Falknereiausbildung ausdrücklich das vorübergehende Anbinden von Greifvögeln im Rahmen der Ausbildung erlaubt. Meist wird das Vertrauen jedoch über die Fütterung und durch Belohnungen aufgebaut. Gibt der Falkner seinem Vogel „Leckerlis“ bildet sich ein positives Verhältnis zum Menschen aus. Wenn dann der Vogel keine Angst mehr zeigt und verlässlich zum angebotenen Futter kommt, kann er dann auch frei gelassen werden. Er lernt schnell, dass es für ihn einfacher ist, sich seine Nahrung beim Falkner zu holen, als draußen in der Natur, wo er oftmals auch mühselig danach suchen muss. Die idyllische Vorstellung, dass sich ein Greifvogel draußen einfach etwas fangen kann, liegt weit neben der Realität. Der Großteil der in der Natur geborenen Greifvögel stirbt im ersten Lebensjahr, und zwar hauptsächlich durch Hunger.

 

Sobald der Vogel durch das regelmäßige freie Fliegen geschickt und kräftig genug ist, kann versucht werden, Wildtiere zu erbeuten. Bei der Beizjagd werden heimische Wildtiere wie Fasane, Enten, Rebhühner, Hasen, Rehe und Füchse aber auch Elstern und Krähen gejagt. Bei einem erfolgreichen Jagdflug eilt der Falkner seinem Vogel zu Hilfe, damit dieser nicht verletzt wird. So ist ein Habicht zum Beispiel kaum in der Lage einen Hasen selbständig zu töten und braucht dann im Treiben die Hilfe des Falkners. Neben der Jagd werden Greifvögel auch zur Vertreibung von Vogelschwärmen in Obstplantagen oder auf Flugplätzen eingesetzt. Im engen Kontakt zwischen Falkner und Greifvogel entsteht eine einzigartige Partnerschaft.

 

Wie sieht es nun aus, wenn Sie mit Ihrem Greifvogel auf die Jagd gehen?

WG: Ich beize mit meinem 3-jährigen weiblichen Gerfalken “Perla” hauptsächlich Fasane und Enten. Sämtliches Wild drückt sich, wenn ein Greifvogel über die Felder streicht auf den Boden und ist damit für den Beizvogel oftmals nicht sichtbar.

 

In der Ausbildung der Vögel wird auch moderne Technik eingesetzt, welche ist das und wie funktioniert das?

WG: Eine enorme Innovation in der mehrtausendjährigen Geschichte der Falknerei ist die Entwicklung der Telemetrie, mit der neuerdings die Tiere auch mittels GPS geortet werden können, sowie die immer häufigere Anwendung von Drohnen. So wird, um beim Vogel Geschicklichkeit und Kraft zu fördern, als Trainingsgerät ein Federspiel für Flugwildjäger oder ein Hasenbalg für Bodenjäger eingesetzt. Diese Beuteattrappen werden dabei zunehmend an Drohnen befestigt und Beutetiere können noch besser nachgeahmt werden. Die Falknerei verbindet damit Tradition und Moderne. Die Jagd mit Greifvögeln entstand vor etwa 3.500 Jahren und auch heute wird die Beizjagd noch ausgeführt. Damit setzt man ein wichtiges Zeichen, dass die Jagd mit all ihren Facetten auch an nachkommende Generation weitergegeben wird.

Falke auf Federspiel_H. Pendl

Die Rabenkrähe hat in den letzten Jahren als Beizwild an Bedeutung gewonnen. Hier steht der Falke auf einem Federspiel aus Krähenschwingen. Foto: H. Pendl

 

Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite des OÖ Landesjagdverbandes http://www.ooeljv.at/jagd-in-ooe/falknerei-in-obersterreich/ oder unter http://www.zoef.at/.