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Die Treibjagd: Gemeinsam zur Jagd

Im Herbst ist traditionell die Zeit der Treibjagden auf Niederwild im ganzen Land. Bereits Frühmorgens, wenn die letzten Nebelschwaden über die Felder und Wiesen ziehen, hört man in der Ferne leise Jagdhornklänge. Diese kündigen eine regionale Treibjagd an, die höchstens einmal im Jahr auf dieser Fläche stattfindet. Jägerinnen und Jäger treffen sich, um gemeinsam zu jagen. Dass Treibjagden enorm wichtig für das Gleichgewicht in der Natur sind, ist vielen nicht bewusst. Dabei wird mit dieser Jagdausübung auf einer relativ großen Fläche in nur kurzer Zeit der Wildbestand art- und weidgerecht genutzt und, wo notwendig, reguliert. Dies kann unsere heutige Kulturlandschaft aufgrund zersiedelter und wirtschaftlich genutzter Regionen nicht mehr selbst tun und daher braucht es die vielen freiwilligen Weidmänner und Weidfrauen, die mit der Ausübung der Jagd auch einen großen Beitrag zum Natur- und Artenschutz leisten.

 

Die Gesellschaftsjagd im Wandel der Zeit

Der Begriff der Gesellschaftsjagd, wie die Treibjagd eine ist, hat eine lange Tradition. So war das Jagen bis zur Revolution 1848 ausschließlich dem Adel, wie Königen, Grafen und Baronen aus allen Herrenländern vorbehalten und diente zur Unterhaltung. Im heutigen Verständnis ist eine Gesellschaftsjagd eine Jagd mit mehreren Teilnehmern, Schützen und Treibern, die von Mitte Oktober bis Ende Dezember abgehalten werden.

 

Gesetzlich vorgeschriebene Abschusspläne

Beim Schalenwild, wo es auch Gesellschaftsjagden in Form von Gemeinschaftsansitzen oder sanften Bewegungsjagden gibt, ist gesetzlich genauestens geregelt, welche Tiere zu schonen sind, welche wann geschossen werden und zudem auch, wie viele von welcher Art, welchen Alters und Geschlechts. Mit Argumenten wie, dass es den Jägern bei diesen geplanten Abschüssen nicht um den Arten- oder Tierschutz geht, sondern nur um die Lust am Töten, ist die Jägerschaft des Öfteren konfrontiert. Dabei ist eine nachhaltige Jagd Pflicht!

 

Sicherheit steht an erster Stelle

Gesellschaftsjagden, somit auch Niederwild-Treibjagden, unterliegen sehr strengen Regeln, die vom Jagdleiter gleich zu Beginn beim Eintreffen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorgetragen werden. Das wichtigste bei einer Treibjagd ist die Sicherheit, die Sicherheit für die Jäger und die Treiber. Es braucht Disziplin und Absprachen über Schussbereiche, klare Regeln, aber auch Signalbänder und Warnwesten, um Gefahren zu minimieren. Dennoch kann es auch bei der Jagd zu Unfällen kommen. Dies passiert zum Glück nur sehr selten. Durch eine verbesserte Ausbildung am Jagdgewehr minimiert der OÖ Landesjagdverband das Risiko eines Unfalls. Üblich ist ein oftmaliges Übungsschießen in der Jagdsaison, um das Gewehr – egal ob Büchse, also Kugel, oder Schrot-Flinte – einzuschießen und den richtigen Umgang zu festigen.

 

Wie sich die nicht jagende Bevölkerung über stattfindende Treibjagden informieren kann und was man unternehmen sollte, wenn man bereits mittendrin steht erfahren Sie im Blogbeitrag: Wie verhalte ich mich bei einer Treibjagd

 

Rituale nach der Jagd

Noch vor Einbruch der Dunkelheit ist die Niederwild-Treibjagd zu Ende. Die Teilnehmer versammeln sich und erweisen an der Strecke den Tieren die letzte Ehre. Viele der erlegten Tiere sind bereits versorgt in der Kühlkammer, um das Lebensmittel Wildbret nicht zu schaden.

Durch den Jagdleiter erfolgt die Bekanntgabe der Abschüsse. Eine Übernutzung der Wildbestände erfolgt durch die Bejagung in der Regel nicht, da genau darauf geachtet wird, wo und wieviel der Jagdflächen bejagt werden. Die Jagdhornbläser verblasen die Strecke mit den einzelnen Signalen für die Wildarten, die erlegt wurden, und danach das Ende der Jagd. Eine gemeinsame Einkehr, der sogenannte Schüsseltrieb, bildet den Abschluss der Gesellschaftsjagd.

 

Mehr zum Thema Treibjagden finden Sie auf der Internetseite des OÖ Landesjagdverbandes www.ooeljv.at/jagd-in-ooe/