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Neue Kreativität am Herd

Ob am E-Herd oder direkt über dem Feuer, ob mit Gas oder im High Tech-Smoker – Kochen erfreut sich einer ungebrochenen Beliebtheit. Für viele Hobby-Kochlöffelschwinger gibt es meist nur ein Vergnügen, das größer ist als die Freude, gut zu essen: Gut zu kochen.

Fleisch neu denken

Fast logisch, dass auch die Wahl der Zutaten eine wichtige Rolle spielt. Vorbei scheinen die Zeiten, in denen das Fett aus dem Fleisch triefen musste. Heute stehen vielmehr Gesundheit und Qualität im Vordergrund. Und immer mehr Köche entdecken so die Früchte des Waldes. Mit Geschmack und rustikalem Charakter passt Wildbret perfekt in die Küche. Besonders stechen jetzt Hirsch und Reh aus freier Wildbahn hervor, also zwei Wildarten, die in Oberösterreich in guten Beständen vorkommen und unbedenklich in größerer Menge nachhaltig bejagt werden können.

Sabine Gründling beim Vorbereiten des FleischesGanzjährige Saison

Für Sabine Gründling – leidenschaftliche Jägerin, Ernährungsexpertin und Inhaberin des Restaurants „Keller Kulinarik“ in Katsdorf – verschwimmen die zeitlichen Grenzen für Wildgericht mittlerweile: „Natürlich ist vor allem der Herbst die klassische Zeit für Wildgerichte. Aber ein zarter Rehrücken darf heute etwa bei Grillabenden nicht fehlen.“

Warum Wildbret eindeutig die gesündere Fleischvariante ist, erklärt Gründling so: „Es beginnt bei der Lebensart des Tieres. Immer in der Natur, immer in Bewegung. Und sie fressen, was die Natur bietet. Im Magensystem der Wiederkäuer, aber auch beim Feldhasen wird die Nahrung gut aufgeschlossen, so werden mehr ungesättigte Fettsäuren aufgenommen und gelangen ins Fleisch.“ Dies sei bei keiner Nutztierhaltung – ob Schwein oder Rind – der Fall.

Hinzu komme, dass Wildbret ein „sehr hochwertiger Eisen, Zink und Selen-Lieferant ist“. Aber selbst das hochwertigste Grundprodukt kann bei falscher Zubereitung zur Minderware werden. Die Expertin rät daher, das erlegte Wild „im Kühlraum bis zu maximal einer Woche abhängen zu lassen“. Das mache aber ohnehin der Jäger oder Wildbrethändler. Dadurch reife das Fleisch. Gründling: „Nach dem Zerlegen ist es von Vorteil, das Fleisch nicht gleich einzufrieren, sondern im Kühlschrank ruhen zu lassen.“

Vor der Zubereitung muss das Fleisch auf Zimmertemperatur gebracht werden. Gründling: „Dann unbedingt scharf anbraten. Und nach der Pfanne hat sich das Fleisch noch eine Rast verdient.“

Tipps zur Zubereitung und mehr Themen finden Sie auf: www.ooeljv.at/tv

 

 

Wildrezept: Kotelett vom Rehrücken an getrüffelter Cremepolenta

Sie suchen ein bereits erprobtes Rezept für ein leckeres Wildbretgericht? Kein Problem – Sie sind hiermit fündig geworden. Hochwertiges Wildbret steht Ihnen – entgegen des Volksglaubens – ganzjährig zur Verfügung. Sie können dieses über Ihre örtliche Jägerin bzw. Ihren örtlichen Jäger sowie den regionalen Wildbrethandel beziehen. Es ist dabei übrigens genau so leicht zu verarbeiten und zuzubereiten wie Rindfleisch.

 

Rezept für vier Portionen:

Zutaten Koteletts:

4 Stück Rehrückenkotelett mit Knochen
1 Zweig Thymian
2 Tomaten
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer, Olivenöl
0,20 l Madeira

Zubereitung:

  • Rehrücken in Olivenöl beidseitig kurz scharf anbraten (ca. 2 min pro Seite) und in einer Auflaufform beiseite stellen, würzen
  • Fein gehackte Zwiebel, Knoblauch und in grobe Würfel geschnittene Tomaten im Bratenrückstand anrösten, mit Madeira ablöschen, über den Koteletten verteilen
  • Im vorgeheiztem Backrohr bei 210°C fertig braten
    Garstufen-TIPP von Sabine Gründling: ca. 10 min für medium und ca. 20 min für durch

 

Zutaten Polenta:

130 g Maisgrieß
1 kleine Zwiebel
Etwas Olivenöl
Ca. 0,40 l Milch (oder etwas mehr)
Salz, Pfeffer, Muskat
1 Handvoll Asmonte (österreichischer Parmesan)
Trüffelöl nach Belieben

Zubereitung:

  • Zwiebel fein hacken und in Olivenöl anschwitzen
  • Maisgrieß kurz mit anschwitzen und mit ungefähr der Hälfte der Milch aufgießen
  • Würzen und unter ständigem Rühren köcheln
  • Milch nach und nach zugeben bis der Grieß die gewünschte Konsistenz hat
  • ACHTUNG: ständig Rühren, denn der Grieß setzt sich leicht am Boden ab
  • Asmonte einrühren und abschmecken
  • Kurz vor dem Servieren mit Trüffelöl verfeinern

Die Portionen können Sie individuell anrichten – z. B. wie am Foto. Dann heißt es nur mehr genießen!

Kotelette vom Rehrücken_S. Gründling

Weitere köstliche Rezeptideen finden Sie unter

https://www.ooeljv.at/rund-um-die-jagd/wildbret-rezepte/