Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner – Jagdblogger

Mein Name ist Herbert Sieghartsleitner. Seit 36 Jahren übe ich die Jagd in meiner Heimatgemeinde Molln aus und habe es von der Pike auf gelernt. Ich lebe mit meiner Frau und drei Kindern im Bezirk Kirchdorf und bin von Beruf Land- und Forstwirt. Seit 12 Jahren bin ich nun Bezirksjägermeister von Kirchdorf und die letzten sechs Jahre war ich Vertreter unseres Ehrenlandesjägermeisters Sepp Brandmayr. Ich freue mich, dass ich seit April 2019 die Funktion des oberösterreichischen Landesjägermeisters übernommen habe. Nicht nur das Amt des Landesjägermeisters, sondern auch meine Funktion als Jagdblogger ist neu für mich. In meinen Blogbeiträgen ist es mir ein besonderes Anliegen Ihnen die Jagd, wie ich sie erlebe, näherzubringen, denn die Jagd hat dann ihre Legitimation, wenn das Tun nachvollziehbar ist und sinnstiftend erklärt werden kann.

 

Mit der Natur bin ich seit jeher eng verbunden. Ich legte meine Jagdprüfung bereits mit 18 Jahren ab. Für mich ist die Jagd viel mehr, als Beute zu machen. Es geht um die Freude und die Achtung gegenüber der Natur, aber auch Hege und Schutz des Wildes und die Förderung des natürlichen Gleichgewichts in einer Kulturlandschaft. Für mich ist die Jagd eine Lebenseinstellung und bedeutet Verantwortung für den Wald und das Wild als auch Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Auch wenn es verschiedenste Zugänge  zur Jagd gibt, sollte es in unserem Tun immer um die Verantwortung für unsere heimischen Wildtiere und deren Lebensräume gehen.

Jagdmuseum Schloss Hohenbrunn – ab Karsamstag, 20. April wieder geöffnet!

Für Jagdbegeisterte, aber auch Nichtjagdbegeisterte, gibt es im Schloss Hohenbrunn in St. Florian die Möglichkeit, im Jagdmuseum in die Welt der Jagd einzutauchen. Dort werden dem Besucher auf 450 m² Ausstellungsfläche Natur, Wildtiere, Jagd und Jagdkultur aus mehreren Jahrhunderten nähergebracht.

Tradition trifft Moderne

Das Jagdmuseum dient der Pflege der  jagdlichen Tradition, der Verbreitung des Verständnisses und der Bewusstseinsschaffung für das Weidwerk. Es wird ausführlich über das Handwerk der über 19.300 oberösterreichischen Jägerinnen und Jägern informiert. Anhand von historischen und kunsthistorischen Objekten aus vier Jahrhunderten wie Waffen, deren Zubehör, Bildern und vielem  mehr, wird die Entwicklung der Jagd dargestellt und Interessierte werden auf eine Zeitreise mitgenommen. Vor wenigen Jahren wurde der Westtrakt renoviert. Im neuen Bereich erleben die Besucher Kurzfilme über unser heimisches Wild und verschiedenste Tierpräparate.

Schwerpunkte der Sammlung sind:

  • eine Sammlung von Jagdporzellan und die jagdkynologische Sammlung des Freiherr von Bistram. Letztere zeigt Hundehalsbänder (Halsungen) in vielen Variationen aus der Zeit von 1580 bis 1804
  • das wohl edelste der im Schloss ausgestellten Barockbilder ist “Die Bärenhatz” des Spezialisten für Tiermalerei Franz Snyders aus Antwerpen (1579-1657)
  • Trophäen von Kaiser Franz-Josef
  • seltene Waffen

Das Jagdmuseum und seine Geschichte

Im Auftrag des Propstes Johann Baptist Födermayr wurde das Schloss Hohenbrunn nach den Plänen von Jakob Prandtauer von 1722 bis 1732 errichtet. Propst Födermayr verstarb leider kurz nach Fertigstellung des Schlosses, weswegen es niemals eine zweckmäßige Verwendung  fand. Es wurde auch nie wirklich „in Betrieb genommen“, wodurch es langsam verfiel. Durch die beiden Weltkriege scheiterten auch die Bemühungen,  das Gebäude zu erhalten. Glücklicherweise wurde von 1949 bis 1957 vom Stift St. Florian mit Hilfe des Bundesdenkmalamtes das Dach des Schlosses neu eingedeckt und somit vorm Verfall bewahrt. Nach weiteren 5 Jahren wurde das Schloss endlich vom Verein zur Rettung und Erhaltung des Schlosses Hohenbrunn gekauft und von 1962 bis 1967 saniert. Das barocke Schloss Hohenbrunn, das östlich des Stift St. Florians gelegen ist, gilt als die barocke Idealisierung der oberösterreichischen Vierkanthöfe.

Feiern im Schloss

Wer schon immer eine besondere Eventlocation gesucht hat, ist im Schloss Hohenbrunn ebenfalls gut aufgehoben: Die einzigartigen Räume des Museumstraktes mit ihren prachtvollen Stuckdecken und Wandmalereien sowie den wertvollen Exponaten in den Vitrinen und an den Wänden bieten ein unvergleichliches Ambiente für persönliche Feste oder Exklusiv-Veranstaltungen.

Größere Gruppen dürfen jederzeit gegen Voranmeldung das Jagdmuseum besichtigen.

Eckdaten zum Besuch im Jagdmuseum Schloss Hohenbrunn:

Öffnungszeiten

Karsamstag bis 31. Oktober
täglich 10:00 – 12:00 und 13:00 – 17:00 Uhr
Freitagnachmittag geschlossen

Eintritt

Erwachsene: € 3,00
Kinder 6 – 15 Jahren: € 1,00
Kinder unter 6 Jahren: Eintritt frei
Gruppenermäßigung (ab 10 Personen): € 2,00
Pflichtschulen: € 1,00 (pro Schüler)
Jäger mit gültiger Jagdkarte: Eintritt frei

Auskunft

Harald Moosbauer: 07224/20084 DW 12 oder 0699/1273 5735

Adresse

OÖ. Jagdmuseum
Schloss Hohenbrunn
4490 St. Florian
Tel.: 07224/20084

 

 

Frühlingsbeginn: Helfen Sie uns, die Jungtiere zu schützen

Die ersten warmen Tage haben ihn bereits angekündigt und am 21. März war es dann soweit: Der Frühling hat begonnen. Die Tage werden nun wieder länger, das Wetter wärmer und die Wiesen und Felder erwachen zu neuem Leben. Zeit für Naturliebhaber, die Wälder und Wiesen, also die Lebensräume unserer Wildtiere, wieder aktiver zu nutzen. Dass es bereits jetzt Jungtiere, Jungwild und auch kleine Feldhäschen – sogenannte „Fäustlinge“ – gibt, ist den Naturnutzern oft nicht bewusst. Für den Nachwuchs zählt vor allem Ruhe – ein gut gemeintes Streicheln oder gar ein Wegnehmen vom Nistplatz ist im Sinne des Tierschutzes zu unterlassen.

 

Feldhäschen und Eier: Auch unbeaufsichtigt noch lang nicht verlassen

AuerhuhnkückenSind die Mütter – egal ob bei Feldhasen, Rehen oder Enten – abwesend, heißt dies noch lange nicht, dass die Jungtiere oder Eier endgültig verlassen wurden. Die meisten Jungen sind es gewöhnt, dass die Muttertiere sie mehrere Stunden alleine lassen, um selbst auf Nahrungssuche zu gehen oder Fressfeinde von den Kleinen fernzuhalten. Junge Feldhasen werden beispielsweise nur ein- bis zweimal in 24 Stunden vom Muttertier aufgesucht.

Auch das Nest von Wildenten oder anderem Federwild sollte nicht berührt oder gar von nächster Nähe beobachtet werden. Der Grund: Die Mutter beobachtet die Eindringlinge und traut sich nicht mehr zum Nest. Dadurch kühlen die Eier aus und die Küken sterben unter Umständen.

 

Falsch verstandener Tierschutz – nämlich das Berühren, Wegtragen oder auch nur das Anfüttern – kann dazu führen, dass die Mutter die Jungtiere, wenn menschlicher Geruch anhaftet, verstößt. Gerade menschliches Eingreifen oder sogar Rettungsversuche enden für die Tiere oft nur in unnötigem Stress oder sogar im Tod. Sollten Sie oder Ihre Kinder Jungtiere unabsichtlich berührt oder gar mit nach Hause genommen haben, kann man versuchen, das Tier wieder dorthin zu bringen, wo es gefunden wurde. In diesem Fall sollten Sie es mit frischem Gras vorsichtig abreiben. Im Zweifelsfall bietet sich stets die Möglichkeit, einen lokalen Jäger oder eine Jägerin zu kontaktieren.

 

Zwischenfälle vermeiden: Hunde an die Leine

Der OÖ Landesjagdverband und dessen Jägerinnen und Jäger richten sich hiermit an die Hundehalter, ihre Vierbeiner an die Leine zu nehmen. Selbst wohlerzogene Hunde vergessen die guten Manieren, wenn ihr Jagdinstinkt geweckt wird. Aufgeschreckte und gehetzte Wildtiere laufen auf Straßen und können Unfälle verursachen. Ein trächtiges Reh kann sogar im Schockzustand das Kitz verlieren.

 

Checkliste für Naturliebhaber, die im Frühling in den Wald gehen wollen:

  • Abstand von Wildtieren halten
  • Leise verhalten
  • Auf den Wegen bleiben
  • Hunde an die Leine

Finden Sie tatsächlich ein verletztes Jung- oder gar Muttertier, so bitten wir Sie, sich an den lokalen Jäger oder den OÖ Landesjagdverband zu wenden. Berühren Sie das Tier nicht und gönnen Sie ihnen Ruhe – auch während des Tages. Der OÖ LJV und die oberösterreichischen Jägerinnen und Jäger bedanken sich für Ihre Vor- und Rücksicht!

Junghase