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Wenn Fischotter zur Plage werden

Maßvoller Abschuss der geschonten Fischotter sinnvoll  

Fischotter_BöckFischotter wurden in der Vergangenheit stets bejagt. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert sogar sehr intensiv, da die Otterfelle von Kürschnern für Mützen, Kragen und Mänteln verarbeitet wurden. Ende des 19. Jahrhunderts förderten Länder wie die Schweiz oder auch Deutschland die Abschüsse von Fischottern mit hohen Prämien.

 

Heute stehen die Fischotter, die zur Familie der Marder gehören, in den meisten Ländern unter Schutz. So auch in Österreich, denn bis vor einigen Jahrzehnten waren die Fischotter eine vom Aussterben bedrohte Tierart. Gründe für die kleinen Bestände sahen Experten in der Verbauung von Gewässern, in umfangreichen Trockenlegungen von wichtigen Lebensräumen und dem großräumigen Abholzen von Ufervegetation. Gleichzeitig bewirkten Schwermetalle und Pestizide im Wasser, dass viele Fischotter sich nicht mehr fortpflanzen konnten.

 

Anfang der 1990er-Jahre waren Fischotter in Oberösterreich eine Seltenheit. Wiederansiedlungsprojekte waren jedoch sehr erfolgreich und so kommen die Fischotter wieder vermehrt hauptsächlich im Wald- und Mühlviertel vor, aber auch im südlichen Burgenland und der Oststeiermark. Seit etwa zehn Jahren nehmen die Bestände nun wieder zu. Die aktuelle Population wird alleine in Oberösterreich auf 600 bis 800 Tiere geschätzt. Die Rückkehr der Fischotter ist ein hervorragendes Beispiel für den Erhalt der Artenvielfalt.

 

Ärger für Fischer und Fischzüchter

Die nun wieder zunehmenden Bestände sorgen jedoch nun für teilweise großen Ärger unter den Fischern und den Fischereiverbänden. Denn je mehr Fischotter in unseren Regionen leben, desto mehr Nahrung brauchen die Tiere und um diese zu finden laben sie sich an den Fischvorkommen in Bächen, Teichen, Seen und Biotopen. Allerdings auch in jenen Becken, in denen Fische aller Art gezüchtet  werden. Die Fischereireviere melden Schäden bis zu 80.000 Euro pro Jahr, die alleine die Fischotter anrichten, indem sie Fische aus den Gewässern entnehmen.

 

In der Natur, die ja intensive Kulturlandschaft ist, findet kaum Regulation statt, denn die Fischotter haben keine natürlichen Fressfeinde. Zudem vermehren sie sich gut und rasch. Die Weibchen bringen bis zu vier Junge pro Jahr zur Welt.

 

Seit Jahren fordern vor allem Fischer und Fischzüchter eine härtere Gangart gegen die Fischotter, da manche Bäche bereits vollständig leer gefressen sind, und daher nicht mehr verpachtet werden können.

 

Landesweite Bejagung von Fischottern gefordert

An ausgewählten Gewässern werden von Seiten des Landes OÖ, des OÖ Landesfischereiverbandes sowie des OÖ. Landesjagdverbandes nun Maßnahmen gesetzt.

Diese wurden neben einem Fischotter-Managementplan vom Land Oberösterreich, den Naturschutzverbänden, dem OÖ. Landesjagdverband und dem Landesfischereiverband erarbeitet.

An einigen Fließgewässern Oberösterreichs wird es nun also Hilfestellung für die Fische geben, wobei auch der Fischotter ein Lebensrecht hat, aber eben in angepassten Dichten. Eine intensive Bejagung wird es also nicht geben, lediglich ein weid- und lebensraumgerechter Bestand ist das Ziel.

 

Um die Fischotter von Gewässern fern zu halten und auch um die Fischvielfalt zu schützen, können folgende Maßnahmen laut Management-Plan umgesetzt werden:

  • Einzäunung von Teichen etc.
  • Vergrämungs- und Abwehrmaßnahmen, wie akustische und visuelle Signale oder Duftstoffe
  • Einsatz von Fluchtkörben
  • Errichtung gesicherter Halterungsanlagen z.B. im Zusammenhang mit einer Trockenlegung der Teichanlage über den Winter
  • Schaffung von Alternativnahrungsangeboten , sogenannte Ablenkteiche

 

Hier finden Sie den Antrag um Fördermittel zum Schutz Ihrer Anlage und Ihrer Fische zu beantragen: https://www.land-oberoesterreich.gv.at/Mediendateien/Formulare/form_landundforstwirtschaft/LWLD_LFW_E74.pdf

 

Landesjagdverband unterstützt Fischereiverband

Fischotter_OÖ LJVDie Jägerinnen und Jäger in Oberösterreich unterstützen die Fischerinnen und Fischer und vor allem die Fische.

  1. Neue Lebensräume für Fische schaffen

Fischer sind gemeinsam mit Grundbesitzern bemüht, neue Lebensräume für Fische anzulegen. Dies ist oftmals nicht so einfach, da der Hochwasserschutz zumal verhindert, dass Gewässerlebensräume, etwa durch die Belassung von Baumstämmen und Ästen in den Bächen, für Fische attraktiver gestaltet werden können.

  1. Die Bejagung

Fischotter, aber auch andere Fisch-Beutegreifer, werden weidgerecht reguliert, wenn sie aufgrund verschiedenster Faktoren überhandnehmen und Schäden in der Natur oder an anderen Tieren anrichten. Im Sinne einer nachhaltigen Jagd sowie laut dem OÖ. Jagdgesetz müssen die Jägerinnen und Jäger nach bestem Wissen und Gewissen handeln und sie dürfen die Artenvielfalt in der Ausübung der Jagd nicht gefährden.

 

Weitere Informationen zum Fischotter finden Sie im Internet auf http://www.ooeljv.at/wild-und-natur/jagdbare-tierarten-2/haar-raubwild/fischotter/

Wieder vermehrte Luchsmeldungen in Oberösterreich

Luchs im Schnee_J Thurner

Ein Gastkommentar von Mag. Christopher Böck, Geschäftsführer des OÖ. Landesjagdverbandes:

Sie sehen aus wie kuschelige Hauskatzen, haben es aber faustdick hinter ihren Pinselohren – die Luchse. Ja, sie sind wieder da. Nachdem die Luchse, gemeinsam mit anderen Großraubtieren, wie Wölfe und Braunbären, im 19. Jahrhundert bei uns ausgerottet wurden, gab es gegen Ende des 20. Jahrhunderts einige Versuche die Tiere wieder anzusiedeln. So wurden damals 17 Luchse aus den slowakischen Karparten eingefangen und im Gebiet des heutigen Sumava Nationalparks in Südböhmen mit behördlicher Genehmigung wieder freigelassen. Ab 1990 breitete sich die Population dann zunehmend auch über die Grenzen Tschechiens hinweg aus, sodass seit Mitte der 1990er Jahre einige Luchsnachweise auch im Mühlviertel gelangen.

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