• OÖ Landesjagdverband
  • Jagdmuseum Schloss Hohenbrunn
Fragen zur Jagd
  • Fragen zur Jagd
  • Blog „Aus dem Jagdleben“
  • Veranstaltungen
  • Jäger werden
  • Kontakt & Impressum
  • Menü Menü
Fischotter_Böck

Wenn Fischotter zur Plage werden

15. Januar 2018/von Christopher Böck

Maßvoller Abschuss der geschonten Fischotter sinnvoll  

Fischotter_BöckFischotter wurden in der Vergangenheit stets bejagt. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert sogar sehr intensiv, da die Otterfelle von Kürschnern für Mützen, Kragen und Mänteln verarbeitet wurden. Ende des 19. Jahrhunderts förderten Länder wie die Schweiz oder auch Deutschland die Abschüsse von Fischottern mit hohen Prämien.

 

Heute stehen die Fischotter, die zur Familie der Marder gehören, in den meisten Ländern unter Schutz. So auch in Österreich, denn bis vor einigen Jahrzehnten waren die Fischotter eine vom Aussterben bedrohte Tierart. Gründe für die kleinen Bestände sahen Experten in der Verbauung von Gewässern, in umfangreichen Trockenlegungen von wichtigen Lebensräumen und dem großräumigen Abholzen von Ufervegetation. Gleichzeitig bewirkten Schwermetalle und Pestizide im Wasser, dass viele Fischotter sich nicht mehr fortpflanzen konnten.

 

Anfang der 1990er-Jahre waren Fischotter in Oberösterreich eine Seltenheit. Wiederansiedlungsprojekte waren jedoch sehr erfolgreich und so kommen die Fischotter wieder vermehrt hauptsächlich im Wald- und Mühlviertel vor, aber auch im südlichen Burgenland und der Oststeiermark. Seit etwa zehn Jahren nehmen die Bestände nun wieder zu. Die aktuelle Population wird alleine in Oberösterreich auf 600 bis 800 Tiere geschätzt. Die Rückkehr der Fischotter ist ein hervorragendes Beispiel für den Erhalt der Artenvielfalt.

 

Ärger für Fischer und Fischzüchter

Die nun wieder zunehmenden Bestände sorgen jedoch nun für teilweise großen Ärger unter den Fischern und den Fischereiverbänden. Denn je mehr Fischotter in unseren Regionen leben, desto mehr Nahrung brauchen die Tiere und um diese zu finden laben sie sich an den Fischvorkommen in Bächen, Teichen, Seen und Biotopen. Allerdings auch in jenen Becken, in denen Fische aller Art gezüchtet  werden. Die Fischereireviere melden Schäden bis zu 80.000 Euro pro Jahr, die alleine die Fischotter anrichten, indem sie Fische aus den Gewässern entnehmen.

 

In der Natur, die ja intensive Kulturlandschaft ist, findet kaum Regulation statt, denn die Fischotter haben keine natürlichen Fressfeinde. Zudem vermehren sie sich gut und rasch. Die Weibchen bringen bis zu vier Junge pro Jahr zur Welt.

 

Seit Jahren fordern vor allem Fischer und Fischzüchter eine härtere Gangart gegen die Fischotter, da manche Bäche bereits vollständig leer gefressen sind, und daher nicht mehr verpachtet werden können.

 

Landesweite Bejagung von Fischottern gefordert

An ausgewählten Gewässern werden von Seiten des Landes OÖ, des OÖ Landesfischereiverbandes sowie des OÖ. Landesjagdverbandes nun Maßnahmen gesetzt.

Diese wurden neben einem Fischotter-Managementplan vom Land Oberösterreich, den Naturschutzverbänden, dem OÖ. Landesjagdverband und dem Landesfischereiverband erarbeitet.

An einigen Fließgewässern Oberösterreichs wird es nun also Hilfestellung für die Fische geben, wobei auch der Fischotter ein Lebensrecht hat, aber eben in angepassten Dichten. Eine intensive Bejagung wird es also nicht geben, lediglich ein weid- und lebensraumgerechter Bestand ist das Ziel.

 

Um die Fischotter von Gewässern fern zu halten und auch um die Fischvielfalt zu schützen, können folgende Maßnahmen laut Management-Plan umgesetzt werden:

  • Einzäunung von Teichen etc.
  • Vergrämungs- und Abwehrmaßnahmen, wie akustische und visuelle Signale oder Duftstoffe
  • Einsatz von Fluchtkörben
  • Errichtung gesicherter Halterungsanlagen z.B. im Zusammenhang mit einer Trockenlegung der Teichanlage über den Winter
  • Schaffung von Alternativnahrungsangeboten , sogenannte Ablenkteiche

 

Hier finden Sie den Antrag um Fördermittel zum Schutz Ihrer Anlage und Ihrer Fische zu beantragen: https://www.land-oberoesterreich.gv.at/Mediendateien/Formulare/form_landundforstwirtschaft/LWLD_LFW_E74.pdf

 

Landesjagdverband unterstützt Fischereiverband

Fischotter_OÖ LJVDie Jägerinnen und Jäger in Oberösterreich unterstützen die Fischerinnen und Fischer und vor allem die Fische.

  1. Neue Lebensräume für Fische schaffen

Fischer sind gemeinsam mit Grundbesitzern bemüht, neue Lebensräume für Fische anzulegen. Dies ist oftmals nicht so einfach, da der Hochwasserschutz zumal verhindert, dass Gewässerlebensräume, etwa durch die Belassung von Baumstämmen und Ästen in den Bächen, für Fische attraktiver gestaltet werden können.

  1. Die Bejagung

Fischotter, aber auch andere Fisch-Beutegreifer, werden weidgerecht reguliert, wenn sie aufgrund verschiedenster Faktoren überhandnehmen und Schäden in der Natur oder an anderen Tieren anrichten. Im Sinne einer nachhaltigen Jagd sowie laut dem OÖ. Jagdgesetz müssen die Jägerinnen und Jäger nach bestem Wissen und Gewissen handeln und sie dürfen die Artenvielfalt in der Ausübung der Jagd nicht gefährden.

 

Weitere Informationen zum Fischotter finden Sie im Internet auf http://www.ooeljv.at/wild-und-natur/jagdbare-tierarten-2/haar-raubwild/fischotter/

Schlagworte: Abschuss, Fischerei, Fischereiverband, Fischotter, Forderung, Jagd, Jäger, OÖ. Landesjagdverband
Eintrag teilen
  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf X
  • Teilen auf WhatsApp
  • Teilen auf Pinterest
  • Per E-Mail teilen
https://www.fragen-zur-jagd.at/wp-content/uploads/2018/01/1-Biodiversität-und-Beutegreifer_Fischotter.jpg 2304 3456 Christopher Böck https://www.fragen-zur-jagd.at/wp-content/uploads/2016/06/Logo.png Christopher Böck2018-01-15 10:39:232018-01-15 10:42:54Wenn Fischotter zur Plage werden
Das könnte Dich auch interessieren
Luchs im Schnee Wieder vermehrte Luchsmeldungen in Oberösterreich
Jagdeinrichtungen im Revier überprüfen
Reh vor Hecke im Sommer_Böck Wie Wildtiere im Sommer „cool“ bleiben
Schutzwald Wie kann der Wald uns vor Lawinen schützen?
Die Pirsch wird weiblicher
Luchs Der Luchs in Oberösterreich

Aus dem Jagdleben

Fragen-zur-Jagd ist ein Webblog mit Beiträgen rund um die Jagd, die Jägerinnen und Jäger des OÖ Landesjagdverbands, die Natur und die heimischen Wildtiere.

Sie suchen etwas bestimmtes?

Search Search

Aktuelle Beiträge

  • Eine Spur Gelassenheit! 12. Oktober 2023
  • Wir holen uns den Herbst ins Haus! 18. September 2023
  • Wildes Kinderessen 1. August 2023
  • Wir stehen zur Artenvielfalt und zum Artenschutz 21. Juli 2023
  • Urlaubszeit – Entspannt durch den Sommer mit Rücksichtnahme auf Natur und Wild! 18. Juli 2023

Ein Beitrag von
Christopher Böck

Einblicke in die Welt der Jägerinnen und Jäger in Oberösterreich, Rezepttipps oder Themen der Jagd im Jahreszyklus, dies und noch viel mehr wird im neuen Blog des OÖ Landesjagdverbandes angesprochen, ...
Weitere Beiträge von Christopher Böck
  • Reges Treiben im Herbst
    29. November 2022
  • Wildbret - das "Superfood" aus dem Wald
    18. Oktober 2022
  • Das Geheule um den Wolf
    05. Oktober 2022
Zeige alle Beiträge des Autors
OÖ Landesjagdverband
Hohenbrunn 1
4490 St. Florian

Tel.: +43 7224 20083
E-Mail:
  • Fragen zur Jagd
  • Blog „Aus dem Jagdleben“
  • Veranstaltungen
  • Jäger werden
  • Kontakt & Impressum
  • Datenschutzerklärung
  • Cookie-Einstellungen
OÖ Landesjagdverband
Jagdmuseum Schloss Hohenbrunn
Link to: Die Jagd in der Stadt Link to: Die Jagd in der Stadt Die Jagd in der StadtRehsprung Pöstlingberg_L.SchmidLink to: Für die Zukunft gerüstet: Jagd Österreich Link to: Für die Zukunft gerüstet: Jagd Österreich Jagd ÖsterreichFür die Zukunft gerüstet: Jagd Österreich
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen