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Der Feldhase im Rampenlicht – 5 interessante Fakten

In diesen Wochen wird der heimische Feldhase bejagt und ladet oft auf unseren Tellern. Grund genug, um sich ein wenig näher mit diesem faszinierenden Tier zu beschäftigen!

  • Wussten Sie zum Beispiel, dass der Feldhase einen ganz besonderen Trick bei der Fortpflanzung anwendet? Bereits gegen Ende einer bestehenden Trächtigkeit kann die Häsin ein weiteres Mal befruchtet werden. Sie kann somit Junge zweier verschiedener Entwicklungsstufen in sich tragen. Bis zu 4 Mal pro Jahr können somit junge Hasen zu Welt gebracht werden. Man nennt dieses Phänomen „Superfötation“ – faszinierend, oder nicht?
  • Auch der Körperbau eines Feldhasen ist interessant. Sind doch die Hinterläufe („Sprünge“) beinahe doppelt so lang, wie die Vorderläufe! Daher greifen sie beim Laufen stets über die Vorderläufe hinaus – die charakteristische Hasenspur entsteht, an der man das deutlich erkennen kann.
  • Hase ist nicht gleich Nagetier, das sei als nächster Fakt festgestellt. Der Feldhase gehört zur Familie der Hasenartigen. Er hat im Oberkiefer ein zusätzliches Paar Schneidezähne, die hinter den großen Schneidezähnen liegen, und unterscheidet sich so von heimischen Nagetieren wie Murmeltier oder Biber, die oben und unten nur über ein Paar immer nachwachsender Schneidezähne verfügen.
  • Der Feldhase ernährt sich von Gräsern, Kräuter, Knospen und Trieben. Soweit bekannt. Doch spannend ist, dass ein Teil der Nahrung durch den Blinddarm ausgeschieden und sofort wieder aufgenommen wird. Erst ein zweites Mal verdaut wird daraus die bekannte rundliche Hasenlosung.
  • Eine interessante Verhaltensweise, die der Feldhase perfektioniert hat, ist es, sich bei Gefahr in seinen Rastplatz („Sasse“) zu ducken, anstatt zu flüchten. Durch sein Haarkleid optimal getarnt bleibt er so in den meisten Fällen unentdeckt. Wenn die äußeren Bedingungen passen, kann es also passieren, dass man unmittelbar neben einem Feldhasen vorbei geht, ohne ihn zu bemerken.

Diese kurze Reise durch die Welt von Meister Lampe macht wohl eines klar: Mutter Natur hat sich viel Mühe gegeben, ihre Geschöpfe so einzigartig zu erschaffen – wollen wir ihnen wertschätzend begegnen und sie ordentlich hegen.

 

Immer weniger Feldhasen in den Revieren

Einst waren der Feldhase sowie das Rebhuhn die häufigsten Bewohner offener Landschaften. Doch mittlerweile reduzieren sich die Bestände leider erheblich.

In Oberösterreich gibt es manche Reviere, deren Jagdgesellschaften gute Strecken mit 80 bis 100 Hasen melden und nur wenige Kilometer weiter werden die Jagden abgesagt, da es die Niederwildbestände nicht zulassen, diese zu nutzen. Lokal gesehen, zum Beispiel im nördlichen Mühlviertel und in Grünlandgebieten des Alpenvorlandes, ist der Feldhase nicht mehr so häufig anzutreffen wie noch vor 50 Jahren.

Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Feldhasen haben viele natürliche Feinde, die sich sehr gut in der heutigen Kulturlandschaft zurechtfinden und sich dementsprechend vermehren. Dazu zählen der Fuchs und anderes Raubwild oder auch verschiedene größere Greifvögel oder Krähen.
  • Mit dem Ausbau und der Verdichtung des Straßennetzes und des immer stärker werdenden Verkehrsaufkommens sind Hasen stark gefährdet. Laut aktuellen Zahlen wurden im Vorjahr (2017) rund 5.000 hoppelnde Vierbeiner überfahren.
  • Es treten immer wieder Krankheiten auf, die die geringen Bestände noch weiter minimieren.
  • Die Lebensräume, wie artenreiche Wiesen, Hecken oder breite Ackersäume, die die Tiere brauchen, um sich zu vermehren und zu überleben, verschwinden. Sei es durch den verstärkten Häuser- und Siedlungsbau oder durch eine intensive Landwirtschaft.

Keine Jagd auf Hasen

Kanzler_FeldhaseDie Jagd, die meist mit der Reduktion der Hasenbestände in Zusammenhang gebracht wird, hat jedoch nur sehr wenig Einfluss. In einigen Jagdrevieren wurde gänzlich auf die Bejagung der Hasen verzichtet und dennoch ging der Bestand weiter zurück. Der verantwortungsvolle Jäger erkennt wieviel Tiere er dem Bestand entnehmen kann, ohne ihn zu schädigen. Fördern muss die Jägerschaft den Hasenbestand mittels verstärkter Raubwildbejagung und mit Lebensraumverbesserungsmaßnahmen.

 

 

 

Schutzprojekte für Niederwild 

In fast allen Teilen Oberösterreichs unterstützen die Jägerinnen und Jäger in Zusammenarbeit mit den Landwirten verschiedenste Projekte und Maßnahmen, um den Feldhasenbesatz wieder zu steigern.

 

  • Die Landwirte erhalten speziell für ihre Region gemischtes Saatgut, um Wildäcker oder Winterbegrünungen anzubauen und anzulegen. Damit wird den Wildtieren Nahrung und Deckung angeboten.
  • Auch werden Hecken angelegt und Waldränder neu bepflanzt und als Ruhezonen festgelegt. Das bedeutet, dass Jägerinnen und Jäger, auch wenn sich in diesen Zonen Tiere aufhalten, dort nicht jagen.
  • Die Jägerschaft bejagt zudem intensiv Beutegreifer wie Füchse zum Wohle der Hasen, anderer Niederwildarten oder weiterer Bodenbrüter.

 

Auch die Bevölkerung kann helfen

Unter der Mithilfe der gesamten Bevölkerung kann dem „Osterhasen“ geholfen werden, damit sich die Hoppler wieder in der heutigen Kulturlandschaft wohlfühlen und sich auch vermehren. Störungen sollten nämlich vermieden werden. Das bedeutet beim Spazierengehen und Sporteln im Freien nicht querfeldein gehen oder laufen, Hunde nicht in Wiesen, Wälder oder Felder laufen lassen und die Tiere anleinen, Katzen während der Abend- und Nachtstunden nicht hinauslassen und junge Feldhasen sollten unbedingt unberührt liegen gelassen werden. Die Mutterhäsin kommt zwar nur einmal in 24 Stunden zum Säugen, aber verlassen sind die Junghasen noch lange nicht.

Hasen in der Rammelzeit_OÖ LJV

Gerade jetzt im Frühling ist die Deckung noch spärlich, daher fallen die Junghasen leichter auf und Beutegreifer, aber auch Hunde und Katzen können die Tiere leichter fangen.

 

Mehr zum Thema Niederwildhege finden Sie zudem auf der Internetseite des OÖ Landesjagdverbandes http://www.ooeljv.at/medien/fachartikel/erfolgreiche-niederwildhege-illusion-oder-realitat/