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„Gönn dir den Wald“: Erlebnisunterricht für junge Menschen in der Natur

Oberösterreichs Jägerinnen und Jäger schaffen als „Wald- und Jagdmentoren“ ein Bewusstsein für ein harmonisches Miteinander im Wald

Wir Menschen sind ein Teil der Natur und haben im Grunde eine tiefe Verbundenheit zu ihr. Doch gehört auch die Liebe zur Natur entsprechend gepflegt. Beziehungsweise gilt es, ihre wahre Schönheit erst einmal zu entdecken. Und wer dies von Kindesbeinen an tut, lernt für ein ganzes Leben.

Was Hänschen nicht lernt…

Denn besonders Kinder blühen in der Natur so richtig auf. Sie sind in Bewegung, alle Sinne werden angesprochen und sie dürfen der eigenen Neugierde folgen. Baum um Baum zieht die Natur sie in ihren Bann. Fantasie und Kreativität werden entsprechend geschult.

Oberösterreichs Jägerinnen und Jäger sind sich der Wichtigkeit der „Schulstunden“ im Wald bewusst – und werden regelmäßig in den letzten Wochen vor den Ferien zu überaus engagierten Lehrerinnen und Lehrern.

Über 30 Jahre sorgt das Projekt „Schule und Jagd“ der Oö. Grünröcke für eine spannende Abwechslung im Schulalltag. Vom Jagd-Quiz bis hin zum Ausflug ins Revier ist da alles dabei. Unterstützend gibt es spannende Lernunterlagen wie den „Fäustling“, dem Kinderjagdmagazin des OÖ Landesjagdverbands, oder dem eben ersten erschienenen „Wildtierkalender“. Und auch bei den Ferienpassaktionen in den ländlichen Gemeinden ist ein Nachmittag mit den Jägern seit vielen Jahren ein beliebter Fixpunkt des Programms.

Schule und Jagd_

Werte und Verständnis

Die Erlebnisse in Wald und Flur müssen nicht inszeniert werden, das grüne Spannungsfeld liefert sie frei Haus. Vom Dachsbau, über heimische Greifvögel, frische Tierspuren bis hin zur genauen Inspektion von jagdlichen Einrichtungen wie Hochstände – die wilden Eindrücke lassen Handy und Spielkonsole rasch vergessen.

Die Pirsch mit dem Nachwuchs ist aber letztlich weit mehr als nur eine spannende Alternative zum bekannten Schulalltag. Mit dieser Aktion vermittelt der Oberösterreichische Landesjagdverband Werte und Verständnis für die Bedürfnisse unserer Wildtiere, den Erhalt der Lebensräume sowie für die vielfältigen Aufgaben, die die über 20.300 Jägerinnen und Jäger in Oberösterreich aktiv ausüben. Und das Wichtigste darf nicht vergessen werden: Spaß muss es machen, für alle Beteiligten.

Ein Tag mit dem Jäger im Revier

Natur erleben – Die Jagd von klein auf verstehen lernen – Im Wald fürs Leben lernen

In Österreich sind ungefähr 45.000 Tierarten und circa 30.000 Pflanzenarten heimisch. Nachdem fast die Hälfte –  nämlich 47,6% – des österreichischen Bundesgebietes  mit Wald bedeckt ist, bietet dieser einem Großteil der beheimateten Tiere und Pflanzen den benötigten Lebensraum. Dass dem Wald daher eine sehr wichtige Rolle in unserem Ökosystem zukommt, sollte auch die jüngste Generation wissen. Nicht nur für einige Jägerinnen und Jäger – sondern für viele, denen der Wald einen Arbeitsplatz oder eine Freizeitbeschäftigung bietet – ist es wichtig, Kindern ein Naturverständnis zu vermitteln.

 

Bewusstsein für die Natur entwickeln

Reviertag mit Jäger Peter GründlingDie einen sind schon von Kleinkind an mit Papa oder Mama am Hochstand mit dabei und können es nicht mehr erwarten, selbst die Jagdprüfung abzulegen. Die anderen wiederum kommen selbst eher selten in die Natur raus.  Dabei ist es sehr wichtig, Kinder ihre Umwelt und auch die Jagd entdecken und erfahren zu lassen. Nicht zuletzt, um ihr Verständnis und ihre Toleranz gegenüber unserem komplexen Ökosystem zu steigern. Beim Reviergang mit einem Jäger der Ortschaft werden bewusst spielerisch alle Sinne geschärft, denn die Natur kann man nicht nur sehen, sondern auch riechen, hören und spüren. Natürlich kann man Natur auch schmecken. Und das in vielen Lebensmitteln, die es im Supermarkt zu kaufen gibt. Es ist unter anderem wichtig, den Kindern die Natur als lebensnotwendige Ressource für die darin vorkommenden Tiere und Pflanzen und in weiterer Folge für uns Menschen zu veranschaulichen. Deswegen müssen bereits die Jüngsten unserer Gesellschaft lernen, damit verantwortungsvoll umzugehen. Der Jäger als Teil einer Ortsgemeinschaft spielt dabei keine geringe Rolle, wenn es darum geht, Wissen und Verhaltensnormen rund um Wild, Wald und Wiese zu vermitteln. Dazu zählen auch Dinge, wie keinen Müll zu hinterlassen, im Winter nicht abseits der Pisten zu fahren oder abends nicht mit Rädern durch den Wald zu brausen.

 

 

Den Kindern Wald und Wild näher bringen

Viele Jägerschaften in Oberösterreich bieten jährlich in den Sommerferien für Kinder aller Altersstufen einen Reviergang an. Am Treffpunkt werden die Kinder oft durch Jagdhornbläser musikalisch begrüßt. Anschließend folgen kurze Erklärungen zum allgemeinen Verhalten in Wald und Flur, um endlich „lospirschen“ zu können. An unterschiedlichsten Stationen werden spielerisch, anschaulich und verständlich viele Themen und Fragen rund um die Jagd, den Wald, die Wildtiere und die Natur erklärt. Beliebte Fragen bei den Kids sind: Was macht eigentlich ein Jäger? Wer darf überhaupt jagen? Welche Tiere leben bei uns in Wald und Flur? Welche Funktionen hat der Wald? Wem gehört der Wald? Warum sind Jäger auch Naturschützer? Wie kann jeder zum Naturschutz seinen Beitrag leisten? …

 

Fragen Sie doch Ihre örtliche Jägerschaft, ob und wann Reviergänge angeboten werden. Den zuständigen Jagdleiter können Sie auf dem Gemeindeamt oder beim OÖ Landesjagdverband unter erbitten.