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Ruhe wirkt Ordnung

So der chinesische Philosoph Laozi oder auch Laotse genannt. Und tatsächlich, ein Spaziergang an einem sonnigen Wintertag ist ein echtes Geschenk. Die Ruhe genießen, abschalten vom oft stressigen Alltag und die Natur als unvergleichlichen Kraftplatz erleben.

Doch wir dürfen nicht vergessen, dass wir bei diesen Ausflügen in die Natur eigentlich nur Gast sind. Wir haben uns ja quasi selbst ins „Wohn- oder Esszimmer“ der Wildtiere eingeladen. Und dieser Besuch sollte stets an gewisse Grundregeln geknüpft sein. Denn der Winter ist für Wildtiere eine durchaus schwierige Zeit, obwohl sie von Natur aus gut angepasst sind. Der Energieverbrauch wird markant herabgesetzt, die Tiere bewegen sich nur noch wenig. Es gilt mit den wertvollen Fettreserven entsprechend zu haushalten und unnötige Stresssituationen zu vermeiden.

Um die natürlichen Anpassungen auch „ausspielen“ zu können, benötigen die Tiere Ruhe. Dazu können gerade wir Menschen einen entscheidenden Beitrag leisten. Mit der nötigen Rücksichtnahme kann es gelingen, den Grat zwischen Lebensraum und Lebensraumnutzung zu meistern.

Die Natur sagt Weidmannsdank! Und auch ich danke es Ihnen.

Winter im Revier

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und für mich beginnt eine der schönsten Zeiten im Verlauf eines Jagdjahres. Denn wenn die Natur im Winter eine Rast hält, haben sich auch fast alle Wildarten eine Schonzeit verdient. Die Jagd auf Reh, Hirsch, Hase, Fasan und Co. ruht im Normalfall ab dem 1. Jänner. Spätestens ab dann sind wir Jäger größtenteils als Beobachter im Revier unterwegs. Und zu beobachten gibt es viel!

Friedlich äsende Rehe, die im dicken Winterkleid den Schnee von den spärlichen Grasresten scharren.

Ein Feldhase, der sich fein säuberlich die festgefrorenen Schneeklümpchen von den Zehen putzt.

Eine Handvoll Fasanhennen, die sich rund um die Futterstätte tummeln.

Oder aber auch ein Eichhörnchen, das seine im Sommer mühevoll angelegten Futtervorräte plündert.

Eigentlich reicht schon allein der Anblick einer frisch verscheiten Winterlandschaft aus, um die Seele zu öffnen und dankbar zu sein, für das Wunderwerk Natur.

Winterlandschaft mit Bäumen

Und der frische Schnee bringt noch einen weiteren Vorteil für versierte Jäger. Denn sämtliche Spuren, Fähren und Trittsiegel, die vom Wild und auch anderen Tieren hinterlassen werden, geben Aufschluss über die Geschehnisse im Revier. Wer sich damit auskennt, der kann darin lesen wie in einem Buch.

Ein Gang durchs winterliche Revier mit offenen Augen tut also nicht nur gut, er kann auch informativ und aufschlussreich sein. In diesem Sinne: Allen Jägerinnen, Jägern und Naturliebhabern ein paar schöne Stunden im Winterwunderland Wald!