Jäger sein wollen, bedeutet viele Aufgaben erfüllen zu müssen!

Über das Bild des Jägers in der Gesellschaft wird viel diskutiert. Meine persönliche Vorstellung von der Jagdausübung hat sich durch aktives Mitwirken am Jagdgeschehen seit Kindertagen entwickelt und setzt sich aus vielen Bestandteilen zusammen. Hier ein kleiner Einblick in die Arbeit, die wir Jäger täglich mit viel Herzblut erledigen.

Für mich sind wir Jäger nämlich:

  1. Heger, Lebensraumerhalter und -verbesserer

Als Jäger ist unsere größte Aufgabe die Wildhege.
Zum besseren Verständnis: Im OÖ. Jagdgesetz wird der Begriff „Wildhege“ definiert als „… Maßnahmen zum Zwecke der Entwicklung und Erhaltung eines artenreichen und gesunden Wildstandes …“. Diese Definition trifft unsere Aufgabe, unser Interesse, auf den Punkt. Wir tragen Verantwortung für die uns anvertraute Umwelt. Mit unserem Wirken und Eingreifen wollen wir unser Möglichstes tun, unser Ökosystem in einer intakten Form zu erhalten und es im besten Fall sogar zu verbessern.

  1. Lebensmittelproduzenten

Natürlich gehört des Menschen ureigenster Trieb, das Beutemachen und somit das Schießen, auch zum Bild eines Jägers. Dadurch wird ein extrem hochwertiges Lebensmittel gewonnen – Wildbret. Ein artgerechtes Leben, wenig Stress, keinerlei Behandlungen mit Medikamenten und eine stressfreie Tötung kennzeichnen diese Fleischgewinnung. Daraus ergibt sich qualitativ hochwertiges Lebensmittel, das lokal bezogen werden kann.

  1. Brauchtumsbewahrer

Wir Jäger leben ein Brauchtum, das sich über Jahrhunderte aufgebaut hat. Dazu gehören unter anderem unsere Kleidung, Musik, Riten und Sprache, aber auch bei Gesellschaftsjagden der „Schüsseltrieb“ im Wirtshaus und vieles mehr.
Im jagdlichen Brauchtum zeigt sich in vielfältiger Weise der Respekt vor dem Geschöpf. Sei es im Streckenlegen, dem „Letzten Bissen“, dem Verblasen der Strecke durch Jagdhornbläser, etc. – Jäger sein bedeutet, auch demütig zu sein.

  1. Hundeführer

Jagd ist in vielen Fällen eine Teamaufgabe. Ohne unsere vierbeinigen Jagdgehilfen stünden wir vor vielen unlösbaren Aufgaben. Die Ausbildung eines Jagdhundes bedarf Gefühl, Geduld, Übungsmöglichkeiten und besonders viel Zeit. Der Lohn dafür ist ein verlässlicher Gefährte und Jagdhelfer.

  1. „Wildunfallort-Bereiniger“

Egal ob bei Tag oder Nacht, das Telefon eines Jägers kann immer klingeln und ein Wildunfall kann gemeldet werden. Dabei ist es egal, ob es regnet oder stürmt, das verunglückte Tier muss immer geborgen, manchmal davor noch erlöst werden. Das ist nicht immer problemlos und nie ein schöner Anblick, doch auch dafür sind wir zuständig.
Die verlässliche und sofortige Meldung eines Wildunfalls bei der Polizei erleichtert uns dabei die Arbeit und kann dem verunglückten Tier viel Leid ersparen!

  1. Vermittler, Multiplikator

Gerne geben wir Jäger auch einen Einblick in unser Tun. Auf Messen, bei Schulbesuchen und bei vielen anderen Veranstaltungen informiert der OÖ. Landesjagdverband versucht der nichtjagenden Bevölkerung näherzukommen.
Schauen Sie gerne immer wieder hier auf unserer Website www.fragen-zur-jagd.at oder auf die Homepage des OÖ. Landesjagdverbandes www.ooeljv.at

Wir Jäger bemühen uns um ein gutes und offenes Verhältnis zur nichtjagenden Bevölkerung. Auch dieser Artikel soll ein kleiner Beitrag dazu sein. Schließlich sind wir alle aufeinander angewiesen und sollten gemeinsam ein Ziel verfolgen: Unser Lebensraum soll lebenswert bleiben!

 

Wildbret, Schwarzbeeren und Co als Alternative zu weitgereisten Klimasündern

Noch nie waren Klimaschutz und die Folgen der Klimaveränderung medial präsenter als jetzt. Wurde vor einigen Jahren noch darauf hingewiesen, dass es nicht ewig so mit unserem Lebenswandel weitergehen kann, gibt es aktuell immer mehr Lösungsansätze zu diesem Thema.

Vor allem die vom Menschen verursachten Treibhausgase bei der Nahrungsmittelproduktion werden häufig als wesentlicher Klimafaktor angeführt. Massentierhaltung und der enorme Fleischkonsum haben auf Grund des hohen CO2 Ausstoßes bei der Produktion einen schlechten Ruf. Es wird daher empfohlen, weniger bzw. kein Fleisch zu konsumieren und vermehrt auf schonend gewonnene Lebensmittel mit kurzen Transportwegen zu setzen. Unser Reh- und Rotwild zeichnet sich dadurch aus, dass sie bis auf Notzeiten ausschließlich jenes Futter zu sich nehmen, das ihnen in nächster Nähe zur Verfügung steht.

Auch der Trend zum weitgereistem „Superfood“ wirkt sich negativ auf unsere CO2 Bilanz aus. Wenn man bei „Superfood Produkten“ die Pestizid-Belastung, die langen Transportwege sowie die sozialen und ökologischen Auswirkungen berücksichtigt, wird man schnell erkennen, dass es in Österreich Produkte gibt, die locker mit den importierten „Superfoods“ mithalten können. Statt Goji-Beeren, Chia-Samen und Ähnliches, können wir auf Heidelbeeren, Leinsamen, Rapsöl und Co. zurückgreifen.  

Laut Ernährungswissenschaftlern können heimische und „altmodische“ Samen wie zum Beispiel Leinsamen gleich viel, wie die weitgereisten Chiasamen. Beide haben einen hohen Anteil an wasserlöslichen Ballaststoffen und binden sehr gut Wasser. Preislich kosten unsere Leinsamen jedoch lediglich einen Bruchteil der Chiasamen. Im Duell mit den Goji-Beeren können wir getrost unsere Heidelbeeren ins Rennen schicken, die das gleiche für den menschlichen Körper leisten.

Vielleicht brauchen wir für unser heimisches Superfood lediglich Marketingstrategien, die auf genau jene Fähigkeiten abzielen, die diese weitgereisten Exoten laut Werbung angeblich auszeichnen (… gesünder, schlanker, erfolgreicher, attraktiver, uvm.), damit die österreichischen Konsumenten zu heimischen Produkten greifen. Marketingstrategien, die dadurch höheren Preise, und das Gefühl mit „Superfood“ die Sünden des täglichen Lebens zu kompensieren sind für viele kaufentscheidend.

In Österreich versorgen Jäger die Bevölkerung mit ca. 6.000 Tonnen frischem Wildbret. Hätten wir dieses Wildbret nicht, müsste unsere Landwirtschaft diesen Fleischbedarf unter traditionellen oder biologischen Standards produzieren.

Vor allem der Hinweis auf die schlechte CO2 Bilanz der importierten Früchte und Beeren, die Problematik der Massentierhaltung und der enorme Marketingaufwand von weitgereisten Lebensmitteln müssten uns alle zum Nachdenken anregen, und den Griff zu regionalen Produkten fördern.

 

Johann Silberschneider

Achtung Sprengzeit! – Jetzt kommt Bewegung ins Revier!

Keine Angst, so gefährlich und explosiv wie die Überschrift klingt, geht es bestimmt nicht her!

Sprengzeit, Blattzeit oder Brunft wird die Fortpflanzungszeit des Rehwildes genannt. Und diese Zeit ist genau jetzt!

Was bedeutet das konkret?

Ist eine Rehgeiß paarungswillig, kann der Bock sie anhand ihres Geruches aufspüren. Nun beginnt das große Treiben – die Geiß lässt sich vom Bock über einen längeren Zeitraum jagen. Dabei geht es meist in hohem Tempo rücksichtslos über Stock und Stein.

Autofahrer sind gut beraten, gerade jetzt sehr vorsichtig zu fahren und mit plötzlich auftauchenden Rehen zu rechnen!

Nach einer ausgiebigen Jagd erfolgt die eigentliche Fortpflanzung – der Jäger sagt: „Die Geiß wird beschlagen.“ Rund 40 Wochen werden nun vergehen, ehe sie dann circa im Mai ihre Kitze „setzt“ (= zur Welt bringt). Dabei sind 1 – 2 Jungtiere normal, immer wieder kommen auch Drillinge vor.

Besonders zu erwähnen ist dabei die verlängerte Tragezeit des Rehwildes. Zwischenzeitlich wird nämlich eine sogenannte „Keimruhe“ eingelegt. Dadurch fällt weder die Brunft, noch die Setzzeit in die kalte, nahrungsärmere Jahreszeit. Ein bemerkenswerter Trick der Natur!

 

 

„Gönn dir den Wald“: Erlebnisunterricht für junge Menschen in der Natur

Oberösterreichs Jägerinnen und Jäger schaffen als „Wald- und Jagdmentoren“ ein Bewusstsein für ein harmonisches Miteinander im Wald

Wir Menschen sind ein Teil der Natur und haben im Grunde eine tiefe Verbundenheit zu ihr. Doch gehört auch die Liebe zur Natur entsprechend gepflegt. Beziehungsweise gilt es, ihre wahre Schönheit erst einmal zu entdecken. Und wer dies von Kindesbeinen an tut, lernt für ein ganzes Leben.

Was Hänschen nicht lernt…

Denn besonders Kinder blühen in der Natur so richtig auf. Sie sind in Bewegung, alle Sinne werden angesprochen und sie dürfen der eigenen Neugierde folgen. Baum um Baum zieht die Natur sie in ihren Bann. Fantasie und Kreativität werden entsprechend geschult.

Oberösterreichs Jägerinnen und Jäger sind sich der Wichtigkeit der „Schulstunden“ im Wald bewusst – und werden regelmäßig in den letzten Wochen vor den Ferien zu überaus engagierten Lehrerinnen und Lehrern.

Über 30 Jahre sorgt das Projekt „Schule und Jagd“ der Oö. Grünröcke für eine spannende Abwechslung im Schulalltag. Vom Jagd-Quiz bis hin zum Ausflug ins Revier ist da alles dabei. Unterstützend gibt es spannende Lernunterlagen wie den „Fäustling“, dem Kinderjagdmagazin des OÖ Landesjagdverbands, oder dem eben ersten erschienenen „Wildtierkalender“. Und auch bei den Ferienpassaktionen in den ländlichen Gemeinden ist ein Nachmittag mit den Jägern seit vielen Jahren ein beliebter Fixpunkt des Programms.

Schule und Jagd_

Werte und Verständnis

Die Erlebnisse in Wald und Flur müssen nicht inszeniert werden, das grüne Spannungsfeld liefert sie frei Haus. Vom Dachsbau, über heimische Greifvögel, frische Tierspuren bis hin zur genauen Inspektion von jagdlichen Einrichtungen wie Hochstände – die wilden Eindrücke lassen Handy und Spielkonsole rasch vergessen.

Die Pirsch mit dem Nachwuchs ist aber letztlich weit mehr als nur eine spannende Alternative zum bekannten Schulalltag. Mit dieser Aktion vermittelt der Oberösterreichische Landesjagdverband Werte und Verständnis für die Bedürfnisse unserer Wildtiere, den Erhalt der Lebensräume sowie für die vielfältigen Aufgaben, die die über 20.300 Jägerinnen und Jäger in Oberösterreich aktiv ausüben. Und das Wichtigste darf nicht vergessen werden: Spaß muss es machen, für alle Beteiligten.

Ein Hoch auf das Niederwild

Mit Hirn, Charme und Drohne: Oberösterreichs Jägerinnen und Jäger als moderne Pioniere der Biodiversität.

Sie sind die eigentlichen Verlierer im Tierreich: Heimisches Niederwild wie Hase, Fasan oder Rebhuhn finden in den modernen Kulturlandschaften heute oft nicht mehr die Bedingungen vor, die sie eigentlich für ihre Existenz brauchen würden.

Das Niederwild, etwa der Feldhase als ursprünglicher Steppenbewohner, braucht entsprechende kleinstrukturierte und mit unterschiedlichen Früchten bebaute Felder. Eine Landschaft, die nicht zuletzt durch Kommassierungen konsequent beseitigt wurden. Zurückgeblieben ist eine Kulturlandschaft, die im Sommer dank der modernen Technik schlagartig abgeerntet und so schlagartig zur „Wüste“ wird. Und ein gedeihliches Niederwild-Leben fast unmöglich wird.

Wird der Versuch gestartet, den Niederwild-Rückgang zu analysieren, kommen zu Unrecht nicht selten wir heimischen Jägerinnen und Jäger in den Verdacht – etwa durch herbstliche Treibjagden – für die triste Lage im Tierreich verantwortlich zu sein.

Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Oft sind es eben genau wir, die ein echtes Interesse an einem gesunden Tierbestand haben – und daher oft als Einzige vor Ort tatsächliche Maßnahmen ergreifen.

Neues Projekt ins Leben gerufen

„Bündnis pro Niederwild“ ist ein neues Projekt des OÖ Landesjagdverbandes, bei dem wir zusammen mit Grundeigentümern und Naturschutz regionale Initiativen für tragfähige Lebensräume sowie Artenschutz gesetzt werden. In nächster Zeit sollen diesbezüglich erste Biodiversitäts-Verbundsysteme in einigen Gemeinden entstehen. Die längerfristige Vision ist es, dieses Netz auf ganz Oberösterreich auszudehnen, natürlich immer in Anpassung an die regionalen Gegebenheiten und mit entsprechender Beratung vor Ort.

Überhaupt sind Jägerinnen und Jäger Pioniere der Diversität.  Wir leisten enorm viel, um die Biotope gemeinsam mit den Landwirten zu verbessern – für das Wild, aber auch für unzählige nicht jagdbare Tiere, von Insekten bis zu Singvögeln. Heckenpflanzungen zum Beispiel haben wir  Jäger schon vor Jahrzehnten durchgeführt, zu einer Zeit, als sich sonst noch kaum jemand um dieses Thema angenommen hat. Klar muss aber sein, dass wir diese Herausforderungen nicht allein, sondern nur gesamtgesellschaftlich stemmen können.

Rebhühner stellen als „Bioindikator“ besondere Ansprüche an den Lebensraum, den Jägerinnen und Jäger fördern und verbessern. Foto: Ch. Böck

Mit großen Ohren gegen die Hitze

Oberösterreichs Jäger sind angesichts der steigenden Außentemperaturen für die Wildtiere im Einsatz.

Es stöhnt der Biber, „ein paar Grad weniger wären mir lieber“ – während der Mensch angesichts der ersten Hitzewelle erst so richtig in Sommerstimmung kommt, gilt es für zahlreiche Wildtiere, sich den hohen Außentemperaturen anzupassen. Vor allem vermeiden es die heimischen Wildtiere derzeit, sich in der Sonne aufzuhalten, und halten tagsüber im Wald, im Gebirge auf Schneefeldern oder im Bau Siesta.

Für die Vögel etwa kann die Hitze problematisch werden. Sie schwitzen nicht wie Menschen, sondern hecheln nur, ähnlich wie Hunde. Was aber letztlich nicht besonders effektiv ist. Vögel ziehen sich deshalb eher an schattige Orte wie Büsche und Wälder zurück und kühlen sich im Wasser ab.

Viele Säugetiere werden einfach vermehrt nachtaktiv und verbringen die heißen Stunden am Tag im kühlen Unterschlupf. Auch tagaktive Tiere sind üblicherweise eher am Morgen und Abend fleißig und legen mittags eine Ruhepause ein; diese fällt bei so heißem Wetter wie jetzt eben um einiges länger aus.

Für an kühle Lebensräume angepasste Alpentiere wie Gämsen und Steinböcke sei die Hitze zwar ein großes Problem, sie können aber in höhere Gefilde flüchten. Wenn es ihnen auch dort zu heiß wird, legen sie sich in der Mittagszeit auf Schneefelder, um ihren Körper abzukühlen.

Wildtiere im Tal haben hingegen andere Möglichkeiten, um ihren Körper auf schonender Betriebstemperatur zu halten. Füchse hecheln wie Hunde, andere Tiere speicheln, so dass ihr Fell nass wird. Verdampft dann der Speichel, entsteht auf beide Arten Verdunstungskälte. Tiere können auch Wärme abgeben, indem sie die Durchblutung der äußeren Körperteile stark erhöhen. Im anatomischen Vorteil sind da etwa Feldhasen: Ihre Ohren sind nicht nur so groß, damit sie gut hören, sondern in erster Linie sind sie Wärmeregulationsorgane. Sie haben eine große Oberfläche und sind spärlich behaart, und wenn die Ohren stark durchblutet sind, kann der Hase damit sehr viel Wärme abgeben. Ähnlich wie bei Elefanten.

Oberösterreichs Jäger bringt die aktuelle Hitze mitunter ins Schwitzen. Denn es gilt, im Wald entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Insbesondere im Sommer, wenn die hohen Lufttemperaturen während der Nacht keine Taubildung zulassen, sind Wildtiere nämlich auf zusätzliche Wasserstellen durch den Bau von Tränken und auf Schattenspender angewiesen. Die Wasserstellen müssten sich gut und regelmäßig verteilt im Revier befinden, mindestens jeden zweiten Tag mit frischem Trinkwasser versorgt und an einem schattigen Platz angelegt werden, damit die Wasserqualität erhalten bleibe.

 

Foto: Ch. Böck

Lebensraum Wald

Der Oberösterreichische Landesjagdverband begrüßt die neue Liebe zur Natur, appelliert aber gleichzeitig an ein respektvolles Miteinander.

Die Gesellschaft hat den Wald – in Zeiten von Lockdowns und Beschränkungen – auf der Suche nach Ruhe und Wohlbefinden neu entdeckt und zu einem bevorzugtem Kraftplatz gemacht. Spazieren gehen, Wandern, Waldbaden, Radfahren, Reiten oder Schwammerl suchen, das sind nur einige der Aktivitäten, wie Oberösterreichs Natur und die Wälder genutzt werden.

Der Wald hat viele Funktionen, aber er ist auch und immer Lebensraum für Pflanzen und heimische Wildtiere. Ein respektvolles Miteinander der Waldnutzer zum Schutz der Wildtiere ist dabei unerlässlich. Die Verantwortung gegenüber Flora und Fauna sollte jeder bewusst leben, denn die Natur wird nicht mehr, aber es gibt mehr Nutzer. Das spüren besonders die Wildtiere, die den Einfluss des Menschen stark wahrnehmen. Diese Beunruhigungen wirken sich auf das Verhalten des Wildes aus. Es kann mitunter vermehrt nachtaktiv werden oder/und auch erhöhte Verbissschäden verursachen.

Der Dialog und damit gute Lösungen in Wald und Flur können nur gefunden werden, wenn sich alle Nutzer des grünen Stellenwerts bewusst sind.

Unterstützen Sie die Arbeit der Oberösterreichischen Jägerinnen und Jäger, indem sie den Wald als Lebensraum unserer Pflanzen und Wildtiere schätzen und schützen und sich als Gäste verhalten:

  • Hinterlassen Sie keinen Müll im „Wohnzimmer unserer Tiere“.
  • Passen Sie Ihre Lautstärke an den Lebensraum Wald an.
  • Nutzen Sie die Wald- und Forstwege.
  • Halten Sie respektvollen Abstand.
  • Bewahren Sie bitte die für die Wildtiere so wichtige Nachtruhe.

Ökologische Raumplanung gefordert

Als Gebot der Stunde sehe ich die Ökologische Raumplanung. Hierbei geht es darum, die Interessen aller Raumnutzer und ihre Ansprüche in der Natur zu ordnen bzw. zu lenken. In manch anderen Bundesländern gibt es bereits Regelwerke dazu. Unter Einbindung aller beteiligter Gruppen muss es letztlich das gemeinsame Ziel sein, die Menschen zu erreichen und Lösungen zu erarbeiten, die für alle befriedigend sind.

Unsere heimischen Wildtiere sind untrennbar mit der Natur verbunden. Wenn sich alle Freizeitnutzer an die Spielregeln im Wald halten, werden auch künftig interessante Walderlebnisse und erholsame Wanderungen durch die Wälder möglich sein. Mit Verständnis, klaren Regelungen und einem gegenseitigen Entgegenkommen kann das positive Miteinander wachsen.

Der Dialog und damit gute Lösungen in Wald und Flur können nur gefunden werden, wenn sich alle Nutzer des grünen Stellenwerts bewusst sind. Im Mittelpunkt der Arbeit der Oö. Jägerinnen und Jäger steht der Schutz der Natur; und damit auch der Schutz der Wildtiere. Die Natur sagt Weidmannsdank!

Insbesondere am Abend und in der Früh sind zahlreiche Wildtiere vermehrt aktiv. Hier sollte der Mensch besonders rücksichtsvoll sein. Foto: Ch. Böck

Der Wolf – er ist gekommen um zu bleiben

Das Thema Großraubwild – bei uns vor allem das Thema Wolf – entzweit die Gesellschaft. Tierschützer wollen ihn unbedingt, Bauern und Jäger wollen ihn nicht bzw. nicht überall.

In unserer dichtbesiedelten Kulturlandschaft wird es für Wölfe schwierig ein Revier zu finden, das groß genug für ein friktionsfreies Miteinander zwischen Mensch und Wolf ist. Unser Lebensraum bietet nicht mehr die landschaftlichen Strukturen, die wir noch vor 200 Jahren hatten. In den letzten 200 Jahren hat sich nicht der Wolf verändert, sondern der Mensch und der vom Menschen gestaltete Lebensraum.

Wir sind von Ländern mit stark steigenden Wolfszahlen umgeben, und die Population wird in Österreich in den nächsten Jahren deutlich steigen – ob man es will oder nicht bzw. ob man dafür etwas tut oder nicht. Der Traum von einer unberührten und intakten Natur verklärt hier den Blick auf ökologische Zusammenhänge und auf die Auswirkungen für die Land- und Forstwirtschaft. In Deutschland gibt es aktuell ca. 1500 Wölfe, in Italien rund 2000, und in Österreich geht man aktuell von ca. 40 Wölfen aus.

Um die konfliktbehaftete Situation zwischen Almbauern und Tierschützern zu entschärfen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Eine Möglichkeit wäre es, die finanziellen Probleme der Bauern großzügig zu lösen. Nicht nur gerissene Schafe, Kälber etc. sind dann zu ersetzen, sondern auch die durch Wölfe gehetzten und abgestürzten Weidetiere. Zusätzliche Kosten (Herdenschutzzäune, Herdenhunde etc.) sollen ebenfalls großzügig übernommen werden. Wer das bezahlen soll? Zusätzlich zu den öffentlichen Geldern, die bereits jetzt zur Verfügung stehen, könnten die Spendengelder von den unterschiedlichsten Tierschutzorganisationen, die seit Jahren mit Wolfspatenschaften und Spendenaufrufen um Geld für den Wolf bitten (und dafür Zuschüsse für Herdenschutz versprechen …), verwendet werden. Damit wäre sichergestellt, dass diese Gelder auch tatsächlich für den Wolf verwendet werden.

Bei Herdenschutzhunden gebe ich allerdings zu bedenken, dass sie sich nicht nur durch Größe, Masse und Robustheit auszeichnen, sondern auch eine sehr hohe Wehrbereitschaft haben – nicht nur gegenüber Wölfen, sondern auch gegenüber eindringenden Wanderern und deren Hunde. Bei wolfssicheren Weidezäunen muss man berücksichtigen, dass Schafe, Rinder und Pferde zwar eingesperrt, aber wildlebende Tiere von ihren natürlichen Äsungsmöglichkeiten ferngehalten werden.

Ich wünsche mir eine objektive und sachliche Diskussion der Gesellschaft zu diesem Thema. Dass Profiteure pro und geschädigte Landwirte gegen den Wolf sind, ist aus meiner Sicht klar.

Kitzrettung zur Mähzeit

Kitzrettung zur Mähzeit

Die heimischen Jägerinnen und Jäger sind wie auch Oberösterreichs Landwirte die wichtigsten Erhalter und Pfleger der Lebensräume Wald, Feld und Wiese. Die Bewirtschaftung der Wiesen wird mit dem ersten Grünlandschnitt nach den Wintermonaten wiederaufgenommen. Das Grünland ist aber auch wichtige Nahrungs- und Aufzuchtfläche für zahlreiche Tierarten. Die erste Mahd geschieht je nach Witterung von Ende April bis Ende Mai, in jener Zeit, in der Jungtiere gesetzt – geboren – und Nester angelegt werden. Vor allem die Rehkitze werden von ihren Müttern im hohen Gras „versteckt“. Das Muttertier begibt sich dann alleine auf Nahrungssuche und weiß ihren Nachwuchs geschützt im Gras. Wenn das Grün bereits sehr hoch steht, dann ist das Risiko, dass junge Kitze diese Deckung auch bei Lärm nicht verlassen sehr hoch. Aber auch Feldhasen, Feldhühner wie Rebhuhn und Fasan oder auch Füchse suchen Schutz in den Wiesen. Dieses natürliche Verhalten der Tiere ist jedoch auch gefährlich, denn jährlich werden Hunderte Rehkitze, Feldhasen, Rebhühner, Fasane sowie Feldlerchen durch den Einsatz der Mähmaschinen verletzt oder getötet.

Auch für die Bauern ist es übrigens wichtig, dass kein tierisches Eiweiß in Form von Kadavern im Futter ist, da dieses sonst für die Kühe „vergiftet“ ist (Botulismus).

Gezielte Maßnahmen zur Kitzrettung

Der OÖ Landesjagdverband sowie die heimischen Landwirte setzen sich seit Jahren für den Schutz der jungen Wildtiere ein. Mit gezielten Maßnahmen vor und auch während der Mahd, die keine bis einen geringen Kostenaufwand verursachen, werden zahlreiche Jungtiere gerettet. Auch wenn die eine oder andere Maßnahme nicht so wirkungsvoll ist, ist so immer noch besser, als nichts zu tun.

  • An Stangen flatternde Kunststoffsäcke
    Am Vorabend der Mahd stellen die Landwirte und Jäger diese Stangen auf. um die Rehgeißen zu verscheuchen und ihre Kitze aus der Wiese herauszuholen. Diese Wildscheuen sollten allerdings wirklich erst einen Tag vor dem Mähen aufgestellt werden, damit dies für die Tiere nicht zur Gewohnheit wird.
  • Technische Wildretter
    Diese Geräte sind an den Traktoren befestigt und messen Infrarot- und Mikrowellensensoren, Temperaturunterschiede oder den Wassergehalt in der Umgebung. Wildtiere werden als „warmes Wasser“ von Wiesen, Steinen und Boden unterschieden.
  • Wildrettersirenen
    Diese Sirenen werden mittels Magneten auf das Mähwerk oder am Traktor angebracht. Der Ton veranlasst die Wildtiere dazu wegzulaufen.
  • Umstellung der Mähmethode
    Das Mähen von innen nach außen ist ebenso eine wirksame Methode zur Reduktion des maschinenbedingten Mähtodes von Wildtieren. Denn so werden die gefährdeten Tiere nach außen in alle Richtungen, in sichere Nachbarflächen, gedrängt.
  • Einsatz von Drohnen
    Drohnen mit Autopilot werden seit 2009 in Oberösterreich zur Kitzrettung eingesetzt. Landwirte informieren vor der Mahd den zuständigen Jäger bzw. die zuständige Jägerin und diese untersuchen via Drohnen mit eingebauter Infrarot-Kamera die Wiesen, um Kitze aufzuspüren. Solange es noch nicht allzu warm ist, zeichnen sich die kleinen Körper auf den Infrarot-Bildern deutlich vom kühleren Gras ab. Am Monitor werden die hellen Flecken beurteilt. Scheinen diese Flecken auf, geht der Weidmann vorsichtig und ruhig an das Tier heran, um es in Sicherheit zu bringen. Ein Hektar wird dabei in zwei Minuten abgesucht.

Die jahrelange und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den heimischen Landwirten und den rund 19 000 Jägern in Oberösterreich ermöglicht diese ökologischen und jagdwirtschaftlichen Schutzmaßnahmen zur Rettung und zum Schutz von Jungtieren.

Weitere Informationen und Wissenswertes finden Sie auf der Internetseite des OÖ Landesjagdverbandes http://www.ooeljv.at/wild-und-natur/wildrettung/

 

Mit vierbeinigem Partner auf der Pirsch

Hunde sind als Helfer im alltäglichen Jagdbetrieb seit Jahrhunderten an der Seite der Jägerin oder des Jägers. So helfen die Hunde beispielsweise beim Auffinden von verunfalltem oder erlegtem Wild, ist doch das schnelle Finden des Wildes nach dem Erlegen oberstes Gebot in der Jagd. Jagdhunde sind für uns Jäger nicht nur tolle Weggefährten in Alltagssituationen, sondern auch unentbehrliche Helfer bei der Jagd. Erst durch sie wird ein umfangreiches und weidgerechtes Jagen möglich.

Eine Frage des Charakters

Je nach Rasse unterscheiden sich die Charaktere der Jagdhunde. Die Hunde werden in folgende Kategorien unterteilt: Erdhund, Schweißhund, Vorstehhund, jagender Hund und Stöber- bzw. Apportierhund. Während bei Vorstehhunden ein überaus hoher Gehorsam nötig ist, brauchen Schweißhunde einen Fährtenwillen und ein gutes Konzentrationsvermögen. Was aber bei allen Jagdhunderassen im Vordergrund steht, ist die regelmäßige Auslastung und Beschäftigung .

Für Hunderassen, die für die Jagd gezüchtet, aber nicht in ihrem Fachgebiet eingesetzt werden, ist es wichtig, dass sie nur in erfahrene und kompetente Hände, die den Hund richtig beschäftigen können, abgegeben werden.

Jagdhund und Jäger verstehen sich blind

Die Ausbildung zum Jagdhund beginnt bereits im Welpenalter durch spielerisches Heranführen an Gehorsam und bestimmte Übungen. Gewisse Anlagen sind dem Hund angewölft, also angeboren. Ein gewisser Jagdtrieb steckt in allen Rassen und durch die Ausbildung und die Führungseigenschaften des Herrchens oder Frauchens werden die unterschiedlichen Anforderungen gefestigt. Die Grundvoraussetzung für einen guten Jagdhund ist Gehorsam. Denn bei der Jagd muss oftmals eine Handbewegung reichen, damit der Hund weiß, was der Jäger meint und dies auch unverzüglich ausführen kann. Bei den verschiedenen Schulungen und Kursen lernen Mensch und Hund miteinander zu kommunizieren. Die ordentliche Verrichtung der Jagdaufgaben erfordert fundiertes Wissen – dieses vermitteln wir den Hundeführern als auch ihren vierbeinigen Gefährten bei den regelmäßig stattfindenden Kursen.