Winter im Revier

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und für mich beginnt eine der schönsten Zeiten im Verlauf eines Jagdjahres. Denn wenn die Natur im Winter eine Rast hält, haben sich auch fast alle Wildarten eine Schonzeit verdient. Die Jagd auf Reh, Hirsch, Hase, Fasan und Co. ruht im Normalfall ab dem 1. Jänner. Spätestens ab dann sind wir Jäger größtenteils als Beobachter im Revier unterwegs. Und zu beobachten gibt es viel!

Friedlich äsende Rehe, die im dicken Winterkleid den Schnee von den spärlichen Grasresten scharren.

Ein Feldhase, der sich fein säuberlich die festgefrorenen Schneeklümpchen von den Zehen putzt.

Eine Handvoll Fasanhennen, die sich rund um die Futterstätte tummeln.

Oder aber auch ein Eichhörnchen, das seine im Sommer mühevoll angelegten Futtervorräte plündert.

Eigentlich reicht schon allein der Anblick einer frisch verscheiten Winterlandschaft aus, um die Seele zu öffnen und dankbar zu sein, für das Wunderwerk Natur.

Winterlandschaft mit Bäumen

Und der frische Schnee bringt noch einen weiteren Vorteil für versierte Jäger. Denn sämtliche Spuren, Fähren und Trittsiegel, die vom Wild und auch anderen Tieren hinterlassen werden, geben Aufschluss über die Geschehnisse im Revier. Wer sich damit auskennt, der kann darin lesen wie in einem Buch.

Ein Gang durchs winterliche Revier mit offenen Augen tut also nicht nur gut, er kann auch informativ und aufschlussreich sein. In diesem Sinne: Allen Jägerinnen, Jägern und Naturliebhabern ein paar schöne Stunden im Winterwunderland Wald!

Schweinepest: Oberösterreichs Jäger sehen Grenzzäune kritisch

Die Ankündigung Bayerns, auch Richtung Österreich Wildzäune als Schutzmaßnahme gegen die Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest aufzustellen, sorgt in den Reihen des Oberösterreichischen Landesjagdverbandes mitunter für Unverständnis. Zäune sind nur bedingt wirkungsvoll gegen die Verbreitung von Afrikanischer Schweinepest (ASP) durch Wildschweine und ich sehe diese Maßnahme kritisch.

Das Hauptproblem der Verbreitung sei nämlich nicht die Tiere, sondern der Mensch. Denn dieser bringt das Virus in kürzester Zeit über viele Kilometer mit Fleisch, Speck und anderen Produkten von infizierten Haus- oder Wildschweinen in andere Länder. Werden Reste von diesen Fleischprodukten achtlos entsorgt, nehmen Wildschweine als Allesfresser diese Produktereste auf und „die Seuche ist im Land“.

Nachdem die Viruserkrankung in Deutschland erstmals Mitte September bei einem Wildschwein festgestellt worden war, hat Bayern in den vergangenen Wochen Zäune auf einer Länge von 500 Kilometern entlang der Autobahnen im Grenzgebiet zu Thüringen, Sachsen und der Tschechischen Republik errichtet. Zugleich kündigte das Umweltministerium in München Ende November für 2021 den Ausbau entlang weiterer Autobahnen an – insbesondere in Richtung Österreich.

Die Wahrscheinlichkeit von ASP ist in Oberösterreich nicht hoch, da wir eine geringe Schwarzwilddichte haben, doch auch hier gilt höchste Vorsicht! Die oberösterreichische Jägerschaft ist in Kooperation mit den Bauern und dem Land OÖ in Alarmbereitschaft.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine äußerst ansteckende Seuche. Sie befällt Haus- und Wildschweine, stellt aber für andere Tiere und Menschen keine Gesundheitsgefährdung dar. Der Erreger, ein Virus, ist sehr widerstandsfähig. Er kann Wochen bis Monate in Fleisch und Fleischwaren infizierter Tiere sowie in Schlachtabfällen überleben, in gefrorenem Fleisch sogar mehrere Jahre. Dabei ist auch die Bevölkerung zu Aufmerksamkeit aufgerufen. Werden potenziell kontaminierte Speisereste beispielsweise auf Autobahnraststätten weggeworfen, könnten diese von Wildschweinen verspeist werden und zu einer Verbreitung der Krankheit führen.

Seit Dezember 2019 ist übrigens die Untersuchung von verendet aufgefundenen Wildschweinen, auch von Unfallwild, auf ASP verpflichtend vorgeschrieben. Werden Wildschweinkadaver gefunden, ist der Fundort mittels Koordinaten umgehend bei der zuständigen Behörde (Bezirkshauptmannschaft) bekanntzugeben.

 

Waldschule statt Homeschooling

Hochsensibel in der Natur: Der Nachwuchs wird zur grünen Hoffnung

Wir Menschen sind ein Teil der Natur und haben im Grunde eine tiefe Verbundenheit zu ihr. Doch wie Beziehungen es generell so an sich haben, gehört auch die Liebe zur Natur entsprechend gepflegt. Beziehungsweise gilt es, ihre wahre Schönheit erst einmal zu entdecken. Und wer dies von Kindesbeinen an tut, lernt für ein ganzes Leben.

Warum also nicht die, wenn auch im Moment viral bedingt sehr eingeschränkte, Herbstzeit für eine lehrreiche „Schulstunde“ bei Mutter Natur nutzen? In Erinnerung sei hier ein Zitat von Luther Standing Bear, Häuptling der Oglala-Lakota-Sioux, gerufen: „Die Alten wussten, dass das Herz eines Menschen, der sich der Natur entfremdet, hart wird. Sie wussten, dass mangelnde Ehrfurcht, Wertschätzung von allem Lebendigem und allem, was da wächst, bald auch die Ehrfurcht und Wertschätzung vor den Menschen absterben lässt. Deshalb war der Einfluss der Natur, der die jungen Menschen feinfühlig machte, ein wichtiger Bestandteil ihrer Erziehung.”

Kreative Auszeit

Besonders Kinder blühen in der Natur so richtig auf. Sie sind in Bewegung, alle Sinne werden angesprochen und sie dürfen der eigenen Neugierde folgen. Baum um Baum zieht die Natur sie in ihren Bann. Fantasie und Kreativität werden entsprechend geschult.

So richtig spannend wird es aber auf weiter Wald- und Wiesenflur, wenn man sich die Vielzahl heimischer Wildtierarten bewusst macht. Und hier gilt ganz besonders: Wer den Lebensraum unserer heimischen Wildtiere betritt, sollte stets Umsicht und Respekt mit im Gepäck haben.

Um diese nötigen Fertigkeiten entsprechend zu schulen, stellt der Oberösterreichischen Landesjagdverband das nötige Material bereit. Konkret wurde ein spezieller Wildtierkalender für Kinder gemeinsam mit Jagd Österreich entwickelt. Verteilt wird bzw. wurde dieser unter anderem in allen 4. Klassen der heimischen Volksschulen.

„Gebot der Stunde

Für mich als Landesjägermeister  ist dieser Wildtierkalender quasi ein „Türöffner“ hin zu einer faszinierenden Welt. Als Jäger weiß ich um den unglaublichen Wert einer intakten Natur und wieviel man von der Natur profitieren kann. Und genaue dies gelte es der Jugend zu vermitteln.

Fahren Jäger immer mit dem Auto bis zum Hochsitz?

Es gibt unzählige Comics und lustige Geschichten in denen es um Jäger geht, die mit ihrem Jagdauto direkt bis zum Hochsitz fahren. Aber ist das verwerflich?

Natürlich fahren wir, wenn es das Gelände ermöglicht, in die Nähe unserer Hochsitze. Warum auch nicht …

Wenn sportliche Fitnessstudio-Besucher mit ihrem Auto auf den Parkplatz vorm Fitnessstudio fahren, fragt man auch nicht warum sie nicht mit dem Fahrrad oder zu Fuß zum Fitnessstudio gekommen sind. Schifahrer würden sich auch das Aufwärmen ersparen, wenn sie nicht direkt am Parkplatz neben der Gondel parken würden 😉

In unserer Gesellschaft gibt es viele Vorurteile und das ist völlig normal. Ohne verbreitete Vorurteile würden wir uns nicht einzelnen Gruppen zugehörig fühlen, und wir müssten ständig individuelle und eigenständige Entscheidungen treffen.

Es liegt in der Natur des Menschen dass wir gleich und doch verschieden sind. Wir Jäger kennen den Begriff der Diversität. Diversität kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Vielfalt und Vielfältigkeit. Man könnte es auch als Vielfalt von Gemeinsamkeiten und Vielfalt von Unterschieden beschreiben und es gibt daher auch kein Patentrezept gegen Vorurteile und Missgunst.

Muss etwas tatsächlich mühsam und beschwerlich sein, damit wir es Anderen gönnen?

Wenn man den Blick auf sich selbst richtet und dabei versucht Situationen wertfrei zu betrachten könnte es helfen das Leben entspannter und harmonischer zu leben.

Viel Spaß, wenn Sie das nächste Mal ein Jagdauto in der Nähe eines Hochsitzes sehen, oder wenn Sie mit dem Auto zu einem Ihrer Hobbys fahren.

 

 

Fotos: Peter Mayr

Soziale Nähe mit Bruder Baum

Nichts geht mehr. Um der zweiten Infektionswelle der Corona-Pandemie den Schwung zu nehmen, hat die österreichische Bundesregierung erneut das öffentliche Leben weitgehend lahm gelegt. Gut drei Wochen muss der Handel bis auf wenige Ausnahmen schließen. Sämtliche Schulen haben auf Fernunterricht umgestellt. Zudem gelten rund um die Uhr umfassende Ausgangsbeschränkungen. Und die Botschaft an die 8,8 Millionen Österreicher könnte klarer nicht sein: „Treffen sie sich mit niemanden. Jeder soziale Kontakt ist einer zu viel”, mahnte Bundeskanzler Sebastian Kurz eindringlich.

Grüne Nähe
Nicht auf der Liste verbotenen Sozialkontakte steht aber auch diesmal „Bruder Baum“. Wald und Wiesen bieten nämlich in Zeiten, in denen man von gemeinsamen Kaffeehausrunden mit Freunden, einem Kinobesuch oder einem Ausflug in den Zoo nur träumen kann, eine willkommene und vor allem erholsame Abwechslung. Das Grün vor der eigenen Haustür wird im Lockdown zum Upload für die Seele.

Unterholz-Philosophie
Wenig verwunderlich also, dass mit der erneuten, viral bedingten „Auszeit“ der Wunsch nach einem stillen Ort der grünen Sehnsucht enorm ist – und die herbstlichen Wiesen und Wälder regelrecht gestürmt werden. Viele Menschen merken, wie gut ihnen ein Aufenthalt in der Natur tut, sie erdet und nachhaltig entspannen lässt.
Über Jahrtausende hat sich für eine geistige Frischzellenkur stets ein Ausflug in den Wald bewährt. Meist reichen schon kurze Besuche im Grünen aus, um nachhaltig gestärkt und gut gelaunt aus dem Unterholz wieder in die Isolation zurückzukehren.

Wald-Erfahrung
Für Oberösterreichs Jäger und Jägerinnen ist der Wald hingegen gelebter Alltag. Wenn man ganzjährig im Einklang mit der Natur lebt, weiß man eben über die grüne Magie bestens Bescheid. Umso schöner ist es zu beobachten, dass sich dieses Naturwunder jetzt offensichtlich auch Menschen erschließt, die vielleicht vorher mit dem Wald weniger anfangen konnten.
Doch wie in anderen Lebensbereichen auch, braucht es für einen friedvollen und nachhaltigen Besuch im Unterholz das nötige Maß an Respekt. Mit dem kleinen „Wald-Knigge“ im Hinterkopf lassen sich mögliche Konflikte – zwischen Waldbesuchern und dem Ökosystem, zwischen Waldbesuchern untereinander, zwischen Besuchern und Besitzern – verhindern.


Wald und Wiesen bieten in Zeiten, in denen man von gemeinsamen Kaffeehausrunden mit Freunden, einem Kinobesuch oder einem Ausflug in den Zoo nur träumen kann, eine willkommene und vor allem erholsame Abwechslung. Das nötige Maß an Respekt in der Natur ist aber notwendig! Foto: Ch. Böck

Auf ein Neues

Zugegeben, es sind diese Zeiten für mich als freiheitsliebender Mensch schwierig. Wenn man den Blick in die Ferne schätzt, die Weite der Natur liebt und stets die Nähe zu lieben Mitmenschen und Freunden sucht, dann ist das mit harten Lockdown-Regeln nur schwer zu vereinen. Geselligkeit und Zusammenhalt gehören zur Jagd wie Gamsbart und Flinte.

Und doch gibt es angesichts der explodierenden Infektionszahlen keine Alternative zur verordneten Auszeit. Wollen wir zumindest in der stillen Zeit des Jahres mit unserem Liebsten rund um den Adventkranz sitzen und den Duft von Punsch und Keksen genießen, heißt es jetzt diszipliniert und vernünftig zu sein.

Und genau diese Vernunft ist es aber, die ich in den letzten Wochen oft schmerzlich vermisst habe. Mit einem Blick auf die Menschmassen, die etwa wenige Tage vor dem Lockdown durch die diversen Einkaufsmeilen streiften, muss man sagen: Offensichtlich ist der Shopping-Wahn stets größer als die Vernunft. Aber machen wir uns die Dramatik bewusst: Während sich die einen in die Rabatt-Schlacht begeben, ringen etliche Covid-19-Erkrankte auf Intensivstationen um ihr Leben.
Ja, die Zeiten sind herausfordernd. Viel wird im Moment von uns abverlangt. Dennoch muss eines klar sein: Setzen wir Verstand und Vernunft nicht in den Lockdown.

Gamsbrunft: Schauspiel in den Bergen

Nicht nur Jäger, sondern auch ambitionierte Wanderer können diese urigen Bergbewohner in Aktion beobachten: Die Gämsen sind für ihre waghalsigen Manöver auf steilen Felswänden bekannt und aufgrund ihrer oft geringen Fluchtdistanz auch gut zu beobachten.

 

Diese halsbrecherischen Kunststücke im steilsten Gelände gelingen diesen Tieren durch ihre hartgummiartigen und scharfrandigen Hufe, den sogenannten „Schalen“. Das Hochgebirge bis zur Gletscherregion ist das Zuhause der Gämsen, wo wie jedes Jahr im November ein sehenswertes Spektakel, nämlich die Gamsbrunft, stattfindet.

 

Von den jungen Wilden zum Platzbock

Gamsbrunft_W.Peyfuß

Foto: W. Peyfuß

Den Männchen verlangt die Brunftzeit alles ab, denn der Weg zum eigenen Nachwuchs ist hart­: Die Böcke liefern sich wilde Verfolgungsjagden. Neuankömmlinge werden sowieso zuerst verjagt, denn um Platzbock zu werden, bedarf es eines gewissen Alters und einer Reife, die die Böcke erst ab dem sechsten bis siebten Lebensjahr erhalten. Oft kommt es bei diesen Kämpfen zu tödlichen Abstürzen. Bei den Verfolgungsjagden laufen die Tiere bis in die steilsten Felswände.  Hat sich erstmal ein Männchen als Platzbock etabliert, muss er weiter um die Gunst der Geißen buhlen. Dies gelingt ihm einerseits durch das „Blädern“, eine Art Schrei mit weit aufgerissenem Maul, und andererseits durch die für den Mensch übelriechenden, moschusartigen Duftstoffe, die aus den „Brunftfeigen“ hinter den Ohren, den sogenannten Lauschern, abgesondert werden. Anschließend muss der Platzbock bei bis zu 15 Weibchen für Nachwuchs sorgen.

 

Vor Brunftbeginn: Böcke sammeln für anstrengende Zeit Energiereserven

Aufgrund der energiezehrenden Verfolgungsjagden unter extremen Bedingungen mit den Rivalen, müssen die Böcke sich in der Sommerzeit bereits erhebliche Energiereserven anfressen. Bis zur Brunft werden diese Reserven stetig erhöht, denn während der Brunftzeit nehmen die Böcke kaum noch Nahrung zu sich. Die Energiereserven sollten jedoch bis nach der Paarungszeit ausreichen, um den Winter in den Bergen mit der kargen Nahrung zu überleben.

 

Wenn die Brunftzeit im November beginnt, ist in den Regionen der Alpengämsen besondere Rücksicht geboten:
Durch den Menschen verursachte Störreize, wie etwa durch

  • Querfeldeinwanderer
  • Schifahrer, die abseits der Piste fahren
  • Mountainbiker
  • Paragleiter
  • Segelflieger

können dazu führen, dass die Tiere zu wenig Nahrung aufnehmen und somit schlecht durch den Winter kommen. Berg- und Naturliebhaber können dazu beitragen, sich aus Rücksicht vor den Gämsen bewusst und ruhig zu verhalten und ihnen die Ruhe zu gönnen, die sie nach der anstrengenden Zeit benötigen.

Weil die Gämse eine jagdbare Tierart ist und die Bestände gut sind, können sie wegen ihres Wildbrets auch nachhaltig genutzt werden. Oberösterreichs Jägerinnen und Jäger setzen sich dadurch stark für den Lebensraum sowie einen gesunden Bestand dieser Tiere ein – dies garantiert, dass die Gämsen auch weiterhin in unseren oberösterreichischen Lebensräumen anzutreffen sind.

 

Vom Platzbock zum Einzelgänger

Ist die Brunftzeit abgeschlossen, verlassen die älteren Männchen das Rudel wieder und sind das restliche Jahr über Einzelgänger. Im Gegensatz zu den Böcken bleiben die Geißen mit den halbwüchsigen Jungtieren zusammen, um zwischen Mai und Juni ihre Kitze auf die Welt zu bringen. Nach spätestens zwei Jahren verlassen die Jungböcke ihre Muttertiere. Ab diesem Zeitpunkt geht der Kreislauf wieder von neuem los…

Steckbrief Gams

 

Gattung

Haarwild/Schalenwild
Gewicht Böcke bis 35 kg, Geißen bis 25 kg
Aussehen Verfärbt sein Fell („Decke“) zweimal pro Jahr; Decke im Sommer fahlgelb mit dunklem Aalstrich; im Winter dunkelbraun bis schwarz
Eigenschaften Tagaktiv, vorsichtig, aber zugleich neugierig, enorme Trittsicherheit;
Brunftzeit November
Tragzeit 26 Wochen
Setzzeit (Zeit, wo die Jungen geboren werden) Mitte Mai – Mitte Juni
Natürliche Beutegreifer Luchs, Wolf, Steinadler
Nahrung Gräser, Kräuter, Triebe und Blätter, Sträucher, Flechten;
Hörner Männchen und Weibchen tragen bis 25 cm lange, gekrümmte Hörner
Lebensraum Alpenraum
Fährte Trittsiegel besteht aus zwei keilförmigen, durch einen Zwischenraum unterbrochenen Schalenhälften

Gams Trittsiegel

www.naturimbild.at/Tierspuren

3. November: Heiliger Hubertus

Der Heilige Hubertus gilt als Schutzpatron der Jäger und Hunde, sein Gedenktag ist der 3. November. Oft finden ihm zu Ehren an diesem Tag Hubertusmessen oder Hubertusjagden statt. Vielerorts gibt es auch von der Jägerschaft errichtete Hubertuskapellen.

Hubertusmesse

Hubertus, ein französischer Adeliger, zog sich nach dem Tod seiner geliebten Frau für viele Jahre in die Wälder zurück und frönte der Jagd. Der Legende nach erschien ihm dabei auf einem seiner Pirschgänge ein Hirsch, der ein leuchtendes Kreuz zwischen seinen Geweihstangen trug. Durch diese Erscheinung bekehrt, änderte Hubertus sein Leben grundlegend. Er wurde tiefgläubig, ließ sich zum Priester und später zum Bischof weihen.

Obwohl oft behauptet wird, dass diese Legende ursprünglich dem Heiligen Eustachius zugeschrieben werden muss, wird sie heute hauptsächlich mit dem Heiligen Hubertus in Verbindung gebracht. Seine Darstellung mit dem Hirsch, der ein Kruzifix auf dem Haupt trägt, ist in vielen Bildern und Statuen zu sehen.

Die Symbolik hinter diesem Bild sollte jedem von uns Jägerinnen und Jägern ein ständiger Begleiter sein, nämlich die Präsenz des Schöpfers im Geschöpfe. Daran erinnern wir uns jedes Jahr besonders mit dem Gedenken an den Heiligen Hubertus am 3. November.

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Ist die Jagd systemrelevant?

Mit dem Begriff „systemrelevant“ beschreibt man Tätigkeiten und Funktionen die für die Gesellschaft und für die Aufrechterhaltung unseres Systems bedeutsam sind. Krankenschwestern, Pflegekräfte, Ärzte, Verkaufspersonal in Lebensmittelmärkten, Landwirte und natürlich auch Jäger zählen beispielhaft zu dieser systemrelevanten Gruppe.

Jäger leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesellschaft. Vor allem der Schutz von land- und forstwirtschaftlichen Kulturen vor Wildschäden wird gerne als Beispiel genannt. Es gibt aber noch einige zusätzliche Funktionen und Tätigkeiten die die Notwendigkeit der Jagd unterstreichen. Es ist die Aufgabe des Jägers für einen gesunden, artenreichen und stabilen Wildbestand zu sorgen und diesen auch zu erhalten. Jäger versorgen die heimische Bevölkerung mit 6.000 Tonnen qualitativ hochwertigem Fleisch und zählen somit auch zu den Lebensmittelproduzenten.

In der Ausübung der Jagd sind Jäger verpflichtet Krankheiten von Wildtieren zur Anzeige zu bringen, wenn sie für Menschen gesundheitsgefährlich sein können (Meldung von Zoonosen = auf den Menschen übertragbare Krankheiten). Auch beim Erkennen und bei der Bekämpfung/Eindämmung von Seuchen (z. B. ASP-Afrikanische Schweinepest) übernehmen Jäger eine wesentliche Rolle. Wenn wir zusätzlich berücksichtigen, dass alle 7 Minuten ein Wildunfall in Österreich passiert und in vielen Fällen ein Jäger vor Ort gebraucht wird, sollte jedem klar sein, warum Jägern eine systemrelevante Rolle in unserem Land zuerkannt wird.

Unsere Jagdgesellschaften leisten Wertvolles für die Allgemeinheit und üben die Jagd auch in Zeiten von COVID 19 verantwortungsvoll und pflichtbewusst aus.

Es ist ein Privileg, eine Verpflichtung und eine Chance die Akzeptanz der Jäger und der Jagd auszubauen.

Sorgenkind Rebhuhn

Das Rebhuhn ist das Sorgenkind der oberösterreichischen Jägerinnen und Jäger. In vielen Revieren ist das Rebhuhn schon längere Zeit Geschichte. Glaubte man Mitte der 2000er Jahre noch, dass es mit diesem wichtigen Bioindikator für strukturreiche Lebensräume wieder bergauf geht, so ist man jetzt ernüchtert und froh, dass es wenigstens in einigen Gebieten durch intensive Maßnahmen der Jägerschaft wieder eine leichte Zunahme dieser rar gewordenen Vogelart gibt.

Um weitflächig Projekte zur Rettung des Rebhuhns und weiterer selten gewordener Vögel auf eine strukturierte Basis zu stellen, wurde jüngst seitens des OÖ Landesjagdverbandes das „Bündnis pro Niederwild“ ins Leben gerufen. In enger Zusammenarbeit mit Grundeigentümern, Landwirten und Naturschutz sollen regionale Initiativen zur Intensivierung der Biodiversität entwickelt werden. Dazu sollen für Niederwild ideale Flächen gewonnen werden, etwa indem Stilllegungsflächen von Landwirten zur Verfügung gestellt werden. Saatgut und Hecken dafür werden vom Landesjagdverband gefördert.

Breite Hecken und Blütenstreifen sollen gepflanzt, Feuchtbiotope angelegt und Wildwiesen gestaltet werden. Nur noch ein- bis zweimal pro Jahr sollen diese gemäht werden. So sollen dem Niederwild und damit auch dem Rebhuhn überlebensnotwendige Lebensräume zurückgegeben und so ideale Brutstätten geschaffen werden. Das Rebhuhn jedenfalls sagt ein großes Dankeschön und „gierreck“ an die oberösterreichischen Jägerinnen und Jäger für ihr großes Engagement.

Es ist zu hoffen, dass es im Sinne der Artenvielfalt von Erfolg gekrönt ist.

Rebhühner sind ungefähr taubengroße Feldhühner von gedrungener Gestalt und haben kräftiges Fußwerk. Sie erreichen ein Gewicht von 300 bis 400 Gramm, eine Körperlänge von etwa 30 cm sowie eine Flügellänge von ca. 17 cm. Zwischen Hahn und Henne gibt es keine wesentlichen Gewichts- und Größenunterschiede. In freier Wildbahn sind sie daher auf größere Entfernung nur schwer zu unterscheiden. Bei näherer Betrachtung gelten als sicherstes Merkmal zur Unterscheidung der Geschlechter die Oberflügeldeck- und Schulterfedern. Bei der Henne sind diese hell quergebändert, während beim Hahn die Querbänderung fehlt. Ihr nahezu gleiches Aussehen erklärt sich vor allem durch deren monogame Lebensweise und meist lebenslange Bindung, wodurch ein alljährliches Werben und Imponiergehabe überflüssig wird. Der zunächst schwarze Schnabel bei Junghühnern wird mit fortschreitendem Alter immer grauer.

Hinsichtlich Lautäußerung wird man in Rebhuhnrevieren hauptsächlich die Hähne hören. Ihr Ruf ist ein durchdringendes heiseres „gierreck“ oder „kirreck“, das vor allem als Revierabgrenzung gegenüber anderen Hähnen und bei der Paarbildung Bedeutung hat. Der Ruf der Hennen ist leiser, insbesondere wenn sie ihre Küken piepsend führen, ertönt “kerripriprip“. Typisch für Rebhühner ist ihr burrendes Fluggeräusch beim Auffliegen, das von den schnellen Flügelschlägen verursacht wird und Feinde kurz irritieren soll.

Bei uns kommt das Rebhuhn bis zu einer Seehöhe von 600m vor. Bevorzugt werden vom Rebhuhn offene Landschaften verbunden mit warmem, trockenem Untergrund in klimatisch milden Niederungsgebieten. Rebhühner sind tag- und dämmerungsaktiv und bewegen sich als Bodenvögel meist laufend fort. Ihre Ruheplätze sind auf dem Boden in Form von Schlafmulden zu finden. Bei weichem Schnee graben Rebhühner auch gerne Schneelöcher.

Die Henne legt 10 bis 15 oliv-braune-grüngraue Eier, die eine Größe von 35 x 27 mm aufweisen. Im Regelfall legt sie täglich ein Ei und beginnt nach dem letzten diese 25 Tage zu brüten. Alle Küken schlüpfen dann innerhalb weniger Stunden. Eine Henne mit Küken bezeichnet man jägersprachlich als „Gesperre“. Gefährdet sind Rebhühner vor allen durch zunehmend weniger Lebensraum, Pestizide, nasse und kalte Frühjahrsmonate und die ebenfalls stärker werdende Population von Raubfeinden, etwa dem Fuchs. Groß angelegte Projekte des OÖ Landesjagdverbandes sollen in Zukunft eine „Rückkehr“ des Rebhuhns ermöglichen.