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Das Jagdsystem erklärt: Wer darf wo jagen?

Dürfen Jäger eigentlich überall jagen? Darf ein Jäger auch in meinem Garten jagen? Vielleicht haben Sie sich diese oder ähnliche Fragen bereits selbst gestellt. In diesem Blogbeitrag erklärt Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner das System der Jagd in Oberösterreich.

Jagen in Oberösterreich ist kein Privileg. Die Voraussetzung dafür ist der Besitz einer gültigen oberösterreichischen Jagdkarte. Um diese zu erlangen, muss der Nachweis eines entsprechenden theoretischen und praktischen Wissens über Jagdrecht, Wildkunde, Wildökologie und Grundzüge der Land- und Forstwirtschaft, Waffen- und Schießkunde, Jagdhunde, angewandter Naturschutz usw. erbracht werden.

Das Jagdrecht erfließt aus dem Grundeigentum und ist mit diesem verbunden. Jagdberechtigte sind also alle Grundbesitzer mit einem land- und forstwirtschaftlichen Einheitswert. Wenn diese aber nicht selbst berechtigt sind die Jagd auszuüben, muss das Jagdgebiet verpachtet werden. Die Pächter (Jagdausübungsberechtigte) müssen dann jährlich Jagdpacht an den Grundeigentümer entrichten.
Die Jagdgebiete sind eingeteilt in Eigen- und Genossenschaftsjagden. Die Grundstücke eines Gemeindegebietes, die nicht zu einer Eigenjagd gehören, bilden abzüglich z.B. von landwirtschaftlichen Wildgehegen das genossenschaftliche Jagdgebiet. Es gibt auch Orte an denen die Jagd ruht: z.B. auf Friedhöfen, öffentlichen Anlagen (Parks), in Gebäuden, Werksanlagen, Höfen und Hausgärten, die durch eine Umfriedung (Mauer, Zaun) abgeschlossen sind.

 

Darf der Jäger auch in meinem Garten jagen?
Grundsätzlich darf keine Jägerin bzw. kein Jäger einfach Ihren umfriedeten (eingezäunten) Hausgarten betreten, um Wild zu jagen. Ist dies aus ganz bestimmten Gründen jedoch einmal erforderlich bzw. notwendig, so tritt der zuständige Revierjäger im Vorfeld an den Grundbesitzer heran und sucht das Gespräch, um zu einer gemeinsamen Lösung zu gelangen.

Anders sieht es bei eingezäunten Weideflächen aus, diese Zäune dürfen schon übertreten werden, um darin zu jagen. Natürlich nur, wenn dadurch keine Menschen oder Nutztiere gefährdet werden, denn die Sicherheit geht immer vor.

 

Wie groß ist das Revier eines Jägers?
Es hängt von der Größe des Jagdgebietes ab, wie viele Jäger darauf jagen. Je größer die Jagdgebiete, desto mehr Jäger werden natürlich dafür benötigt; die Anzahl der Jagdpächter ist aber gesetzlich begrenzt. Eigenjagden müssen mindestens eine Fläche von 115 Hektar aufweisen. Genossenschaftliche Jagdgebiete reichen bis zu mehreren tausend Hektar Fläche.

 

Woher wissen Jäger, wie viel Wild sie erlegen dürfen?
Prinzipiell gilt der Grundsatz der nachhaltigen Jagd! In den letzten 100 Jahren ist keine Tierart durch die Bejagung verschwunden! Für wiederkäuende Huftierarten wie Rehe oder Hirsche gibt es von der Behörde gesetzlich festgelegte Abschusspläne. Jedes Jahr gegen Ende des Winters bzw. Beginn des Frühlings findet eine gemeinsame Begehung mit Vertretern der Grundbesitzer und der Jägerschaft sowie des Forstdienstes der Bezirksverwaltungsbehörde statt. Dabei werden sog. Vergleichs- und Weiserflächen begutachtet und anhand des Waldzustandes dann der Abschussplan für das kommende Jagdjahr erstellt. Wie viel Wild in einem Jagdgebiet erlegt werden muss, hängt also mit dem Zustand der Vegetation zusammen. Die Jägerschaft ist gesetzlich dazu verpflichtet, diese Mindestpläne zum Schutz der Natur, aber auch des Wildes einzuhalten.

 

Darf ich selbst im Garten oder im benachbarten Wald jagen?
Hier ist die Antwort ein klares Nein. Um die Jagd ausüben zu dürfen, muss man im Besitz einer gültigen Jagdkarte sein. Allerdings darf der Besitzer in seinen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden sowie in umfriedeten Hausgärten sogenanntes schädliches Wild (wie Füchse, Marder, Iltisse und große Wiesel) fangen und/oder töten, wenn sonst Schäden an seinem Eigentum entstehen könnten.

 

Sie haben Fragen zur Jagd!? Wir freuen uns über Anfragen über die Website unter https://www.fragen-zur-jagd.at/kontakt-impressum/

Diagnose Marderbiss: Wieso beißen Marder in Autokabel?

Eigentlich sehen sie ja ganz putzig aus. Leider haben sie eine eigenartige Vorliebe, die so manchen Menschen zur Weißglut bringen: Sie zerbeißen Autokabeln sowie -schläuche und verursachen dadurch oftmals Schäden an Fahrzeugen. Die Rede ist von Mardern.

 

In den vergangenen Jahren hat es nicht nur vermehrt Wildschweine, Rehe und Waschbären, Rabenkrähen und Ringeltauben in Oberösterreichs Städte verschlagen, sondern eben auch die Steinmarder. Diese haben die Scheu vor menschlichen Behausungen und eben Fahrzeugen mittlerweile beinahe ganz abgelegt und so ist es kein Zufall, dass diese sogenannten Kulturfolger oft in Garagen oder Dachböden leben und für Unruhe sorgen.

 

Doch wieso beißen Marder überhaupt in Autokabeln?
Marder Motorhaube, ÖAMTCViele Marder suchen Unterschlupf in KFZ, denn sie finden das Ambiente im Auto toll: Dort ist es gerade in den kalten Jahreszeiten warm, erholen sich dort idealerweise und finden Schutz.

Entgegen des weit verbreiteten Glaubens, dass die frechen Räuber die Kabeln aus Lust am Plastik anknabbern, hängt das Anknabbern der Kabel mit der Biologie der Tiere zusammen: Einerseits sind die Tierchen neugierig und andererseits weisen Marder aufgrund ihres Sozialverhaltens einige Eigenheiten auf. So findet die Paarungszeit dieser Tierart von Juni bis August statt; das ist genau die Zeit, wo beim OÖ Landesjagdverband (OÖ LJV) viele Anrufe dahingehend eingehen. Die Tiere hinterlassen nämlich Duftmarken, die andere Marder insbesondere zur Paarungszeit aggressiv machen. Um ihr Revier zu verteidigen, beschädigen sie dann Kabel, Schläuche und andere Kunststoffteile durch regelrechte Beißattacken.

 

Wie vermeide ich nun jene ungewollten Gäste?

Oft richten Marder nicht nur beim Auto Schäden an, sondern auch am Dachboden in Form von Kot- und Urin-Ansammlung oder Beutereste. Leben die kleinen Vierbeiner in Ihrem Haus, kann dies zudem oftmals zu einer ungewollten Lautstärke führen. Ob Auto oder Dachboden, ich gebe Ihnen einige Tipps zum Verjagen der Marder:

  1. Sich das natürliche Verhalten der Tiere zu Nutze machen:
    Da Marder mit einem sehr empfindlichen Gehör ausgestattet sind, kann ein Ultraschallgerät in vielen Fällen eine Lösung sein. Obwohl wissenschaftlich nicht bewiesen, sorgt die störende Frequenz oft dafür, dass die Tiere ihre Unterkunft verlassen.
  2. Vergrämungsmethoden:
    Eine andere Lösung könnte ein Stück engmaschiger Drahtzaun sein, den man unter den Motorbereich des Autos legt. Marder fühlen sich unwohl, wenn sie diesen betreten müssen. Auch eine Dauerbeschallung mittels Radio, das Durchstreifen desselben durch einen Hund (kann auch ein „Gasthund“ sein) oder das komplette Verändern des Dachbodens kann zu einer Besserung führen.
  3. Menschlicher Jäger:
    Sollten die oben genannten Tipps noch immer nicht zum Erfolg führen, so empfiehlt der OÖ LJV, sich an den örtlichen Jäger oder die örtliche Jägerin zu wenden. Dieser oder diese steht Ihnen unterstützend zur Seite. Unter ooeljv.at finden Sie die Kontaktdaten des Sekretariats, das Ihnen gerne den Kontakt der zuständigen Jagdleitung mitteilt.

 

Im Interview: Der Landesjägermeister über seine Aufgaben

Im April wurde Herbert Sieghartsleitner zum neuen oberösterreichischen Landesjägermeister gewählt. Der 54-Jährige, der seit über 36 Jahren die Jagd ausübt und von 2013 bis 2019 stellvertretender Landesjägermeister war, beantwortet in einem Interview Fragen zu seinem nunmehrigen Aufgabenbereich.

 

Lieber Herr Landesjägermeister Sieghartsleitner, was ist Ihre Hauptaufgabe als Landesjägermeister?

Gemeinsam mit meinen Stellvertretern BJM Ing. Volkmar Angermeier und Ing. Andreas Gasselsberger, dem Delegierten des Bezirkes Ried, repräsentiere ich in der Rolle des Landesjägermeisters für die nächsten sechs Jahre den OÖ. Landesjagdverband und dessen rund 19.400 aktive Jägerinnen und Jäger nach außen. Dieser repräsentativen und auch fachlichen Aufgabe komme ich bei zahlreichen Veranstaltungsbesuchen, Verhandlungen, Besprechungen etc. meist täglich nach.

Welche Dinge fallen dabei in Ihren Aufgabenbereich?

Grundsätzlich verantworte ich neben der Repräsentation der gesamten Jägerschaft Oberösterreichs zahlreiche Aufgaben wie beispielsweise den Vorsitz des Vorstands des OÖ. Landesjagdverbandes, bei Landesjagdausschusssitzungen, dem höchsten Gremium des OÖ LJV, und im Landesjagdbeirat. Ich leite zudem die Geschäfte mit Hilfe des Geschäftsführers Mag. Christopher Böck und vollziehe die Beschlüsse des Landesjagdausschusses und des Vorstandes.

 

Meine Aufgabenbereiche sind weitreichend und mit vielen Beteiligten vernetzt. Eine meiner Kernaufgaben ist bestimmt die bestmögliche Abstimmung mit Grundeigentümern, also den Land- und Forstwirten, deren Vertretung in der Landwirtschaftskammer und unseren politischen Verantwortungsträgern. Themenbereiche wie Öffentlichkeitsarbeit sowie Aus- und Weiterbildung werden mich in den nächsten Jahren besonders beschäftigen.

 

 

 

Welche Ziele haben Sie sich in Ihrer Amtszeit gesetzt?

Meine klare Zielsetzung ist, die vielfältigen und großartigen Leistungen der Jägerschaft als besonderen Wert für die Gesellschaft zu benennen und damit das Ansehen der Jagd und jenes der Jägerinnen und Jäger zu stärken. Denn die Jagd ist nicht nur unsere große Leidenschaft, sondern auch ein wichtiger Beitrag für die Allgemeinheit. Besonders wichtig ist mir dabei, den Dialog zur nichtjagenden Bevölkerung zu intensivieren und den Wert der Jagd für unsere Gesellschaft darzustellen. Auch möchte ich die Kommunikation zwischen den Jägern fördern. Besonders am Herzen liegt mir das Thema Frauen in der Jagd. Sie haben in den letzten Jahren die Jagd intensiv mit- und neu gestaltet. Zwei weitere große Themen, die wildökologische Raumplanung und der Forst-Jagd-Dialog, gehören ebenfalls zu meinen Hauptaufgaben.

 

 

Sie haben die Themen wildökologische Raumplanung angesprochen. Worum geht es dabei konkret?

Eine große Herausforderung in den kommenden Jahren ist die Schaffung von Rückzugsgebieten für unsere Wildtiere, also eine wildökologische Raumplanung. Die OÖ. Jägerschaft beschäftigt schon länger, dass der Druck im Naturraum – der zum Teil bereits intensiven Kulturlandschaft, begrenzt ist und von dem es keinen zweiten gibt – immer weiter wächst. Neben der Jagd sowie der Land- und Forstwirtschaft gibt es natürlich auch zahlreiche andere Nutzer, die sich in der Natur bewegen. Dafür haben wir volles Verständnis. Was wir fordern, ist aber eine gewisse Ordnung. Wir brauchen diese wildökologische Raumplanung, damit der oberösterreichische Naturraum auch für die nächsten Generationen erhalten bleibt. Dafür ist ein Schulterschluss zwischen allen Naturraumnutzern und Lebensraumgestaltern erforderlich.

 

Unsere heimischen Wildtiere als auch die nachhaltige Jagd haben dann eine Zukunft, wenn sie Teil einer umfassenden Abstimmung mit allen Naturraumnutzern und Lebensraumgestaltern sind. Hierfür benötigen wir eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Grundbesitzern aus der Land- und Forstwirtschaft, Politik und uns Jägerinnen und Jägern. Für mich stellt die wildökologische Raumplanung ein Kernprojekt für die Zukunft dar. Die relativ ungestörten Lebensräume werden immer knapper, weil die Ansprüche der Menschen immer mehr werden. Wir benötigen jetzt eine geordnete Einteilung und Nutzung der Lebensräume. In zehn Jahren ist vieles zu spät.

Jagdbare Wildart: Die Wildtaube

Denkt man an Tauben, so kommen einem meistens die zahlreichen „Stadtbewohner“ in den Sinn. Gerade in größeren Städten, wie beispielsweise Linz, fallen die Vögel mitunter ungut auf. Diese fallen jedoch nicht in den Aufgabenbereich der oberösterreichischen Jägerinnen und Jäger. Die heimische Jägerschaft beschäftigt sich nämlich mit den Wildtauben.

In Oberösterreich kommen folgende vier Wildtaubenarten regelmäßig vor: Die Hohltaube, die Turteltaube, die Türkentaube und die Ringeltaube. Letztere ist die größte und ist somit für die Jagd – und die Kulinarik – am interessantesten. Was alle vier gemeinsam haben: Sie zählen zu den jagdbaren Wildtierarten, wobei Hohl- und Turteltauben aber das ganze Jahr über geschont sind.

Natürliche Verbreitung: Wo sind Tauben in Oberösterreich anzutreffen?

  1. Die Ringeltaube besiedelt Feldgehölze, kleine Wälder, Bestandsränder größerer Waldungen, Alleen und Einzelbäume. Ein wesentliches Merkmal ist das Vorhandensein von nahrungsbietenden offenen Flächen, vor allem von Äckern und Wiesen. Als Zugvogel tritt die Ringeltaube während des Zuges häufig in großen Schwärmen auf. Sie ist fast in ganz Oberösterreich anzutreffen.
  2. Die Hohltaube ist deutlich kleiner und hat einen kürzeren Stoß, also Schwanz, als die Ringeltaube. Ausschlaggebend für das Vorkommen der Hohltaube sind neben Krautfluren vor allem Wälder mit geeigneten Nisthöhlen. D.h., in unserem Wirtschaftswald ist die Hohltaube weitgehend vom Vorkommen des Schwarzspechtes abhängig, dessen Bruthöhlen sie in der Folge besiedelt. In Oberösterreich ist die Hohltaube nur in tieferen Regionen Brutvogel.
  3. Die Turteltaube, die kleinste heimische Taubenart, bewohnt die trockenwarmen Ackerbaugebiete des Tieflandes und der Hügellandschaften. In den großen Tallandschaften ist sie nur lokal Brutvogel. Die Turteltaube ist ebenso Zugvogel, der in den afrikanischen Savannengebieten überwintert.
  4. Die Türkentaube hat in den letzten 50 Jahren vom Balkan aus – ihrer ursprünglichen Heimat – ganz Mitteleuropa erobert. Als Kulturfolger ist sie eng an menschliche Siedlungen, wie Dörfer und Städte, gebunden, wo ihr das ganze Jahr über Nahrung zur Verfügung steht. Ihre einfachen Nester werden meist in Bäumen oder Sträuchern angelegt. Winter- und Frühbruten erfolgen aber oft in Nadelbäumen. In Städten brütet die Türkentaube an Gebäuden, Balkonen und Mauernischen, hat aber nichts mit den Stadttauben gemein.
Wildtauben_Ch. Böck

Foto: Ch. Böck

Jagdzeit: Wann und wieso werden Tauben überhaupt bejagt?

Bejagt werden die Ringel- und Türkentauben ab  1. September bzw. 21. Oktober bis zum 1. Februar bzw. 21. Februar des Folgejahres. Wildtauben haben einige natürliche Feinde wie Habichte, Sperber, Krähen, Elstern, Marder, Eichhörnchen, Katzen und Eulen. Die beiden Wildtaubenarten vermehren sich jedoch sehr schnell und können deshalb nachhaltig jagdlich genutzt werden. Weiters können sie auch bei zu großer Anzahl Schäden in der Landwirtschaft verursachen.

Ringeltauben brüten mehrere Male bis in den September hinein, Türkentauben bei günstigen Gelegenheiten noch länger. Bei den Ringeltauben gibt es weiters die Besonderheit der „Schachtelgelege“: Der Tauber, also die männliche Taube, kümmert sich um die unselbstständigen Jungen, während die Täubin, also die weibliche Taube, bereits das nächste Gelege ausbrütet.

Wildtauben sind äußerst köstlich und geschmackvoll und somit ein wertvoller Bestandteil des heimischen Wildbrets. Ein Rezept finden Sie unter https://www.ooeljv.at/wp-content/uploads/2018/02/Wildbretbroschüre_2.0-2019.pdf auf Seite 11.

 

TaubenartSchonzeitKennzeichenGröße und GewichtÜberwinterung
Ringeltaube1.02.-31.08.Auffallendes Flügelband, weißer Fleck an beiden Halsseiten42 cm
500 g
Westeuropa und Mittelmeergebiet; manchmal bei uns
Türkentaube21.02.-20.10.Schwarzes, halbmondförmiges Nackenband30 cm
300 g
Nirgends, da sie ein Standvogel ist
HohltaubeganzjährigGrüner Nackenfleck33 cm
250-300 g
Mittelmeergebiet
Turteltaubeganzjährigoft paarweise anzutreffen, rostrote Flügelfedern27 cm
160 g

 

Wussten Sie schon…?

Der Begriff „Turteltauben“ für verliebte Pärchen kommt von der gleichnamigen Taubenart. Turteltauben wurden in Afrika entdeckt und aufgrund dessen, dass sie in ihrer Paarungszeit immer zu zweit angetroffen wurden, als „Lovebirds“ bezeichnet.

 

Titelfoto: N. Mayr

Bellen im Wald: Hund oder Reh?

Hört man im Wald ein Bellen, denkt man wohl zuerst an den treuen Begleiter des Menschen oder des Jägers im Speziellen, nämlich seinen (Jagd)Hund. Hört man ein zweites Mal genauer hin, so vernimmt man nicht das typische „Wau Wau“, sondern Laute wie „Bö Bö Bö“. Letztere stammen von Rehen und sind gerade im Frühling und Sommer häufig zu hören.

 

Wieso „bellen“ Rehe überhaupt?

In der Fachsprache der Jäger nennt man das „Bellen“ der Rehe „schrecken“. Die weiblichen Schrecklaute sind etwas leiser und höher, die der Böcke länger und tiefer, doch gar nicht so leicht zu unterscheiden. Grundsätzlich können diese speziellen Laute das ganze Jahr vernommen werden, dennoch gibt es spezielle Situationen, in denen die Rehe „bellen“. Das Schrecken kann drei Ursachen haben:

 

  1. Warnung für Artgenossen: Sieht oder hört das Rehwild etwas, ohne die Ursache zu kennen, schrecken sie schnell. Da sich potenzielle Gefahren nähern könnten, warnen Böcke und Geißen ihre Artgenossen. Im Sommer schrecken die Tiere aus diesem Grund öfter als im Winter, da im Winter die Gefahren im kahlen Wald leichter zu erkennen sind. Wenn sie in größeren Rudeln im Winter zusammenstehen, vertrauen sie außerdem auf „Wächter“, die aufpassen und die Gefahren im Auge behalten, ohne zu schrecken.

 

  1. Akustische Territoriumsabgrenzung:
    Meistens schrecken Böcke im Frühjahr, um ihr Revier abzugrenzen. Im Juli und im August findet die Brunftzeit des Rehwilds statt – daher stecken die Böcke durch das Schrecken ihr Gebiet für das Liebespiel ab. Die Weibchen hingegen „fiepen“, um durch ihren schrillen Ton einen Rehbock anzulocken.

 

  1. Krankheiten:

In seltenen Fällen kann das Schrecken auch mit Krankheiten wie beispielsweise bei Befall mit Tollwut in Verbindung stehen. In (Ober)Österreich ist dabei aber nicht zu rechnen, da unser Land seit Jahren tollwutfrei ist.

Keine Angst vor schreckenden Rehen
Schreckendes Rehwild ist grundsätzlich nicht gefährlich, will es doch nur seinen Lebensraum verteidigen. Wie immer gilt, die Grenzen der oberösterreichischen Wildtiere zu akzeptieren: Schreckt ein Reh, so sollte man leise reden oder pfeifen und weiter am Weg bleiben. Der OÖ Landesjagdverband bittet in dem Zusammenhang auch alle Hundebesitzer, die Hunde beim Schrecken der Rehe lieber sofort anzuleinen.

 

Rehbrunft_A. Lindinger

Rehbrunft (A. Lindinger)

 

Wie Wildtiere im Sommer “cool” bleiben

„36 Grad und es wird noch heißer…“- unter diesem Motto stand das Wetter in den letzten Wochen in Oberösterreich. Bei dieser Rekordhitze ist nicht nur den Menschen, sondern auch den tierischen Waldbewohnern heiß. Dabei gibt es im Hitzeempfinden von Mensch und Tier einen großen Unterschied: Menschen können schwitzen, Wildtiere nicht. Letztere besitzen kaum bis gar keine Schweißdrüsen. Das mag zuerst als Nachteil erscheinen, aber unsere heimischen Wildtiere beherrschen durchaus Tricks, um bei den Rekordtemperaturen „cool“ zu bleiben.

Generell gilt: Wildtiere suchen, wie Menschen auch, Deckung auf. Sie treten an Hitzetagen tagsüber kaum aus dieser hervor und brauchen viel Ruhe. Aktivitäten wie das Fressen werden in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegt. Aber nicht nur schattige Plätze, sondern auch kühle Höhlen, Tümpel, Bäche oder Flüsse werden aufgesucht. Sie bewegen sich dabei so wenig wie möglich. Erst in den Abendstunden verlassen sie ihre Verstecke wieder und suchen Nahrung etc.

Fasan im Sommer_Böck

Wie sich die einzelnen Wildtierarten genau abkühlen, ist in der Übersicht gut dargestellt:

 TierartWie trotzen sie der Hitze? Wie machen sie das genau?Tipp
Füchse, Hunde, KatzenHechelnSpeichel verdampft und kühlt so (Jagd)Hunden immer genug Wasser bereitstellen
VögelHechelnSchnelles Atmen mit aufgesperrtem Schnabel transportiert warme Luft von der Lunge nach außen, kühle Luft dringt durch Lungen in den KörperVogeltränken im Garten mit Wasser füllen – Achtung: Hygiene!
FeldhasenOhren als HitzeableiterBlut kühlt in den dünnen, kaum behaarten Ohren vergleichsweise schnell ab
Rothirsche, WildschweineSuhlenSchlammpackung kühlt nicht nur, sondern schützt auch vor Bremsen und anderen lästigen Insekten
HonigbienenFlügelschlagenBienen fächern mithilfe ihrer Flügel warme Luft aus dem Stock

Rehwild: Paarungsstress im Hitzefieber
Die große Ausnahme bildet bei den ganzen „Hitzemaßnahmen“ das Rehwild: Ihre Paarungszeit liegt im Juli und im August. Durch die Hitze, die an den meisten Tagen im Sommer herrscht, setzen sie sich größten Anstrengungen aus. Bei der Rehbrunft locken die weiblichen Rehe, die Geißen, ihre Verehrer durch Wälder und Felder. Wie die Brunft genau abläuft, lesen Sie hier. Da sie – wie die anderen Wildtiere auch – keine Schweißdrüsen besitzen, ist die Brunft immens kräftezehrend. Daher ist nach der Brunftzeit einmal eine Ruhezeit angesagt.

 

Achtsames Miteinander

Mit den oben genannten Maßnahmen können sich Wildtiere fast genauso gut wie wir Menschen abkühlen. Was zurzeit allerdings sehr wichtig ist: Wie eingangs erwähnt suchen sich unsere heimischen Wildtiere ruhige Schattenplätze, wo sie sozusagen eine „Siesta“ halten. Das Elementarste dabei ist, diese dabei nicht zu stören. Oberösterreichs Jägerinnen und Jäger bitten deshalb Naturnutzer und Waldliebhaber um Rücksicht und ein achtsames Miteinander. Dies bedeutet, gerade im Sommer wenn möglich Wander- und Sportaktivitäten nicht am frühen Morgen oder am Abend zu verrichten und niemals die gekennzeichneten Wege zu verlassen. Die Wildtiere werden es Ihnen danken!

Jagdhelfer Hund

Wenn man an einen Jäger denkt, hat man automatisch auch das Bild seines treuen Begleiters im Kopf: Seinen Jagdhund. Die Jagd und der Hund gehören über Jahrhunderte zusammen – daher kommt auch der altbekannte Spruch „Jagd ohne Hund ist Schund“.

Für Oberösterreichs Jägerinnen und Jäger bedeutet das Jagen mit dem Hund ein weid- und somit tierschutzgerechtes Jagen. Sie nehmen ihre Gefährten mit auf die Pirsch, um beispielsweise verletztes Wild nach Verkehrsunfällen aufzuspüren und zu erlösen. Zudem schreibt das Jagdgesetz vor, dass je nach Reviergröße mindestens ein Jagdhund gehalten werden muss, um eben dementsprechend Tierleid zu verkürzen oder überhaupt an die Beute zu kommen; man denke nur an die Entenjagd, wenn die Enten aus dem Wasser zu holen sind.

 

Über 2.300 Jagdhunde, die sich auf 43 Jagdhunderassen aufteilen, sind derzeit in Oberösterreich registriert. Diese Rassen teilen sich wiederum in sechs Jagdgebrauchshundegruppen auf, nämlich:

  • Erdhunde
  • Schweißhunde
  • Vorstehhunde
  • Jagende Hunde
  • Stöberhunde
  • Apportierhunde

 

RassegruppenEignungRasse
ErdhundeFolgen Raubwild unter die Erde und können es zum Verlassen des Baues bewegenDackel, Deutscher Jagdterrier, Jack Russell Terrier u.a.
SchweißhundeVerfolgt als Spezialist die Wundfährte des WildesBayrischer Gebirgsschweißhund, Hannoveraner u.a.
VorstehhundeZeigen dem Jäger entdecktes Wild durch regungsloses Verharren, das „Vorstehen“, heute Vollgebrauchshunde, d.h., sie sind für fast alle Möglichkeiten in der Jagd einsetzbarDeutsch Drahthaar, Weimaraner
Jagende HundeBracken und Laufhunde; zeigen reizvolle, jedoch heute sehr selten praktizierte Jagdart – das Brackieren. Die Hunde verfolgen in Waldgebieten lautgebend die Spur eines Hasens solange, bis dieser wieder am Ausgangspunkt vorbeikommtTiroler Bracke, Brandlbracke u.a.
StöberhundeSuchen selbstständig im Dickicht nach WildCocker Spaniel u.a.
ApportierhundeBringen Wild zum JagdhundeführerLabrador, Golden Retriever u.a.

 

 

Was macht einen Jagdhund zum Jagdhund?

Die meisten Welpen kommen im Alter von acht bis zehn Wochen zum neuen Besitzer. Die Jägerinnen und Jäger erziehen ihren Vierbeiner bereits nach einer kurzen Eingewöhnungsphase spielerisch. Die Ausbildung selbst übernimmt im Idealfall die Jägerin oder der Jäger selbst – baut man doch so eine gute Bindung, die im Revier benötigt wird, auf. Dabei sind Kurse unerlässlich, da die Anwesenheit anderer Hunde wichtig ist.

 

Die Ausbildung startet von Beginn an im Revier – so wird dem Hund, als auch der Jagdhundeführerin bzw. dem Jagdhundeführer eine praxisnahe Ausbildung ermöglicht. Im Revier kann auch gleich am besten mit den spezifischen Eignungen der Jagdhunderassen und der individuellen Eigenheiten gearbeitet werden.

 

Der Weg zum fermen Gebrauchsjagdhund – so werden die fertig ausgebildeten Jagdhunde in der Jägersprache genannt – ist nach etwa zwei Jahren erfolgt. Ständiges Training ist jedoch wesentlich, das kennt man ja von sich selbst auch: Wenn man etwas häufig macht, so kann man es fast im Schlaf…

 

Die Brauchbarkeitsprüfung kann allerdings schon nach einem Jahr abgelegt werden. Bei dieser Jagdhundeprüfung legt der Hund die Legitimation ab, dass er die Aufgaben eines Revierhundes im Sinne des Oö. Jagdgesetzes übernehmen kann.

Wildtiere im Sommer

Sie hat begonnen: Die heißeste Zeit des Jahres. Die Temperaturen klettern seit Tagen über die 30 Grad Marke und aufgrund der ausbleibenden Regenfälle ist es in der Natur sehr trocken. Nicht nur wir Menschen schwitzen und stöhnen unter der Hitze, sondern auch unsere Haustiere und das heimische Wild leiden. Rehe, Hasen und Co. haben keine Schweißdrüsen und können daher auch nicht schwitzen. So müssen sie sich andere Abkühlungsmethoden suchen, um den Hochsommer gut zu überstehen.

 

Schatten oder Wasser: Abkühlung muss sein

Die Tiere haben ihre ganz eigene Art, mit der Sommerhitze und den damit verbundenen Plagen umzugehen.

Reh- und Rotwild

Eine Strategie von Rehen und Hirschen zur Abkühlung ist zum Beispiel, dass sie während der großen Hitze die Bewegungsaktivitäten verringern.

Die Ausnahme bilden jedoch die Rehe während der Paarungszeit, die Mitte Juli bis Mitte August stattfindet. So verfolgt auch in der größten Mittagshitze der Rehbock seine Geiß über Kilometer hinweg.

Hirsche baden meist in Seen und Flussläufen oder suhlen sich im Schlamm.

 

Hasen

Feldhasen sind Steppenbewohner und Hitze und Trockenheit gewöhnt. Sie geben ihre überschüssige Körperwärme über ihre großen, gut durchbluteten Ohren ab.

 

Wildschweine

Blog Wildtiere im Sommer WildschweinWildschweine wälzen sich in Schlammlöchern, denn Schlamm sorgt beim Verdunsten für angenehme Kühle und wehrt zudem noch lästige Parasiten wie Mücken, Bremsen oder Zecken ab.

 

Füchse

Füchse hecheln wie Hunde die Hitze im wahrsten Sinne des Wortes einfach weg. Dabei verdampft der Speichel über die Zunge und kühlt den Körper ab.

 

Auch den Vögeln ist heiß – doch sie schwitzen nicht

Hecheln, um sich abzukühlen, praktizieren auch Vögel, wenn ihnen unter ihrem Federkleid zu heiß wird. Außerdem suchen sie sich Wasserstellen wie Bäche und Flüsse, aber auch Pools und Kinderwasserbecken, um zu baden. Den Vögeln kann jeder und jede einzelne ganz einfach helfen. So stellen zahlreiche Vogelfreunde zum Beispiel für die gefiederten Freunde in ihren Gärten oder auf ihren Balkonen Vogeltränken als Bade- und Trinkgelegenheit auf. Eine ganz eigene Abkühlmethode hat hingegen der Storch. Er beschmiert seine langen dünnen Beine mit seinem eigenen, hellen Kot. Dieser verdunstet aufgrund der Sonneneinstrahlung, trocknet ein und wirkt kühlend.

 

Rücksicht kann helfen

Die meisten Wildtiere verlegen ihre Aktivitäten, wie die Suche nach Futter, während des Hochsommers vor allem in die frühen Morgen-  oder in die späten Abendstunden, wenn es kühler ist und der Wald auch von Sportlern und Spaziergehern sowie Schwammerlsuchern nicht mehr genutzt wird. Im Sommer appellieren wir Jäger daher besonders an die Freizeitnutzer. Bitte gönnen Sie den ohnedies gestressten und oftmals vor Hitze geschwächten Tieren Ruhe, damit sie ihren Aktivitäten nachkommen können und ein achtsames Miteinander im Wald möglich ist.

 

Mehr zum Thema finden Sie auf der Internetseite des OÖ Landesjagdverbandes http://www.ooeljv.at/jagd-in-ooe/weil-jagd-mehr-ist/jagd-ist-verantwortung-an-wild-und-lebensraum/

Im Interview: Jungjägerin über die Jagdprüfung

Jungjägerin Christina MoserAlljährlich finden in Oberösterreich von April bis Juni die Jagdprüfungen statt. Dieses Jahr haben 532 Jungjägerinnen und Jungjäger die theoretische und praktische Prüfung erfolgreich geschafft. Eine davon ist Christina Moser, die in einem Interview mit Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner ihre Erfahrung mit der Jagdprüfung teilt.

 

Liebe Christina, wie bist du überhaupt zur Jagd gekommen und was hat dich dazu bewogen, die Jagdprüfung abzulegen?

Ich arbeite mittlerweile seit fast vier Jahren beim OÖ. Landesjagdverband im Sekretariat. Kurz darauf lernte ich meinen Freund kennen, der zufällig auch Jäger ist. Er nahm mich immer ins Revier mit. Dadurch bin ich überhaupt auf die Idee gekommen, die Jagdprüfung zu machen. Vor allem in der Natur zu sein gibt mir viel.

 

Was hat sich für dich seit dem Ablegen der Jagdprüfung verändert?

Mittlerweile nehme ich die Natur ganz anders wahr. Dadurch, dass wir für die Jagdprüfung umfangreiche Stoffgebiete lernen mussten, wie beispielsweise Wildtiere und Pflanzen und verschiedenste Vogelarten, fallen einem diese natürlich dann auf.

 

Hat dich der Kurs gut vorbereitet?

Ja, absolut. Der Kurs, der uns theoretisch als auch praktisch auf die Prüfung optimal vorbereitet hat, hat fünf Monate gedauert. Für mich persönlich war es von Jänner bis Mai eine anspruchsvolle Zeit, der Kurs fand zweimal die Woche statt, am Mittwochabend und am Samstagvormittag. Ab April war der Samstagskurs ganztägig und es kamen noch ein paar zusätzliche praktische Übungen dazu.

 

Wie hast du die Jagdprüfung empfunden?

Die Prüfung an sich war theoretisch sehr umfangreich. Es gab viele verschiedene Themengebiete und es war dementsprechend viel zu lernen.  Der größte Lernaufwand war für mich das Jagdgesetz. Das viele Lernen hat sich aber ausgezahlt!

Im praktischen Teil, also beim Schießen, mussten wir einerseits zwei von zehn Tontauben treffen und andererseits bei der Kugel in die Mitte einer Zielscheibe treffen. Das Tontaubenschießen war für mich zwar zuerst eine Herausforderung, wir wurden aber im Laufe des Kurses darauf gut vorbereitet.

 

Was würdest du angehenden Jungjägerinnen und Jungjägern zur Prüfung raten?

Auf jeden Fall bald genug zu lernen beginnen. Den Stoff darf man nicht unterschätzen. Immerhin muss man nicht nur weidmännische Fachbegriffe, sondern auch die Biologie eines jeden Wildtieres verstehen. Das Mitlernen im Kurs hat mir das Lernen für die Prüfung ungemein erleichtert. Besonders wichtig ist die regelmäßige Anwesenheit im Kurs, denn oft sind von den Vortragenden wichtige Details, die nicht in den Unterlagen stehen, erwähnt worden. Für die Prüfung haben wir auch Lerngruppen gebildet.

 

Wirst du jetzt gleich alleine ins Revier gehen?

Nein, ich werde erst meinen Freund regelmäßig auf die Pirsch begleiten. Die Jagdprüfung ist eine solide Grundausbildung, allerdings gibt es noch vieles zu lernen. Alleine durch das Begleiten langjähriger Jäger wird einem ihre Erfahrung zuteil.

 

Eine Frage zum Abschluss: Was fasziniert dich an der Jagd?

Dass man die Zusammenhänge des Ökosystems gut verstehen lernt. Außerdem ist das stille Beobachten draußen etwas Besonderes für mich, da ich ohnehin sehr naturverbunden bin.

 

Vielen Dank Christina für das spannende Interview!

 

Unter dem Link https://www.fragen-zur-jagd.at/aus-dem-jagdleben/2017/jagdpruefungen/ sowie hier: https://www.fragen-zur-jagd.at/jaeger-werden/ finden Sie alles rund um den Weg zur Jungjägerin und zum Jungjäger.

Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner – Jagdblogger

Mein Name ist Herbert Sieghartsleitner. Seit 36 Jahren übe ich die Jagd in meiner Heimatgemeinde Molln aus und habe es von der Pike auf gelernt. Ich lebe mit meiner Frau und drei Kindern im Bezirk Kirchdorf und bin von Beruf Land- und Forstwirt. Seit 12 Jahren bin ich nun Bezirksjägermeister von Kirchdorf und die letzten sechs Jahre war ich Vertreter unseres Ehrenlandesjägermeisters Sepp Brandmayr. Ich freue mich, dass ich seit April 2019 die Funktion des oberösterreichischen Landesjägermeisters übernommen habe. Nicht nur das Amt des Landesjägermeisters, sondern auch meine Funktion als Jagdblogger ist neu für mich. In meinen Blogbeiträgen ist es mir ein besonderes Anliegen Ihnen die Jagd, wie ich sie erlebe, näherzubringen, denn die Jagd hat dann ihre Legitimation, wenn das Tun nachvollziehbar ist und sinnstiftend erklärt werden kann.

 

Mit der Natur bin ich seit jeher eng verbunden. Ich legte meine Jagdprüfung bereits mit 18 Jahren ab. Für mich ist die Jagd viel mehr, als Beute zu machen. Es geht um die Freude und die Achtung gegenüber der Natur, aber auch Hege und Schutz des Wildes und die Förderung des natürlichen Gleichgewichts in einer Kulturlandschaft. Für mich ist die Jagd eine Lebenseinstellung und bedeutet Verantwortung für den Wald und das Wild als auch Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Auch wenn es verschiedenste Zugänge  zur Jagd gibt, sollte es in unserem Tun immer um die Verantwortung für unsere heimischen Wildtiere und deren Lebensräume gehen.