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Scheue Jägerin: Die Wildkatze

Sie lebt im Verborgenen, ist scheu und jagt meist nachts: Die Rede ist von der Wildkatze. Spricht man von dieser, denken viele wohl zuerst an eine verwilderte Hauskatze. Dass aber die Wildkatze wirklich eine eigene Tierart ist, wissen die wenigsten. Wohl auch deswegen, weil dieses Tier in Österreich größtenteils als verschollen gilt.

 

Ursprünglich war die Europäische Wildkatze über weite Teile Österreichs verbreitet. Mitte des letzten Jahrhunderts verschwand diese Tierart aber von der Bildfläche: Falsche Annahmen über die Lebensweise der Wildkatzen führten zur Ausrottung. Mittlerweile beginnen sich die Bestände in Österreich langsam aber wieder zu erholen.

Zurückgezogene Lebensweise

Tagsüber schläft sie, erst in der Dämmerung und nachts begibt sich die Wildkatze auf die Pirsch. Sie jagt grundsätzlich Tiere, die kleiner sind als sie selbst. Ins Beuteschema fallen daher typischerweise Wühl- und Waldmäuse. Auf dem Speiseplan stehen aber auch Ratten, Vögel, Fische und Insekten –  in Notzeiten greift das scheue Tier auch auf Aas zurück. Oberösterreichisches Wild – beispielsweise Reh(-kitze) – sind für die Wildkatze, wie im vorigen Jahrhundert angenommen, nicht interessant. Ab und zu wird wohl ein Feldhase, ein Fasan oder Rebhuhn erbeutet, aber nennenswerte Verluste durch die Wildkatze sind eher nicht zu verzeichnen.

 

Die Wildkatze hat besondere Ansprüche an ihren Lebensraum: Sie bevorzugt aufgrund ihrer scheuen Natur zusammenhängende Laub- und Laubmischwälder, die ein gemäßigt kontinentales bis mediterran warmes Klima aufweisen. Dichtes Gebüsch und angrenzende Wiesen zählen auch zum bevorzugten Lebensraum des Tieres. Wildkatzen, manchmal auch Waldkatzen genannt, ist es vor allem wichtig, Wälder mit komplexen Strukturen zu besiedeln. So findet sie die benötigten Rückzugsmöglichkeiten sowie versteckte Aufzuchtsplätze für ihre Jungen vor.

Wildkatzen bringen ein- bis zweimal pro Jahr zwischen März und Mai zwei bis vier Junge in einem sicheren Versteck zur Welt. Sind die Jungtiere drei Monate alt, beginnt das Muttertier ihren Nachwuchs mit auf die Pirsch zu nehmen. Mit sechs Monaten verlässt der Nachwuchs die Mutter.

Wildkatze_Verena Radler

Foto: Verena Radler

Verwechslungsgefahr: Wild- oder Hauskatze?

Die Wildkatze stammt nicht etwa von der Hauskatze – die damals von den Römern aus Afrika mitgebracht wurde – ab, sondern geht auf europäische Wurzeln zurück. Die Unterscheidung der beiden Tierarten ist aber selbst für Experten manchmal schwierig. Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale sind:

 

MerkmalWildkatzeHauskatze
FellDichtes, dickes Fell; grau mit ockerfarbenem Tonverschieden
KörperbauBreiter, wuchtiger Kopf; dicke LäufeSchlank wirkend
SchwanzBuschig, sehr lang, schwarze Ringekurzhaarig
NasefleischfarbenMeist dunkler
KopfformBreite Schnauzenform, engstehende AugenSchlanke Schnauzenregion

Titelfoto: Josef Limberger

Mit vierbeinigem Partner auf der Pirsch

Hunde sind als Helfer im alltäglichen Jagdbetrieb seit Jahrhunderten an der Seite der Jägerin oder des Jägers. So helfen die Hunde beispielsweise beim Auffinden von verunfalltem oder erlegtem Wild, ist doch das schnelle Finden des Wildes nach dem Erlegen oberstes Gebot in der Jagd. Jagdhunde sind für uns Jäger nicht nur tolle Weggefährten in Alltagssituationen, sondern auch unentbehrliche Helfer bei der Jagd. Erst durch sie wird ein umfangreiches und weidgerechtes Jagen möglich.

Eine Frage des Charakters

Je nach Rasse unterscheiden sich die Charaktere der Jagdhunde. Die Hunde werden in folgende Kategorien unterteilt: Erdhund, Schweißhund, Vorstehhund, jagender Hund und Stöber- bzw. Apportierhund. Während bei Vorstehhunden ein überaus hoher Gehorsam nötig ist, brauchen Schweißhunde einen Fährtenwillen und ein gutes Konzentrationsvermögen. Was aber bei allen Jagdhunderassen im Vordergrund steht, ist die regelmäßige Auslastung und Beschäftigung .

Für Hunderassen, die für die Jagd gezüchtet, aber nicht in ihrem Fachgebiet eingesetzt werden, ist es wichtig, dass sie nur in erfahrene und kompetente Hände, die den Hund richtig beschäftigen können, abgegeben werden.

Jagdhund und Jäger verstehen sich blind

Die Ausbildung zum Jagdhund beginnt bereits im Welpenalter durch spielerisches Heranführen an Gehorsam und bestimmte Übungen. Gewisse Anlagen sind dem Hund angewölft, also angeboren. Ein gewisser Jagdtrieb steckt in allen Rassen und durch die Ausbildung und die Führungseigenschaften des Herrchens oder Frauchens werden die unterschiedlichen Anforderungen gefestigt. Die Grundvoraussetzung für einen guten Jagdhund ist Gehorsam. Denn bei der Jagd muss oftmals eine Handbewegung reichen, damit der Hund weiß, was der Jäger meint und dies auch unverzüglich ausführen kann. Bei den verschiedenen Schulungen und Kursen lernen Mensch und Hund miteinander zu kommunizieren. Die ordentliche Verrichtung der Jagdaufgaben erfordert fundiertes Wissen – dieses vermitteln wir den Hundeführern als auch ihren vierbeinigen Gefährten bei den regelmäßig stattfindenden Kursen.

Die Überwinterungsstrategien der heimischen Wildtiere

In Oberösterreichs Wäldern sieht man auch im Winter heimisches Reh- und Rotwild, Wildschweine, Füchse und Feldhasen – doch einige andere Wildtierarten verschwinden gerade in der kalten Jahreszeit von der Bildfläche. Insekten, Eichhörnchen oder Murmeltiere ziehen sich zum Beispiel in verschiedene Überwinterungsarten – wie etwa die Winterstarre, der Winterschlaf oder die Winterruhe – zurück. Wieso sich manche Tiere in die genannten Ruhephasen begeben, konnte bis heute wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt werden. Fest steht, dass es nicht nur an der Tageslänge oder dem im Winter vorherrschenden Nahrungsmangel liegt, sondern viel eher an der „inneren“ Uhr sowie hormonellen Schwankungen.

Winterschlaf

Als wohl bekannteste Überwinterungsstrategie gilt der Winterschlaf. Kleine Säugetiere fressen sich im Herbst Energiereserven an, ehe ihre innere Uhr ihnen vorgibt, sich Verstecke zum Überwintern – wie beispielsweise Laubhaufen, Höhlen oder Dächer – suchen. Ist die perfekte Unterkunft gefunden, so werden bestimmte Körperfunktionen zurückgefahren. Die Körpertemperatur sinkt  und passt sich der Umgebungstemperatur an. Zudem wird der Stoffwechsel stark verlangsamt, der Rhythmus des Herzschlages und die Atemfrequenz deutlich verringert. Die Tiere laufen dennoch nicht Gefahr, zu sterben: Aufgrund der vorangegangenen Feistzeit haben die Winterschläfer genügend Fettreserven, um durch den Winter zu kommen.

Wer glaubt, dass die Tiere den ganzen Winter komaartig durchschlafen, der irrt: Manchmal wachen die Tiere auf, um nach Nahrung zu suchen oder zu urinieren bzw. zu koten. Nach dem Winterschlaf sind die Tiere selbst in der Lage, ihre Körperfunktionen selbst wieder zu aktivieren. Die Dauer des Winterschlafes entscheidet die innere Uhr der Tiere.

Beispiele: Fledermäuse, Murmeltiere, Haselmäuse, Spitzmäuse, Siebenschläfer, Igel

Übrigens: Auch Haustiere – wie beispielsweise der Hamster – halten Winterschlaf.

Winterruhe

Auch bei der Winterruhe drosseln die Wildtiere ebenfalls ihre Körperfunktionen auf ein Minimum und ziehen sich in passende Verstecke – wie Höhlen oder gar Dachböden – zurück.  Die Tiere legen Ruhe- und Schlafphasen ein, die durch häufige Nahrungssuchen unterbrochen werden. Der Unterschied zum Winterschlaf: Die Körpertemperatur der Wildtiere bleibt gleich, während sich Herzschlag und Atemfrequenz leicht senken. In ihren Verstecken bleiben sie fünf bis sieben Monate, ehe die Tiere wieder aufwachen. Beim Aufwachprozess sind sie also wieder schnell auf den Beinen.

Beispiele: Bären, Dachs, Eichhörnchen, Biber

Schon gewusst? Die Sommerruhe ist ein ähnliches Phänomen wie die Winterruhe. Bei dieser senken die Tiere, welche meist in den Tropengebieten leben, ebenfalls ihre Stoffwechselfunktionen ab. Bei Wassermangel begeben sich beispielsweise Weinbergschnecken in die Sommerruhe.

Winterstarre

Ohne Frage ist die Winterstarre die „Intensivste“ der drei Überwinterungsarten. Dabei erstarren die meist wechselwarmen Tiere im wahrsten Sinne des Wortes – sie „schlafen“ also während der gesamten kalten Jahreszeit. Wie beim Winterschlaf, passt sich ihre Körpertemperatur der Umgebung an. Das Besondere an der Winterstarre: Tiere in der Winterstarre können – ganz im Gegensatz zu Tieren im Winterschlaf – auch mit Minusgraden umgehen. Biologisch ist dies möglich, da diese Tiere eine Art „Frostschutzmittel“ eingebaut haben. Die Tiere wachen auch nicht selbstständig auf; erst durch die Sonne bzw. durch steigende Temperaturen können sie sich von der Winterstarre befreien.

Beispiele: Amphibien, Insekten, Eidechsen, Fische, Schildkröten

Ruhe- und Rückzugsbereiche der Wildtiere respektieren

Der Lebensraum der Wildtiere wird von den Menschen durch diverse Aktivitäten immer mehr genutzt. Daher bittet der OÖ Landesjagdverband im Namen der gesamten Jägerschaft alle Sportbegeisterten und Naturliebhaber während der Wintermonate besonders auf die Ruhe- und Rückzugsbereiche der Wildtiere zu achten und diese zu meiden.

Die Wildtiere haben meistens gute Verstecke; sollten sie doch gefunden bzw. geweckt werden, so kostet das viel Energie. Ein Aufwachen kann sogar den Tod der Tiere bedeuten.

Die Bereiche, wo Ruhe besonders wichtig ist, sind beispielsweise Fütterungen (für Rehe und Hirsche sowie mancherorts Feldhasen) und Gebiete, wo Tiere wie Hasen, Gämsen, Birk-, Auer- und Schneehühner sowie Rebhühner und Fasane ihre natürlichen Nahrungsquellen aufsuchen. Gerade in den Wintermonaten ist es wichtig, dass die Tiere nicht gestört werden, um so ihre Energiereserven bestmöglich einsetzen zu können.

Eine artgerechte Zufütterung durch die Jäger erleichtert den Wildtieren das Überleben

Mit einer ordentlichen und artgerechten Wildtierfütterung bietet die oö. Jägerschaft eine wichtige Unterstützung. Dabei geht es maßgeblich um den jagdlichen Tierschutzgedanken, jagdrechtliche Aspekte, aber auch um die gezielte Lenkung von Wildtieren zur Vermeidung von Wildschäden.

So können Sie heimische Überwinterer unterstützen

Sollten Sie Ihren Gartenbewohnern einen Unterschlupf für den Winter bieten wollen, ist es wichtig, den Tieren einen naturnahen Zufluchtsort zu bieten. So sind für Igel beispielsweise Laubhaufen ideal und Eichhörnchen finden während ihrer Winterruhe in Baumhöhlen Zuflucht. Insekten wird der Winter beispielsweise mit eigenen Insektenhäusern erleichtert.

Immer mehr Frauen auf der Pirsch

Die Jagd wird weiblicher

Die Griechen nannten sie Artemis, die Römer Diana – die Göttin der Jagd. Blickt man in der Geschichte zurück, so zeigt sich, dass die Jagd keineswegs eine reine Männerdomäne war und die Jagdfähigkeiten der Frauen früher hoch geschätzt wurden. Ein aktueller Trend bestätigt, dass immer mehr Frauen die Welt der Jagd für sich erobern. Mehr als 19.700 Jägerinnen und Jäger üben in Oberösterreich das Weidwerk aus, der Frauenanteil liegt bei rund 10 Prozent.

Steigende Frauenquote bei Jagdprüfungen

Bei den jährlich im Frühling stattfindenden Jagdprüfungen, zeichnet sich der Trend deutlicher ab. Waren 2017 bereits 16 Prozent der Anwärter weiblich, stieg der Frauenanteil 2018 auf rund 20 Prozent an. Letztes Jahr konnte der OÖ Landesjagdverband einen weiteren Anstieg verzeichnen: 2019 lag der Frauenanteil bei den Jagdprüfungen bei 24 Prozent, das sind rund 162 Frauen.

Jungjägerin Christina Moser

Der OÖ LJV führt diese Entwicklung auf das steigende Bewusstsein am umweltorientierten Leben zurück. „Generell widmen sich junge Leute – egal ob Mann oder Frau – mittlerweile mehr einem ökologisch nachhaltigen Lebensstil. Dazu gehört natürlich auch die regionale Herkunft des Fleisches, die oftmals Frauen beschäftigt“, erklärt Mag. Christopher Böck, Geschäftsführer des oberösterreichischen Landesjagdverbandes.

Frauen jagen aus anderen Gründen

„Der oberösterreichische Landesjagdverband freut sich über den konstanten Zuwachs an Jägerinnen. Wir sind zuversichtlich, dass die Quote in der Zukunft weiterhin steigen wird und die Frauen auch das Bild der Jagd maßgeblich mitgestalten“, freut sich Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner über die jüngsten Entwicklungen und ergänzt: „Wir merken, dass Frauen grundsätzlich andere Motive als Männer haben, die Jagdprüfung abzuschließen. Das steigende Interesse der Damenwelt an den komplexen Zusammenhängen der Natur spielt eine große Rolle bei der Entscheidung, den Jagdkurs zu besuchen.“

Einige Frauen legen die Prüfung nicht um der aktiven Jagd willen ab, sondern halten sich gerne in der Natur auf und leben die jagdlichen Bräuche.

 

 

 

Die Winterruhe im Revier

Ruhezeit für das Wild

Der Winter ist eingekehrt und hat Österreich fest im Griff. Gerade dann, wenn für das heimische Wild die Notzeit in der Kulturlandschaft mit Schnee und Eis anbricht, gewinnt die Hege der Jägerinnen und Jäger eine besondere Bedeutung. Die Jägerschaft kümmert sich um das heimische Wild und deren Lebensräume, und trägt in Zusammenarbeit mit den Landwirten in der Ausübung der Wildhege und -pflege sowie der Eindämmung von Wildschäden eine große Verantwortung für den Natur- und Tierschutz.

 

Bitte keine Störung der Ruhephasen

In der Evolution haben sich Reh, Hase und Co. so entwickelt, dass sie in der kalten Jahreszeit überleben können. Für Wildtiere sind die Wintermonate eine Zeit, in der sie ihre Energiereserven bestmöglich einsetzen müssen. Viele der heimischen Tiere sind daher „Energiesparer“, wie unter anderem das Rotwild. Im Winter fahren die Tiere ihren Stoffwechsel so weit herunter, dass die körpereigene „Heizung“ auf Sparflamme läuft. Bei den derzeitigen Verhältnissen kommt es durchaus vor, dass Rotwild, aber auch andere größere Wildarten täglich für einige Stunden in eine temporäre Kältestarre fallen, um den Energieverbrauch zu reduzieren.

 

Um in den kalten Wintertagen überleben zu können, drosseln die Tiere ihre Körpertemperatur, ihren Herzschlag und ihre Atmung. Anstatt 60 bis 70 Mal pro Minute schlägt das Herz lediglich 30 bis 40 Mal. Auch das Nahrungsangebot im Winter ist weniger energiereich und knapper als im Frühjahr oder Sommer. Um bei der kargen Nahrung überleben zu können, passt sich auch die Verdauung an die winterlichen Lebensumstände an und fasst um 60 Prozent weniger als in der nahrungsreichen Zeit.

Winterreh_Ch. Böck

Fütterung im Winter notwendig

Da Gräser, Kräuter oder Flechten bei Schnee nur sehr schwer zu finden sind, stellt die Jägerschaft den heimischen Wildtieren im Winter Futter in Trögen oder Krippen zur Verfügung. Diese wichtige Aufgabe sollte regelmäßig so erfolgen, dass das Futtermittel niemals knapp wird und das Überleben der Populationen in den meist schneereichen Wintermonaten gewährleistet ist. Das Wichtigste ist eine artgerechte Fütterung. Falsches Futter kann für Reh, Hase und Co. hingegen  lebensgefährlich werden. Denn Fütterungs- und Futterfehler können zum Tod der Wildtiere führen. Durch zum Beispiel altes Brot oder Küchenabfälle, die Leute gutgläubig in den Wald bringen, wird die Verdauung von Rehen und Hirschen enorm beeinträchtigt und die Tiere werden krank. Es wird nicht gefüttert, sondern vergiftet!

 

Die oberösterreichischen Jägerinnen und Jäger sind neben dem Schutz des Wildes in Notzeiten, diese kann auch im Sommer bei enormer Hitze sein, auch sehr auf den Schutz des Waldes bedacht. Ruhe- und Rückzugsbereiche der Feld-, Wald- und Gebirgsbewohner zu respektieren, kommt nicht nur den Tieren, sondern auch dem Wald zugute. Denn gerade im ausklingenden Winter kann es im Wald zu zahlreichen Wildschäden an jungen Bäumen kommen.

 

Wildtiere brauchen im Winter Unterstützung

In unserer Kulturlandschaft und dem regen Miteinander im natürlichen Lebensumfeld der Wildtiere ist für uns Menschen unerlässlich, es ihnen nicht noch zusätzlich schwer zu machen. Der Lebensraum der Wildtiere wird von den Menschen durch Aktivitäten wie Skitourenlauf, Langlauf oder Schneeschuhwandern immer mehr und immer intensiver genützt. Wird durch das Eindringen in die Lebensräume der Tiere die Winterruhe gestört, brauchen die Tiere viel Kraft und Energie, um wegzulaufen. Beim Flüchten kann es dann zudem vorkommen, dass sich die Wildtiere an den schroffen Eis- und Schneeflächen die Läufe und Pfoten verletzen.

 

Die Jägerschaft appelliert daher besonders im Winter an das Bewusstsein der Bevölkerung:

  • Bitte bleiben Sie beim Schlittenfahren und beim Spaziergang durch den Wald und v.a. am Waldrand oder entlang von Hecken auf den ausgewiesenen Wegen und Routen.
  • Leinen Sie Ihre vierbeinigen Freunde in diesen Bereichen an und
  • blieben Sie in den Morgen-, Abend- und Nachstunden diesen Lebensräumen fern,

damit das Wild seinen natürlichen Gewohnheiten nachgehen kann.

 

 

Mehr zum Thema finden Sie auf der Internetseite des OÖ Landesjagdverbandes unter http://www.ooeljv.at/wild-und-natur/jagd-naturschutz/

 

Das Jagdsystem erklärt: Wer darf wo jagen?

Dürfen Jäger eigentlich überall jagen? Darf ein Jäger auch in meinem Garten jagen? Vielleicht haben Sie sich diese oder ähnliche Fragen bereits selbst gestellt. In diesem Blogbeitrag erklärt Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner das System der Jagd in Oberösterreich.

Jagen in Oberösterreich ist kein Privileg. Die Voraussetzung dafür ist der Besitz einer gültigen oberösterreichischen Jagdkarte. Um diese zu erlangen, muss der Nachweis eines entsprechenden theoretischen und praktischen Wissens über Jagdrecht, Wildkunde, Wildökologie und Grundzüge der Land- und Forstwirtschaft, Waffen- und Schießkunde, Jagdhunde, angewandter Naturschutz usw. erbracht werden.

Das Jagdrecht erfließt aus dem Grundeigentum und ist mit diesem verbunden. Jagdberechtigte sind also alle Grundbesitzer mit einem land- und forstwirtschaftlichen Einheitswert. Wenn diese aber nicht selbst berechtigt sind die Jagd auszuüben, muss das Jagdgebiet verpachtet werden. Die Pächter (Jagdausübungsberechtigte) müssen dann jährlich Jagdpacht an den Grundeigentümer entrichten.
Die Jagdgebiete sind eingeteilt in Eigen- und Genossenschaftsjagden. Die Grundstücke eines Gemeindegebietes, die nicht zu einer Eigenjagd gehören, bilden abzüglich z.B. von landwirtschaftlichen Wildgehegen das genossenschaftliche Jagdgebiet. Es gibt auch Orte an denen die Jagd ruht: z.B. auf Friedhöfen, öffentlichen Anlagen (Parks), in Gebäuden, Werksanlagen, Höfen und Hausgärten, die durch eine Umfriedung (Mauer, Zaun) abgeschlossen sind.

 

Darf der Jäger auch in meinem Garten jagen?
Grundsätzlich darf keine Jägerin bzw. kein Jäger einfach Ihren umfriedeten (eingezäunten) Hausgarten betreten, um Wild zu jagen. Ist dies aus ganz bestimmten Gründen jedoch einmal erforderlich bzw. notwendig, so tritt der zuständige Revierjäger im Vorfeld an den Grundbesitzer heran und sucht das Gespräch, um zu einer gemeinsamen Lösung zu gelangen.

Anders sieht es bei eingezäunten Weideflächen aus, diese Zäune dürfen schon übertreten werden, um darin zu jagen. Natürlich nur, wenn dadurch keine Menschen oder Nutztiere gefährdet werden, denn die Sicherheit geht immer vor.

 

Wie groß ist das Revier eines Jägers?
Es hängt von der Größe des Jagdgebietes ab, wie viele Jäger darauf jagen. Je größer die Jagdgebiete, desto mehr Jäger werden natürlich dafür benötigt; die Anzahl der Jagdpächter ist aber gesetzlich begrenzt. Eigenjagden müssen mindestens eine Fläche von 115 Hektar aufweisen. Genossenschaftliche Jagdgebiete reichen bis zu mehreren tausend Hektar Fläche.

 

Woher wissen Jäger, wie viel Wild sie erlegen dürfen?
Prinzipiell gilt der Grundsatz der nachhaltigen Jagd! In den letzten 100 Jahren ist keine Tierart durch die Bejagung verschwunden! Für wiederkäuende Huftierarten wie Rehe oder Hirsche gibt es von der Behörde gesetzlich festgelegte Abschusspläne. Jedes Jahr gegen Ende des Winters bzw. Beginn des Frühlings findet eine gemeinsame Begehung mit Vertretern der Grundbesitzer und der Jägerschaft sowie des Forstdienstes der Bezirksverwaltungsbehörde statt. Dabei werden sog. Vergleichs- und Weiserflächen begutachtet und anhand des Waldzustandes dann der Abschussplan für das kommende Jagdjahr erstellt. Wie viel Wild in einem Jagdgebiet erlegt werden muss, hängt also mit dem Zustand der Vegetation zusammen. Die Jägerschaft ist gesetzlich dazu verpflichtet, diese Mindestpläne zum Schutz der Natur, aber auch des Wildes einzuhalten.

 

Darf ich selbst im Garten oder im benachbarten Wald jagen?
Hier ist die Antwort ein klares Nein. Um die Jagd ausüben zu dürfen, muss man im Besitz einer gültigen Jagdkarte sein. Allerdings darf der Besitzer in seinen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden sowie in umfriedeten Hausgärten sogenanntes schädliches Wild (wie Füchse, Marder, Iltisse und große Wiesel) fangen und/oder töten, wenn sonst Schäden an seinem Eigentum entstehen könnten.

 

Sie haben Fragen zur Jagd!? Wir freuen uns über Anfragen über die Website unter https://www.fragen-zur-jagd.at/kontakt-impressum/

Diagnose Marderbiss: Wieso beißen Marder in Autokabel?

Eigentlich sehen sie ja ganz putzig aus. Leider haben sie eine eigenartige Vorliebe, die so manchen Menschen zur Weißglut bringen: Sie zerbeißen Autokabeln sowie -schläuche und verursachen dadurch oftmals Schäden an Fahrzeugen. Die Rede ist von Mardern.

 

In den vergangenen Jahren hat es nicht nur vermehrt Wildschweine, Rehe und Waschbären, Rabenkrähen und Ringeltauben in Oberösterreichs Städte verschlagen, sondern eben auch die Steinmarder. Diese haben die Scheu vor menschlichen Behausungen und eben Fahrzeugen mittlerweile beinahe ganz abgelegt und so ist es kein Zufall, dass diese sogenannten Kulturfolger oft in Garagen oder Dachböden leben und für Unruhe sorgen.

 

Doch wieso beißen Marder überhaupt in Autokabeln?
Marder Motorhaube, ÖAMTCViele Marder suchen Unterschlupf in KFZ, denn sie finden das Ambiente im Auto toll: Dort ist es gerade in den kalten Jahreszeiten warm, erholen sich dort idealerweise und finden Schutz.

Entgegen des weit verbreiteten Glaubens, dass die frechen Räuber die Kabeln aus Lust am Plastik anknabbern, hängt das Anknabbern der Kabel mit der Biologie der Tiere zusammen: Einerseits sind die Tierchen neugierig und andererseits weisen Marder aufgrund ihres Sozialverhaltens einige Eigenheiten auf. So findet die Paarungszeit dieser Tierart von Juni bis August statt; das ist genau die Zeit, wo beim OÖ Landesjagdverband (OÖ LJV) viele Anrufe dahingehend eingehen. Die Tiere hinterlassen nämlich Duftmarken, die andere Marder insbesondere zur Paarungszeit aggressiv machen. Um ihr Revier zu verteidigen, beschädigen sie dann Kabel, Schläuche und andere Kunststoffteile durch regelrechte Beißattacken.

 

Wie vermeide ich nun jene ungewollten Gäste?

Oft richten Marder nicht nur beim Auto Schäden an, sondern auch am Dachboden in Form von Kot- und Urin-Ansammlung oder Beutereste. Leben die kleinen Vierbeiner in Ihrem Haus, kann dies zudem oftmals zu einer ungewollten Lautstärke führen. Ob Auto oder Dachboden, ich gebe Ihnen einige Tipps zum Verjagen der Marder:

  1. Sich das natürliche Verhalten der Tiere zu Nutze machen:
    Da Marder mit einem sehr empfindlichen Gehör ausgestattet sind, kann ein Ultraschallgerät in vielen Fällen eine Lösung sein. Obwohl wissenschaftlich nicht bewiesen, sorgt die störende Frequenz oft dafür, dass die Tiere ihre Unterkunft verlassen.
  2. Vergrämungsmethoden:
    Eine andere Lösung könnte ein Stück engmaschiger Drahtzaun sein, den man unter den Motorbereich des Autos legt. Marder fühlen sich unwohl, wenn sie diesen betreten müssen. Auch eine Dauerbeschallung mittels Radio, das Durchstreifen desselben durch einen Hund (kann auch ein „Gasthund“ sein) oder das komplette Verändern des Dachbodens kann zu einer Besserung führen.
  3. Menschlicher Jäger:
    Sollten die oben genannten Tipps noch immer nicht zum Erfolg führen, so empfiehlt der OÖ LJV, sich an den örtlichen Jäger oder die örtliche Jägerin zu wenden. Dieser oder diese steht Ihnen unterstützend zur Seite. Unter ooeljv.at finden Sie die Kontaktdaten des Sekretariats, das Ihnen gerne den Kontakt der zuständigen Jagdleitung mitteilt.

 

Im Interview: Der Landesjägermeister über seine Aufgaben

Im April wurde Herbert Sieghartsleitner zum neuen oberösterreichischen Landesjägermeister gewählt. Der 54-Jährige, der seit über 36 Jahren die Jagd ausübt und von 2013 bis 2019 stellvertretender Landesjägermeister war, beantwortet in einem Interview Fragen zu seinem nunmehrigen Aufgabenbereich.

 

Lieber Herr Landesjägermeister Sieghartsleitner, was ist Ihre Hauptaufgabe als Landesjägermeister?

Gemeinsam mit meinen Stellvertretern BJM Ing. Volkmar Angermeier und Ing. Andreas Gasselsberger, dem Delegierten des Bezirkes Ried, repräsentiere ich in der Rolle des Landesjägermeisters für die nächsten sechs Jahre den OÖ. Landesjagdverband und dessen rund 19.400 aktive Jägerinnen und Jäger nach außen. Dieser repräsentativen und auch fachlichen Aufgabe komme ich bei zahlreichen Veranstaltungsbesuchen, Verhandlungen, Besprechungen etc. meist täglich nach.

Welche Dinge fallen dabei in Ihren Aufgabenbereich?

Grundsätzlich verantworte ich neben der Repräsentation der gesamten Jägerschaft Oberösterreichs zahlreiche Aufgaben wie beispielsweise den Vorsitz des Vorstands des OÖ. Landesjagdverbandes, bei Landesjagdausschusssitzungen, dem höchsten Gremium des OÖ LJV, und im Landesjagdbeirat. Ich leite zudem die Geschäfte mit Hilfe des Geschäftsführers Mag. Christopher Böck und vollziehe die Beschlüsse des Landesjagdausschusses und des Vorstandes.

 

Meine Aufgabenbereiche sind weitreichend und mit vielen Beteiligten vernetzt. Eine meiner Kernaufgaben ist bestimmt die bestmögliche Abstimmung mit Grundeigentümern, also den Land- und Forstwirten, deren Vertretung in der Landwirtschaftskammer und unseren politischen Verantwortungsträgern. Themenbereiche wie Öffentlichkeitsarbeit sowie Aus- und Weiterbildung werden mich in den nächsten Jahren besonders beschäftigen.

 

 

 

Welche Ziele haben Sie sich in Ihrer Amtszeit gesetzt?

Meine klare Zielsetzung ist, die vielfältigen und großartigen Leistungen der Jägerschaft als besonderen Wert für die Gesellschaft zu benennen und damit das Ansehen der Jagd und jenes der Jägerinnen und Jäger zu stärken. Denn die Jagd ist nicht nur unsere große Leidenschaft, sondern auch ein wichtiger Beitrag für die Allgemeinheit. Besonders wichtig ist mir dabei, den Dialog zur nichtjagenden Bevölkerung zu intensivieren und den Wert der Jagd für unsere Gesellschaft darzustellen. Auch möchte ich die Kommunikation zwischen den Jägern fördern. Besonders am Herzen liegt mir das Thema Frauen in der Jagd. Sie haben in den letzten Jahren die Jagd intensiv mit- und neu gestaltet. Zwei weitere große Themen, die wildökologische Raumplanung und der Forst-Jagd-Dialog, gehören ebenfalls zu meinen Hauptaufgaben.

 

 

Sie haben die Themen wildökologische Raumplanung angesprochen. Worum geht es dabei konkret?

Eine große Herausforderung in den kommenden Jahren ist die Schaffung von Rückzugsgebieten für unsere Wildtiere, also eine wildökologische Raumplanung. Die OÖ. Jägerschaft beschäftigt schon länger, dass der Druck im Naturraum – der zum Teil bereits intensiven Kulturlandschaft, begrenzt ist und von dem es keinen zweiten gibt – immer weiter wächst. Neben der Jagd sowie der Land- und Forstwirtschaft gibt es natürlich auch zahlreiche andere Nutzer, die sich in der Natur bewegen. Dafür haben wir volles Verständnis. Was wir fordern, ist aber eine gewisse Ordnung. Wir brauchen diese wildökologische Raumplanung, damit der oberösterreichische Naturraum auch für die nächsten Generationen erhalten bleibt. Dafür ist ein Schulterschluss zwischen allen Naturraumnutzern und Lebensraumgestaltern erforderlich.

 

Unsere heimischen Wildtiere als auch die nachhaltige Jagd haben dann eine Zukunft, wenn sie Teil einer umfassenden Abstimmung mit allen Naturraumnutzern und Lebensraumgestaltern sind. Hierfür benötigen wir eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Grundbesitzern aus der Land- und Forstwirtschaft, Politik und uns Jägerinnen und Jägern. Für mich stellt die wildökologische Raumplanung ein Kernprojekt für die Zukunft dar. Die relativ ungestörten Lebensräume werden immer knapper, weil die Ansprüche der Menschen immer mehr werden. Wir benötigen jetzt eine geordnete Einteilung und Nutzung der Lebensräume. In zehn Jahren ist vieles zu spät.

Jagdbare Wildart: Die Wildtaube

Denkt man an Tauben, so kommen einem meistens die zahlreichen „Stadtbewohner“ in den Sinn. Gerade in größeren Städten, wie beispielsweise Linz, fallen die Vögel mitunter ungut auf. Diese fallen jedoch nicht in den Aufgabenbereich der oberösterreichischen Jägerinnen und Jäger. Die heimische Jägerschaft beschäftigt sich nämlich mit den Wildtauben.

In Oberösterreich kommen folgende vier Wildtaubenarten regelmäßig vor: Die Hohltaube, die Turteltaube, die Türkentaube und die Ringeltaube. Letztere ist die größte und ist somit für die Jagd – und die Kulinarik – am interessantesten. Was alle vier gemeinsam haben: Sie zählen zu den jagdbaren Wildtierarten, wobei Hohl- und Turteltauben aber das ganze Jahr über geschont sind.

Natürliche Verbreitung: Wo sind Tauben in Oberösterreich anzutreffen?

  1. Die Ringeltaube besiedelt Feldgehölze, kleine Wälder, Bestandsränder größerer Waldungen, Alleen und Einzelbäume. Ein wesentliches Merkmal ist das Vorhandensein von nahrungsbietenden offenen Flächen, vor allem von Äckern und Wiesen. Als Zugvogel tritt die Ringeltaube während des Zuges häufig in großen Schwärmen auf. Sie ist fast in ganz Oberösterreich anzutreffen.
  2. Die Hohltaube ist deutlich kleiner und hat einen kürzeren Stoß, also Schwanz, als die Ringeltaube. Ausschlaggebend für das Vorkommen der Hohltaube sind neben Krautfluren vor allem Wälder mit geeigneten Nisthöhlen. D.h., in unserem Wirtschaftswald ist die Hohltaube weitgehend vom Vorkommen des Schwarzspechtes abhängig, dessen Bruthöhlen sie in der Folge besiedelt. In Oberösterreich ist die Hohltaube nur in tieferen Regionen Brutvogel.
  3. Die Turteltaube, die kleinste heimische Taubenart, bewohnt die trockenwarmen Ackerbaugebiete des Tieflandes und der Hügellandschaften. In den großen Tallandschaften ist sie nur lokal Brutvogel. Die Turteltaube ist ebenso Zugvogel, der in den afrikanischen Savannengebieten überwintert.
  4. Die Türkentaube hat in den letzten 50 Jahren vom Balkan aus – ihrer ursprünglichen Heimat – ganz Mitteleuropa erobert. Als Kulturfolger ist sie eng an menschliche Siedlungen, wie Dörfer und Städte, gebunden, wo ihr das ganze Jahr über Nahrung zur Verfügung steht. Ihre einfachen Nester werden meist in Bäumen oder Sträuchern angelegt. Winter- und Frühbruten erfolgen aber oft in Nadelbäumen. In Städten brütet die Türkentaube an Gebäuden, Balkonen und Mauernischen, hat aber nichts mit den Stadttauben gemein.
Wildtauben_Ch. Böck

Foto: Ch. Böck

Jagdzeit: Wann und wieso werden Tauben überhaupt bejagt?

Bejagt werden die Ringel- und Türkentauben ab  1. September bzw. 21. Oktober bis zum 1. Februar bzw. 21. Februar des Folgejahres. Wildtauben haben einige natürliche Feinde wie Habichte, Sperber, Krähen, Elstern, Marder, Eichhörnchen, Katzen und Eulen. Die beiden Wildtaubenarten vermehren sich jedoch sehr schnell und können deshalb nachhaltig jagdlich genutzt werden. Weiters können sie auch bei zu großer Anzahl Schäden in der Landwirtschaft verursachen.

Ringeltauben brüten mehrere Male bis in den September hinein, Türkentauben bei günstigen Gelegenheiten noch länger. Bei den Ringeltauben gibt es weiters die Besonderheit der „Schachtelgelege“: Der Tauber, also die männliche Taube, kümmert sich um die unselbstständigen Jungen, während die Täubin, also die weibliche Taube, bereits das nächste Gelege ausbrütet.

Wildtauben sind äußerst köstlich und geschmackvoll und somit ein wertvoller Bestandteil des heimischen Wildbrets. Ein Rezept finden Sie unter https://www.ooeljv.at/wp-content/uploads/2018/02/Wildbretbroschüre_2.0-2019.pdf auf Seite 11.

 

TaubenartSchonzeitKennzeichenGröße und GewichtÜberwinterung
Ringeltaube1.02.-31.08.Auffallendes Flügelband, weißer Fleck an beiden Halsseiten42 cm
500 g
Westeuropa und Mittelmeergebiet; manchmal bei uns
Türkentaube21.02.-20.10.Schwarzes, halbmondförmiges Nackenband30 cm
300 g
Nirgends, da sie ein Standvogel ist
HohltaubeganzjährigGrüner Nackenfleck33 cm
250-300 g
Mittelmeergebiet
Turteltaubeganzjährigoft paarweise anzutreffen, rostrote Flügelfedern27 cm
160 g

 

Wussten Sie schon…?

Der Begriff „Turteltauben“ für verliebte Pärchen kommt von der gleichnamigen Taubenart. Turteltauben wurden in Afrika entdeckt und aufgrund dessen, dass sie in ihrer Paarungszeit immer zu zweit angetroffen wurden, als „Lovebirds“ bezeichnet.

 

Titelfoto: N. Mayr

Bellen im Wald: Hund oder Reh?

Hört man im Wald ein Bellen, denkt man wohl zuerst an den treuen Begleiter des Menschen oder des Jägers im Speziellen, nämlich seinen (Jagd)Hund. Hört man ein zweites Mal genauer hin, so vernimmt man nicht das typische „Wau Wau“, sondern Laute wie „Bö Bö Bö“. Letztere stammen von Rehen und sind gerade im Frühling und Sommer häufig zu hören.

 

Wieso „bellen“ Rehe überhaupt?

In der Fachsprache der Jäger nennt man das „Bellen“ der Rehe „schrecken“. Die weiblichen Schrecklaute sind etwas leiser und höher, die der Böcke länger und tiefer, doch gar nicht so leicht zu unterscheiden. Grundsätzlich können diese speziellen Laute das ganze Jahr vernommen werden, dennoch gibt es spezielle Situationen, in denen die Rehe „bellen“. Das Schrecken kann drei Ursachen haben:

 

  1. Warnung für Artgenossen: Sieht oder hört das Rehwild etwas, ohne die Ursache zu kennen, schrecken sie schnell. Da sich potenzielle Gefahren nähern könnten, warnen Böcke und Geißen ihre Artgenossen. Im Sommer schrecken die Tiere aus diesem Grund öfter als im Winter, da im Winter die Gefahren im kahlen Wald leichter zu erkennen sind. Wenn sie in größeren Rudeln im Winter zusammenstehen, vertrauen sie außerdem auf „Wächter“, die aufpassen und die Gefahren im Auge behalten, ohne zu schrecken.

 

  1. Akustische Territoriumsabgrenzung:
    Meistens schrecken Böcke im Frühjahr, um ihr Revier abzugrenzen. Im Juli und im August findet die Brunftzeit des Rehwilds statt – daher stecken die Böcke durch das Schrecken ihr Gebiet für das Liebespiel ab. Die Weibchen hingegen „fiepen“, um durch ihren schrillen Ton einen Rehbock anzulocken.

 

  1. Krankheiten:

In seltenen Fällen kann das Schrecken auch mit Krankheiten wie beispielsweise bei Befall mit Tollwut in Verbindung stehen. In (Ober)Österreich ist dabei aber nicht zu rechnen, da unser Land seit Jahren tollwutfrei ist.

Keine Angst vor schreckenden Rehen
Schreckendes Rehwild ist grundsätzlich nicht gefährlich, will es doch nur seinen Lebensraum verteidigen. Wie immer gilt, die Grenzen der oberösterreichischen Wildtiere zu akzeptieren: Schreckt ein Reh, so sollte man leise reden oder pfeifen und weiter am Weg bleiben. Der OÖ Landesjagdverband bittet in dem Zusammenhang auch alle Hundebesitzer, die Hunde beim Schrecken der Rehe lieber sofort anzuleinen.

 

Rehbrunft_A. Lindinger

Rehbrunft (A. Lindinger)