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Die zahlreichen ökologischen Funktionen der Wildäcker

Wildäckern schaffen neue Lebensräume für Flora und Fauna

In der heutigen Agrarlandschaft werden meist in großräumigen Strukturen überwiegend Getreidemonokulturen angebaut. Durch diese intensive Nutzung der Felder geht die Artenvielfalt der Flora in unseren Breiten, die Rehe, Hasen und Co. als Nahrungsmittel bräuchten, stetig weiter verloren. Mit neu angelegten Wildäckern will die Jägerschaft daher zusätzliche Artenvielfalt schaffen. Zudem kann das Wild in Notzeiten seinen Energiebedarf selbst nur schwer decken und muss von den eigenen Reserven zehren. Wildäsungsflächen, wie Wildäcker auch genannt werden bieten dem heimischen Wild ein wahrliches Schlaraffenland an frischen Gräsern, Blumen und Kräutern auch bei Schnee und Eis oder im Sommer bei großer Hitze. Auch sind zusätzliche Äsungsflächen eine wichtige Maßnahme um Wildschäden in jungen Aufzuchtzonen sowie im Forst zu vermeiden. Zudem geben Wildäcker Bodenbrüter und Insekten Deckung vor ihren natürlichen Feinden und neue Lebensräume werden geschaffen. Wildäcker erfüllen zahlreiche ökologische Funktionen.

 

Das Anlegen eines Wildackers

Wildaecker_L. WiesingerWildäcker werden meist zwischen Ackerflächen oder Stilllegungsstreifen sowie an Gewässer- und Waldrändern angelegt. Richten Jägerinnen und Jäger einen Wildacker im Wald ein sollte dieser an einer sonnigen, ruhigen und ungestörten Lage nahe dem Gebiet angelegt werden, in denen das Wild seinen Einstand hat. Wildäcker in der Feldflur sollten in Regionen angebaut werden, die von Menschen selten aufgesucht werden. Gepflanzt werden entweder einjährige Wildäsungsflächen, die jedes Jahr wieder neu gesät werden müssen oder Daueräsungsflächen, die über mehrere Jahre Bestand haben und nur erneuert werden, wenn der Artenreichtum nachlässt und sich nur dominantes Unkraut durchgesetzt hat.

 

Die Jägerinnen und Jäger starten mit der Aussaat für Wildäsungsflächen im Frühjahr. Angebaut werden Gräser, Kräuter und Früchte für eine ausgewogene Nahrungsvielfalt. Wildäcker werden speziell an die Bedürfnisse des Wildes angepasst. Wichtig beim Anlegen einer neuen Äsungsfläche ist daher eine art- und wiederkäuergerechte Anpflanzung, um den speziellen Äsungsbedarf des Wildes zu decken. Wildäcker werden vom Rotwild, Damwild, Reh- und Schwarzwild aufgesucht, die hier primär ihre Nahrung finden. Niederwildarten – wie Fasan, Rebhuhn oder Feldhase – laben sich am Wildacker suchen aber auch Schutz vor natürlichen Fressfeinden. Fuchs, Marder und andere Prädatoren machen in diesen Wildackerregionen Jagd auf ihr Beutespektrum, das sich selbst zur Nahrungsaufnahme am Wildacker eingefunden hat. Aber auch besonders geschützte Tier- und Pflanzenarten nutzen Wildäcker als Ersatz für extensiv genutzte Äcker. Unter den Tieren sind dies Schwarz- und Braunkehlchen oder auch verschiedenen Insektenarten. Aber auch Pflanzen, wie Ackerwildkräuter, die auf den intensiv genutzten Ackerflächen keine Chance haben, finden sich immer wieder auf den neu angelegten Wildäsungsflächen.

 

Die blühende Artenvielfalt am Wildacker

Die Aussaat wird auf das vorherrschende Wild abgestimmt. Niederwild braucht viele kleine, langgezogene, abwechslungsreiche Wildäcker. Aber auch einfache Wiesen mit hohem Anteil von Süßgräsern, Kräutern und einem hohen Anteil von Klee werden von Hasen und Co. aufgesucht. Im Gegensatz dazu braucht es in Hochwildrevieren große Wiesen mit unterschiedlichsten Kräutern und Gräsern.

 

Außer der pflanzlichen Vielfalt, werden auch Getreidesorten, wie Mais, Hafer oder Buchweizen und Früchte, wie Topinambur, Rüben oder Kohl angebaut. Mittels winterresistenten Pflanzen finden Rehe, Hasen und Co. auch im Winter Futter auf dem Wildacker.

Auch die Umgebung wird bei der Aussaat berücksichtigt und die Boden- und Lage-Bedingungen sowie die Verträglichkeit mit dem Saatgut beachtet. Jede Pflanze stellt bestimmte Ansprüche an ihre natürliche Umgebung und braucht verschiedenstes für ihr Wachstum. Lupinen und Ginster gedeihen beispielsweise nur auf sauren Böden und sind für Kalkböden ungeeignet. Um die richtige Saatmischung zu finden müssen die Jägerinnen und Jäger die Äsung auf eine Hauptwildart ausrichten. Entweder soll ein „Hasengarten“ (Erklärung), eine „Schwarzwild-Ablenkung“ (Erklärung) oder ein universeller Lebensraum für alle entstehen.

 

Wildäcker reduzieren Schäden im Wald

Im Frühjahr findet sich für Reh, Hase und Co. meist genügend Äsung in der Natur. Raps und Weizen werden auf den Feldern genascht, auf den Wiesen sprießt das frische Gras, energiereiche dicke Knospen in Hausgärten und frisch ausgeschlagene Blätter im Wald sorgen für ausreichend Nahrung. Um allerdings die Schäden, die das Wild bei der Suche nach Nahrung auf den Felder, in Gärten und auch im Wald anrichtet zu minimieren, sollten bereits nach dem Winter gepflegte und gut gedüngte Wildwiesen vorhanden sein. Mit dem Anlegen von Wildäckern kann der Wilddruck im Wald gesenkt werden. Die auf Wild und die Umgebung abgestimmte, Pflanzenvielfalt erweitert das Äsungsangebot des Wildes und bietet Schutz für eine ruhige Nahrungsaufnahme.

 

Mehr zum Thema Wildäcker finden Sie auf der Internetseite des OÖ Landesjagdverbandes http://www.ooeljv.at/wild-und-natur/lebensraume/

Die Treibjagd: Gemeinsam zur Jagd

Im Herbst ist traditionell die Zeit der Treibjagden auf Niederwild im ganzen Land. Bereits Frühmorgens, wenn die letzten Nebelschwaden über die Felder und Wiesen ziehen, hört man in der Ferne leise Jagdhornklänge. Diese kündigen eine regionale Treibjagd an, die höchstens einmal im Jahr auf dieser Fläche stattfindet. Jägerinnen und Jäger treffen sich, um gemeinsam zu jagen. Dass Treibjagden enorm wichtig für das Gleichgewicht in der Natur sind, ist vielen nicht bewusst. Dabei wird mit dieser Jagdausübung auf einer relativ großen Fläche in nur kurzer Zeit der Wildbestand art- und weidgerecht genutzt und, wo notwendig, reguliert. Dies kann unsere heutige Kulturlandschaft aufgrund zersiedelter und wirtschaftlich genutzter Regionen nicht mehr selbst tun und daher braucht es die vielen freiwilligen Weidmänner und Weidfrauen, die mit der Ausübung der Jagd auch einen großen Beitrag zum Natur- und Artenschutz leisten.

 

Die Gesellschaftsjagd im Wandel der Zeit

Der Begriff der Gesellschaftsjagd, wie die Treibjagd eine ist, hat eine lange Tradition. So war das Jagen bis zur Revolution 1848 ausschließlich dem Adel, wie Königen, Grafen und Baronen aus allen Herrenländern vorbehalten und diente zur Unterhaltung. Im heutigen Verständnis ist eine Gesellschaftsjagd eine Jagd mit mehreren Teilnehmern, Schützen und Treibern, die von Mitte Oktober bis Ende Dezember abgehalten werden.

 

Gesetzlich vorgeschriebene Abschusspläne

Beim Schalenwild, wo es auch Gesellschaftsjagden in Form von Gemeinschaftsansitzen oder sanften Bewegungsjagden gibt, ist gesetzlich genauestens geregelt, welche Tiere zu schonen sind, welche wann geschossen werden und zudem auch, wie viele von welcher Art, welchen Alters und Geschlechts. Mit Argumenten wie, dass es den Jägern bei diesen geplanten Abschüssen nicht um den Arten- oder Tierschutz geht, sondern nur um die Lust am Töten, ist die Jägerschaft des Öfteren konfrontiert. Dabei ist eine nachhaltige Jagd Pflicht!

 

Sicherheit steht an erster Stelle

Gesellschaftsjagden, somit auch Niederwild-Treibjagden, unterliegen sehr strengen Regeln, die vom Jagdleiter gleich zu Beginn beim Eintreffen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorgetragen werden. Das wichtigste bei einer Treibjagd ist die Sicherheit, die Sicherheit für die Jäger und die Treiber. Es braucht Disziplin und Absprachen über Schussbereiche, klare Regeln, aber auch Signalbänder und Warnwesten, um Gefahren zu minimieren. Dennoch kann es auch bei der Jagd zu Unfällen kommen. Dies passiert zum Glück nur sehr selten. Durch eine verbesserte Ausbildung am Jagdgewehr minimiert der OÖ Landesjagdverband das Risiko eines Unfalls. Üblich ist ein oftmaliges Übungsschießen in der Jagdsaison, um das Gewehr – egal ob Büchse, also Kugel, oder Schrot-Flinte – einzuschießen und den richtigen Umgang zu festigen.

 

Wie sich die nicht jagende Bevölkerung über stattfindende Treibjagden informieren kann und was man unternehmen sollte, wenn man bereits mittendrin steht erfahren Sie im Blogbeitrag: Wie verhalte ich mich bei einer Treibjagd

 

Rituale nach der Jagd

Noch vor Einbruch der Dunkelheit ist die Niederwild-Treibjagd zu Ende. Die Teilnehmer versammeln sich und erweisen an der Strecke den Tieren die letzte Ehre. Viele der erlegten Tiere sind bereits versorgt in der Kühlkammer, um das Lebensmittel Wildbret nicht zu schaden.

Durch den Jagdleiter erfolgt die Bekanntgabe der Abschüsse. Eine Übernutzung der Wildbestände erfolgt durch die Bejagung in der Regel nicht, da genau darauf geachtet wird, wo und wieviel der Jagdflächen bejagt werden. Die Jagdhornbläser verblasen die Strecke mit den einzelnen Signalen für die Wildarten, die erlegt wurden, und danach das Ende der Jagd. Eine gemeinsame Einkehr, der sogenannte Schüsseltrieb, bildet den Abschluss der Gesellschaftsjagd.

 

Mehr zum Thema Treibjagden finden Sie auf der Internetseite des OÖ Landesjagdverbandes www.ooeljv.at/jagd-in-ooe/

Wildschweinplage in Vöcklabruck

Zunehmende Schwarzwildpopulation schädigt die Kulturlandschaft

Die milden Winter der letzten Jahre sowie ausreichend Nahrung und eine entwickelte Fortpflanzungsstrategie lassen die Wildschweinpopulation stark anwachsen. Vor allem in den letzten Wochen richteten die Tiere in Oberösterreich – in den Bezirke Rohrbach, Freistadt und Vöcklabruck – erhebliche Schäden in der Kulturlandschaft an. Bezirksjägermeister von Vöcklabruck, Anton Helmberger, klärt auf:

Wie ist die aktuelle Lage im Bezirk Vöcklabruck. Sind die Schweine los?

Anton Helmberger: Die Schwarzwildstrecke im heurigen Jahr ist sehr hoch. Die derzeit auftretenden, oftmals erheblichen Schäden lassen die Befürchtung aufkeimen, dass die Abschüsse der letzten Jahre heuer wesentlich überschritten werden. Im Vorjahr wurden 172 Stück für einen habitatsgerechten Bestand erlegt, wie viele es in diesem Jahr werden, ist noch nicht abzusehen.

 

Warum gibt es derzeit einen hohen Bestand an Schwarzwild. Wurden die Abschusspläne nicht erfüllt?

Helmberger: Für Schwarzwild gibt es keinen gesetzlich vorgeschriebenen Abschussplan, lediglich vorgeschriebene Schonzeiten für die führende Bache, die Muttersau mit ihren Frischlingen, die verpflichtend einzuhalten sind.
Die hohe Schwarzwildpopulation ist auf unsere heutige Kulturlandschaft zurückzuführen, denn es gibt genügend Nahrung im Wald wie Eichen und Buchen aber auch auf den Feldern. Aufgrund der rasanten Fortpflanzung werden es immer mehr Tiere, die auch nicht mehr durch die natürliche Wintersterblichkeit reguliert werden, da eben genügend Nahrung vorhanden ist, und auch die Klimabedingungen den Zuwachs unterstützen.

 

Mit welchen Herausforderungen ist man nun konfrontiert?

Maisschaden Wildschweine

Helmberger: Schwarzwild ist hoch intelligent und in den großräumigen Wäldern sehr schwer zu bejagen. Den Schwarzwildbestand art- und habitatsgerecht zu minimieren ist eine große Herausforderung für Grundeigentümer, Landwirte und Jäger. Die Schuld an dieser Wildschadensentwicklung tragen jedoch weder die Weidmänner noch die Landwirte. Wir Jägerinnen und Jäger sind allerdings dem Gesetz nach dazu verpflichtet, für die Schäden in den Kulturen finanziell aufzukommen.

 

Wildschweine richten große Schäden an. Welche Schäden sind dies?

 

Helmberger: Meistens sind es Überläufer, das sind einjährige Wildschweine, aber auch von einer Leitbache geführte Familienverbände, die vermehrt Schäden in der Kulturlandschaft anrichten. Vor allem Mais- und Feldkulturen sowie angrenzende Wiesen werden mit den Rüsseln, in der Jagd auch Wurf genannt, richtig tief umgegraben. Denn so suchen sich die Tiere ihre Nahrung wie Engerlinge, Würmer und Wurzeln.

 

Warum gibt es gerade jetzt vermehrt Schäden durch Schwarzwild?

 

Helmberger: Das Schwarzwild verlässt nur auf der Suche nach Nahrung seinen ansässigen Lebensraum im Wald. Da bei uns im Herbst tatkräftig geerntet wird, ergibt sich ein sehr großzügiges und attraktives Nahrungsangebot auf den Feldern. Es ist beinahe ein Schlaraffenland für die Wildschweine. Vor allem während der Maisernte will das Schwarzwild mitnaschen. Der Herbst ist daher die schadensanfälligste Jahreszeit.

 

Welche Maßnahmen werden und wurden von Seiten der Jägerinnen und Jäger gesetzt, damit die Wildschweinpopulation reguliert werden kann?

 

Helmberger: Wir müssen einen regen Informationsaustausch pflegen hin zu einem raschen Handeln bei der Bejagung und dies auch über die Jagdgrenzen hinaus. Aber es müssen auch die Ruhezonen im Wald bewusst geachtet werden. Wir Jäger legen gezielt wenige Kirrplätze im Wald an, die für anderes Wild nicht zugänglich sind, um die Tiere selektiv zu erlegen. Wir versuchen auch durch eine gezielte Entnahme von weiblichen Wildschweinen die Rotte zu regulieren. Dies ist schwierig und gelingt am besten in organisierten und durchgehenden nächtlichen Ansitzjagden in den Revieren sowie in kleinräumigen Riegeljagden. Auch arbeiten wir sehr eng mit den Landwirten zusammen. In Abstimmungsgesprächen werden die Fruchtfolge und die Möglichkeit von Schussschneisen besprochen und erarbeitet.

 

Bewiesene Fälle der Afrikanischen Schweinepest, deren Überträger auch Wildschweine sind, wurden in Tschechien bestätigt. Hat man Angst, dass die Afrikanische Schweinepest auch nach Österreich eingeschleppt wird, wenn der Schwarzwildbestand sehr hoch ist?

 

Helmberger: Natürlich ergibt sich ein ungutes Gefühl und viele haben auch eine berechtigte Angst. Vor allem die Ansteckungsgefahr für unsere Hausschweine und die damit verbundenen Schäden für Landwirte lösen Besorgnis aus.
Die Jägerinnen und Jäger werden laufend auf die notwendigen Sicherheitsregeln hingewiesen und bei regelmäßigen Jagdleiterkonferenzen wird über die aktuelle Entwicklung informiert. Die Schäden für den Landwirt können bei einer Infizierung enorm sein und die Jägerschaft prüft bereits seit Längerem die kleinsten Anzeichen und Auffälligkeiten beim Schwarzwild.
Unsere Wildschweine können diese Seuche leichter überstehen, ganz im Gegensatz zu den domestizierten und gezüchteten Hausschweinen.

 

 

Mehr Informationen über Schwarzwild finden Sie auf der Internetseite des OÖ Landesjagdverbandes http://www.ooeljv.at/wild-und-natur/jagdbare-tierarten-2/schalenwild-2/schwarzwild/

Schule und Jagd

Lehrausgang: Den Kindern Wald und Wild näher bringen

Pünktlich um 7:45 Uhr läutet die Schulglocke zur ersten Stunde. In der 3b steht heute Sachunterricht am Stundenplan. Die Klassenlehrerin hat ihre Kinder im Unterricht auf den heutigen Tag vorbereitet und wir, meine Jägerkameraden und ich, werden schon sehnlichst erwartet. Allerlei Wissenswertes und Informatives über das heimische Wild und deren Lebensräume wie Wald, Feld und Wiese haben die Kinder vorab im „Fäustling“, dem Kinderjagdmagazin des OÖ Landesjagdverbands, gelesen und sich Fragen an die Jäger vorbereitet. In der ersten Stunde unterhalten wir uns darüber, was die Kinder schon wissen, die Fragen werden beantwortet und wir erklären, warum wir kein Gewehr dabei haben –  was übrigens immer eine der ersten Fragen ist.

 

Den Wald mit Kinderaugen sehen

Schule und Jagd_Kinder mit JägerDann geht’s ab nach draußen. Erkundet wird ein kleines Waldstück in der Nähe der Schule. Viele der Kinder kennen dies bereits – mit uns entdecken sie es jedoch komplett neu. Die Kinder hören und sehen auf einmal Dinge, die ihnen sonst nie aufgefallen sind. Überall entdecken sie plötzlich Tierspuren, alles wird neugierig bestaunt. Zwischendurch wird natürlich gespielt, der Jägerrucksack ausgepackt und alles genauestens untersucht. Zum Abschluss bitten wir die Kinder um ihre Mithilfe. Müll wird eingesammelt und die Kinder sind entsetzt, was da alles im Wald zurückgelassen wird. Damit das Erlebnis in Erinnerung bleibt, werden Bilderbücher, das Kindermagazin „Der Fäustling“ und in naher Zukunft auch spezielle Malbücher für die ganz Kleinen vom OÖ Landesjagdverband zur Verfügung gestellt.

 

Die Natur erleben

Mit Kindern unterschiedlichsten Alters erlebt man im Laufe der Zeit so einiges. Jedes Walderlebnis mit ihnen verläuft anders. Manche Kinder sind kleine Experten für Greifvögel, andere fürchten sich dann doch ein bisschen vor den Tigern im Wald. Es gibt Kinder, die wollen eigentlich nur wieder schnell nach Hause zur geliebten Spielkonsole, andere wollen gar nicht zuhören, sondern einfach mal nur rennen und schreien. Und wieder andere sind selig, dass sie mit den Jägern einmal in den Wald gehen dürfen und einige können es gar nicht erwarten, bis sie endlich groß sind, um selbst Jägerin oder Jäger zu werden.

 

Die Erlebnisse im Wald müssen nicht inszeniert werden, er liefert sie frei Haus. Vom Bienennest, vor dem wir alle flüchten müssen bis zum Mäusebussard, der nur wenige Meter von dem Ort, wo alle grad liegen und nach oben schauen, samt frisch gefangener Schlange aufblockt, ist das Erlebnisspektrum breit. Jagdliche Einrichtungen wie Hochstand oder Rehfütterung sind ein Dauerbrenner und Fixpunkt, manche Augen weiten sich dann erschrocken, wenn man erklärt, dass man da nicht so ohne weiteres hinaufklettern und herumspazieren darf. Die Jagd geht auch mit der Zeit, deswegen hat man neben dem traditionellen Jagdhorn auch das Handy dabei. Und Höhepunkt der ganzen Aktion ist jedes Mal der Jagdhund, der ist nicht nur voll lieb, sondern auch supergescheit, weil er alle Spuren findet.

 

Jagd ist mehr

Wenn die Kinder zuhause den, manchmal doch skeptischen, Eltern begeistert vom Erlebnis mit den Jägern erzählen und in weiterer Folge beim Wandern daran denken, den Hund anzuleinen und auf den markierten Wegen zu bleiben, beim Schwammerlsuchen keinen Müll zurücklassen, im Winter nicht abseits der gespurten Pisten im Wald wedeln oder abends nicht mit den Rädern durch den Wald brausen, dann hat das Projekt „Schule und Jagd“ Bewusstsein geschaffen. Bewusstsein für ein harmonisches Miteinander im Wald, zum Schutz des Wildes. Die Bevölkerung, vor allem auch bereits die Kleinen im Volksschulalter, soll zudem für heimisches und regionales Wildbret begeistert werden, welches lokal und frisch bei den Jägern zu kaufen ist.

 

Verständnis für die vielfältigen Aufgaben der Jägerinnen und Jäger

Für uns Jäger ist am Wichtigsten, dass die jungen Menschen den Wald als Lebensraum entdecken, den man sehen, hören, riechen und entdecken kann, mit einer unglaublichen Vielfalt an Leben, den es aber auch zu schützen und zu bewahren gilt. Doch muss man in unserer heutigen Konsumgesellschaft mit Regeln, Stress und zunehmenden Freizeitaktivitäten in der Natur verantwortungsvoll mit diesem doch empfindlichen Lebensraum umgehen. Um die Bedeutung der Jagd zu erklären und anschaulicher zu machen, unternehmen viele der oberösterreichischen Jägerinnen und Jäger im Rahmen des Projekts „Schule und Jagd“ seit nunmehr über 30 Jahren mit den Schulklassen ehrenamtlich Lehrausgänge in den Wald, und auch bei den Ferienpassaktionen in den ländlichen Gemeinden ist ein Nachmittag mit den Jägern seit vielen Jahren ein beliebter Fixpunkt des Programms. Mit dieser Aktion vermittelt der OÖ Landesjagdverband Werte und Verständnis für die Bedürfnisse der Tiere, den Erhalt der Lebensräume sowie für die vielfältigen Aufgaben, die die über 19.100 Jägerinnen und Jäger in Oberösterreich aktiv ausüben. Und das Wichtigste darf nicht vergessen werden: Spaß muss es machen, für alle Beteiligten.

 

Mehr Informationen zum Projekt und wie sich Klassen dafür anmelden können finden Sie auf der Internetseite des OÖ Landesjagdverbandes unter http://www.ooeljv.at/jagdbezirke/vocklabruck/schule-jagdliche-ausbildung/

Die verantwortungsvollen Aufgaben eines Jagdschutzorgans

Im Interview: Daniela Jansch

Nach einer mehrmonatigen und sehr intensiven Ausbildungszeit traten in den letzten Wochen 87 Jägerinnen und Jäger erfolgreich zur Jagdschutzorganprüfung in Oberösterreich an. Der OÖ Landesjagdverband hat mit Daniela Jansch, einer der wenigen Frauen, die zur Prüfung angetreten sind und diese erfolgreich abgelegt hat, gesprochen:

Jagdschutzorgan Daniela Jansch mit Tochter

Warum haben Sie sich zum Jagdschutzorgan ausbilden und prüfen lassen?

Da ich mich sehr intensiv mit der Jagd und den vielfältigen Aufgaben und Pflichten einer Jägerin beschäftige und mein Wissen immer noch weiter vertiefen möchte, habe ich mich gemeinsam mit meinem Mann im Herbst des Vorjahres dazu entschlossen, die Ausbildung zum Jagdschutzorgan zu beginnen. Im Winter wurde in Vöcklabruck ein Vorbereitungskurs abgehalten und dies haben wir gleich zum Anlass genommen und uns eingeschrieben.

 

Welche Themen haben Sie vertieft, was haben Sie gelernt?

Das Lernpensum war enorm: Wir lernten die Vorschriften über die Ausübung der Jagd, Vorschriften über den Natur- und Tierschutz, den jagdlichen Waffengebrauch, Wissenswertes über die Jagdhundehaltung und Jagdhundeführung, Wildkunde, Wildhege, Verhütung von Wildschäden, jagdliches Brauchtum und Erste Hilfe Maßnahmen.

 

Wie oft drückten Sie die Schulbank?

Von Jänner bis Mai, drei bis vier Mal pro Woche an die vier Stunden wurden uns diese Themen intensiv vermittelt. Dann war der Tag der Prüfung auch schon gekommen.

 

Wie läuft die Prüfung zum Jagdschutzorgan ab?

Antreten muss man in drei Teilbereichen (OÖ Jagdrecht; jagdliches Brauchtum, Hunde, Waffen- und Munitionskunde sowie Wildkunde, Wildhege, Verhütung von Wildschäden im Forst etc.) zur mündlichen kommissionellen Prüfung bei der OÖ Landesregierung in Linz. Bei uns im Vöcklabrucker Kurs sind 16 Jäger und ich als einzige Frau angetreten und alle haben die Prüfung bestanden.

 

Dass alle Kandidaten bestehen, ist nicht selbstverständlich – Gratulation!

Welche Aufgaben übernehmen Sie nun als Jagdschutzorgan?

Danke! (lacht) Mit der erfolgreichen Absolvierung der Prüfung zum Jagdschutzorgan kann ich nun von Jagdausübungsberechtigen von Genossenschaftsjagden bestellt und von der Behörde für ein Revier bewilligt werden. Verantwortlich bin ich als Jagdschutzorgan für den Schutz des Wildes vor Raubwild, Wilderern und Futternot sowie für den ökologischen und nachhaltigen Erhalt der Lebensräume. Weiters achte ich auf die gesetzlichen Regelungen der Weidgerechtigkeit und auf die Bestimmungen des OÖ Jagdgesetzes innerhalb der Jägerschaft und ich bin auch für den Schutz der Bevölkerung im Wald zuständig.

 

Was möchten Sie in Ihrer Funktion erreichen?

Ich möchte als Jagdschutzorgan Ansprechpartnerin für Pächter, andere Jäger und die Bevölkerung sein und mit Rat und Tat bei fachlichen Fragen rund um die Jagd zur Seite stehen. Als Vorbild ist es mir auch wichtig Aufklärungsarbeit in der nicht jagenden Bevölkerung zu leisten und die Faszination an der Jagd weiterzutragen. Denn es ist ein ehrenvolles und traditionelles Handwerk.

 

 

Zu Daniela Jansch

Daniela Jansch ist seit nicht einmal einem Monat behördlich geprüftes Jagdschutzorgan. Die Jagd sowie die vielfältigen Aufgaben des Weidwerks wurden ihr bereits in die Wiege gelegt, da beinahe alle männlichen Mitglieder ihrer Familie die Jagd ausübten beziehungsweise dieser noch immer nachgehen. Nach der Gründung der Familie und dem Bau des Hauses im Grünen umgeben von Wäldern, kam bei Jansch der Wunsch auf, mehr über Flora und Fauna zu erfahren. Auch die Einstellung zu gesunder und bewusster Ernährung war für Daniela Jansch Motivation Jägerin mit Leib und Seele zu werden. Ihr Jagdrevier befindet sich rund ums Haus in Seewalchen. Als Jägerin ist es ihr zudem besonders wichtig, dass sie dem Wild mit Achtung und Respekt gegenübertritt und das Wildbret sorgsam verarbeitet, um so eine hochwertige Fleischqualität garantiert zu bekommen. Mit diesem gesunden Fleisch von regional aufgewachsenen Tieren, die ohne Adrenalinstoß geschossen werden, bereitet sie ihrer Familie Wildspezialitäten in der Küche zu. Auch ihren Kindern möchte sie das Bewusstsein nach frischen und gesunden Lebensmitteln, aber auch den Respekt vor den Tieren weitergeben, damit sie auch wissen, woher das Fleisch kommt und sich auch im Klaren darüber sind, dass für ihr Fleisch auf dem Teller ein Tier sein Leben lassen musste.

 

Mehr zum Thema finden Sie auf https://www.land-oberoesterreich.gv.at/19744.htm oder auf der Internetseite des OÖ Landesjagdverbandes http://www.ooeljv.at/leistungen-und-services/jagdprufung/jagdschutzorgan/jagdschutzorgan-prufung/

Winterfütterung

Winterfütterung RebhühnerWenn der Boden gefroren und von einer dicken Schneedecke eingehüllt ist, finden unsere heimischen Wildtiere kaum mehr Nahrung in den Lebensräumen, wie Feldern und Wiesen und drängen daher vermehrt in den Wald. Dort zählen neben den Blättern der immergrünen Brombeere und anderen Verbissgehölzen auch junge Bäume der Land- und Forstwirte zum bevorzugten Futter des Wildes. Damit die Schäden an den Nutzpflanzen so gering als möglich gehalten werden, setzen die oberösterreichischen Jägerinnen und Jäger auf die Winterfütterung.

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Auf der Jagd nach Eierschwammerl, Steinpilz und Co.

Herbstzeit ist Pilzzeit: Heuer wachsen die Schwammerl besonders gut. Denn Pilze mögen Feuchtigkeit und Wärme und davon hatten sie in den letzten Monaten genug. Wer sich in diesen Tagen auf die Suche macht um fürs Mittagessen frische Eierschwammerl, Steinpilze oder auch Parasol zu sammeln, der sollte sich auch sicher sein, dass alle Pilze, die im Korb landen auch essbar und ungiftig sind. Bei der kleinsten Unsicherheit ist es besser einen ausgebildeten Experten, zum Bespiel die Weidmänner des Reviers, zu fragen und sich beraten zu lassen.

Für alle, die richtig sammeln:

  • Pilze mit einem scharfen Messer abschneiden oder mit den Händen herausdrehen
  • Giftige, alte oder wurmige Pilze stehen lassen
  • Aber auch zu kleine Schwammerl stehen lassen
  • Löcher im Waldboden mit umliegendem Laub oder Erde bedecken
  • Die Schwammerl vor Ort mit einem stumpfen Messer von Erde und Sand reinigen
  • Die Schwammerl nicht unter fließendem Wasser waschen, damit der Geschmack erhalten bleibt
  • Pilze konservieren gelingt durch einlegen, einfrieren oder trocknen

In den oberösterreichischen Wäldern ist das Sammeln nach der „Zwei Kilogramm pro Tag“ – Regel (lt. bundesweiten Bestimmungen) erlaubt. Wohingegen im Süden Österreichs oder auch in Tschechien Sammelverbote erlassen wurden. Bitte informieren Sie sich unter https://www.bmlfuw.gv.at/forst/wald-gesellschaft/verhalten_wald/pilzewald.html über Sammelverbote in den österreichischen Wäldern. Denn die Einhaltung wird von öffentlichen Wachorganen kontrolliert und bei Nichteinhaltung werden Strafen bis zu 150 Euro ausgestellt.