Jagd & Naturschutz Braunau_Böck

Jagd & Landwirtschaft

Oberösterreichs Bauern sind für die heimischen Jägerinnen und Jäger schon lange wichtige Partner, gibt es doch einige Berührungspunkte:

  • Zusammenarbeit beim Anlegen ökologischer Ausgleichsflächen
  • Rettung der Rehkitze
  • Verhütung von Verbissschäden

 

Die aufgezählten Punkte sind Themen, die die Jägerschaft und die Landwirtschaft gleichermaßen beschäftigen.

Ökologische Ausgleichsflächen schaffen

Akut sind aktuell in Oberösterreich gewisse Tierarten, wie zum Beispiel das Rebhuhn oder der Kiebitz, vom Aussterben bedroht. Im Rahmen des Projekts „Neue Lebensräume für Rebhuhn, Kiebitz & Co“, das 2014 in Braunau begonnen hat, haben sich die dort zuständigen Jägerinnen und Jäger zum Ziel gesetzt, die genannten Wildtierpopulationen nachhaltig zu schützen und zu erhalten.

Ein entscheidender Faktor, den Rückgang des Niederwildes einzudämmen: Lebensraumverbesserungen. Denn naturbelassene, wenig gemähte Wiesen, Hecken oder breite Ackersäume, die die Tiere brauchen, um sich zu vermehren und zu überleben, werden immer weniger oder verschwinden. Aber auch der Ausbau und die Verdichtung des Straßennetzes sowie eine Zunahme des Verkehrsaufkommens, als auch die Zersiedelung und Versiegelung unserer Landschaft gefährdet das heimische Niederwild stark.

Einige Landwirte haben Kooperationen bei der Schaffung von Ausgleichsflächen angeboten – das sind jene Flächen, die dem Niederwild Deckung, also Verstecke, und Nahrung geben. Dafür erhalten die Bauern speziell gemischtes Saatgut, um Wildäcker und Ackerrandstreifen anzubauen. Auch werden Flächen zur Verfügung gestellt, um gemeinsam mit den Jägerinnen und Jägern Hecken anzulegen. Mehr zu diesem Projekt finden Sie unter http://www.fragen-zur-jagd.at/aus-dem-jagdleben/2018/neue-lebensraeume-fuer-rebhuhn-kiebitz-co/

Kitzrettung

Rehkitze retten

Wenn im Frühjahr die ersten Grünschnitte anstehen, vertrauen Oberösterreichs Landwirte zunehmend auf die Expertise der Jägerinnen und Jäger. Oft werden nämlich die Rehkitze von den Geißen im hohen Gras „versteckt“ – so kann das Muttertier sorglos auf Nahrungssuche gehen. Wenn dann das Gras jedoch zu mähen ist, können die Kitze – bei herannahender Gefahr – das Gras nicht verlassen. Werden die Kitze dann von den riesigen Geräten erfasst und getötet, so wird der Grünschnitt durch die Kadaver vergiftet. Um dies zu vermeiden, setzt man bei der sogenannten Kitzrettung heutzutage Drohnen ein, die die großen Flächen überfliegen. Wird ein Rehkitz erspäht, so begibt sich ein Jäger zu dem Aufenthaltsort des Jungtieres, um es behutsam an einen sicheren Ort zu bringen. Mehr dazu finden Sie unter http://www.fragen-zur-jagd.at/aus-dem-jagdleben/2017/kitzrettun-zur-maehzeit/ oder http://www.fragen-zur-jagd.at/aus-dem-jagdleben/2017/drohnen-fuer-die-jagd/ .

 

Verbissschäden reduzieren

Leben zu viele Rehe in einem Gebiet, so steigt die Häufigkeit des Verbisseinflusses an. Dabei werden forstlich relevante Jungbäume angeknabbert. Die Zusammenarbeit der Bauern und Forstleuten mit den Jägern erfolgt in beiderseitigem Interesse: Die Grundbesitzer möchten nicht, dass ihr Besitz beschädigt wird. Ein Interesse, die auch Jägerinnen und Jäger teilen, denn schließlich haften sie für Wildschäden innerhalb ihres Zuständigkeitsgebietes. Deshalb wird, da sich die Bestände erst auf sehr hohem Niveau und über Krankheiten, Futtermangel und dergleichen selber regulieren würden, stets der gesetzlich vorgeschriebene Abschussplan eingehalten. Unter http://www.fragen-zur-jagd.at/aus-dem-jagdleben/fragen-zur-jagd/das-wild-frisst-unsere-waelder-auf/ finden Sie eine ausführliche Erklärung.