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Verbissschäden genauer erklärt: Wer sie verursacht und wie Jäger sie vermeiden

Heimische Wildtiere fressen nicht nur Gräser und Kräuter, auch Knospen und Triebe zählen zu den Hauptnahrungsquellen der Wildbewohner. Dass aber genau der Verzehr von jungen Knospen und Trieben durch jagdbares Wild zum Problem werden kann, zeigt das Auftreten von „Verbissschäden“. Nicht jeder Verbiss muss aber zum Schaden führen; zunächst ist es Wildeinfluss. Ist dieser zu viel bei forstwirtschaftlich wichtigen Pflanzen, die der Mensch auch nutzen möchte, entsteht Schaden.

 

Die Verbissschäden zählen zu den Wildschäden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen vier Arten von Wildschäden: Klassische Verbissschäden, Schälung, Schlagen und Fegen. Im Blogbeitrag „Verbiss im Wald und Garten“ finden Sie nähere Informationen zu den verschiedenen Schäden, die unsere heimischen Waldbewohner anrichten können.

 

Wer verbeißt denn nun?

 

Oft wird das Rehwild als Hauptverursacher der Verbissschäden verantwortlich gemacht, da es ein klassischer Knospenfresser ist. Aber auch das Rotwild (=Hirschkühe und Hirsche), das Gamswild (=Gämsen), manchmal das Schwarzwild (=Wildschweine) als auch Hasen können für Schäden an forstwirtschaftlich interessanten Bäumen sorgen.

 

 

In der Tabelle wird deutlich sichtbar, welche Tiere welche Schäden anrichten können.

 

Zusammenfassung typischer Schäden durch Wildtiere

Rehwild Rotwild Gamswild Muffelwild Hasen Schwarzwild
Fegen

x

x

Schälen

x

x

Verbeißen

x

x

x

x

x

x

Schlagen

x

Gründe für den Verbiss

Blätter, Triebe und Knospen stehen prinzipiell am Speiseplan des pflanzenfressenden Wildes. Es gibt allerdings einige Faktoren, die den Verbiss zusätzlich fördern:

 

  1. Oberösterreichs Kulturlandschaft wird von vielen heimischen Wildtieren bewohnt. Rehen, Hirschen, Feldhasen und Co stehen aber in unseren kultivierten Forstwirtschaften relativ wenig natürlichen Feinden und gleichzeitig schlechteren Lebensräumen gegenüber; der Bestand an Wildtieren und die Wildschadensanfälligkeit steigen und es kann somit auch zu den sogenannten „Wildschäden“ kommen. Diese führen zu beschädigten Forstkulturen, Wiesen oder Feldfrüchten.Oberösterreichs 19.300 Jäger sind gesetzlich verpflichtet, für einen lebensraumverträglichen Wildstand zu sorgen. Dafür gibt es für das wiederkauende Schalenwild, also Rehe, Hirsche und Gämsen, die Abschusspläne (https://www.fragen-zur-jagd.at/aus-dem-jagdleben/fragen-zur-jagd/entscheidet-der-jaeger-selbst-was-er-alles-schiessen-darf/ ), die gesetzlich geregelt sind und auch eingehalten werden müssen.

 

  1. Einen weiteren Grund stellt das Äsungsangebot (=Nahrungsangebot) dar. Finden die Tiere zu wenig Nahrung, weichen diese gerne auf Jungpflanzen aus.
    Der Jäger ist verantwortlich, den Tieren ein ausreichendes Nahrungsangebot zu bieten. Es sollte gleichzeitig eine ausreichende „Verjüngung“, also Neubepflanzung des Waldes stattfinden können. Der Bauer muss gleichzeitig waldbauliche Maßnahmen setzen, damit dies auch mit Wildtieren, die eben dort vorkommen, funktioniert.

 

  1. Freizeitaktivitäten der aktiven Waldnutzer – wie zum Beispiel Spazierengehen, Laufen, Schneeschuhwandern oder Mountainbiken – beeinflussen die Nutzbarkeit des Nahrungsangebotes. Oft führen diese Aktivitäten der Menschen zu vermehrtem Verbiss, da den Tieren nicht die entsprechende Ruhe gegönnt und es den Tieren unmöglich gemacht wird, ihre Äsungsflächen in Ruhe aufzusuchen.Der OÖ Landesjagdverband ersucht deshalb ganzjährig alle Sportler und Naturliebhaber um ein achtsames Miteinander im Wald. Insbesondere die Einstände, also die Wohnzimmer des Wildes, aber auch Fütterungsplätze, sollen weitläufig umgangen werden. Nur so können Wildtiere mit ihren Energiereserven haushalten und ihr Überleben trotz kargem Nahrungsangebot im Winter sichern. Stress und Flüchten verbrennt nämlich Energie und macht die Tiere hungrig, wodurch Wildschäden entstehen können.

 

Wie Jäger und Waldbesitzer die heimische Flora und Fauna vor Verbiss schützen:

Zusätzlich der Wildregulation durch Bejagung werden Forstpflanzen aber auch aktiv geschützt, um eventuelle Verbissschäden zu verhindern. Dabei wird gibt es unterschiedliche Produkte und Möglichkeiten.

 

  • Wildzaun: Um einen gewissen Umkreis, zum Beispiel ein Gebiet, wo nur Jungpflanzen sind, zu schützen, stellt der Jäger bzw. der Grundbesitzer einen Zaun auf.
  • Verbiss- und Fegeschutz: Dies sind z.B. Hüllen, die um Jungbäume gegeben werden, um einerseits Verbiss-, und andererseits Fegeschäden zu vermeiden.
  • Schälschutznetze: Diese werden um den Baum gewickelt und bewahren so vor dem Schälen.
  • Verbissschutz durch aufspritzen oder einstreichen: Dieser hat meistens eine für Wildtiere geruchlich unangenehme Komponente oder/und eine sandige Konsistenz, damit das Wild nicht verbeißt.
  • Jungpflanzen werden mit speziellen Mitteln, manchmal auch Hausmitteln wie Schaffett oder behängen mit ungewaschener Schafwolle, behandelt.

Verbiss

 

Wenn Ihre heimischen Nachbarn den hauseigenen Garten verbeißen, finden Sie unter https://www.fragen-zur-jagd.at/aus-dem-jagdleben/2017/verbiss-im-wald-und-im-garten/ zahlreiche Tipps, wie man dem Verbiss daheim vorbeugen kann.

Rauschzeit: Urige Wildschweine

Wussten Sie schon, dass Wildschweine prinzipiell nicht gefährlich, dennoch mit einer gewissen Vorsicht zu genießen sind? Und wussten Sie auch, dass rauschige Wildschweine keineswegs betrunken sind? Zurzeit findet nämlich die sogenannte „Rauschzeit“, also die Paarungszeit des Schwarzwildes statt. Was es zu dieser Zeit nicht nur als Jägerin oder Jäger, sondern auch als Naturnutzer zu beachten gibt, erfahren Sie in diesem Blog.

 

Wildschweinrotte_F. Fritsch

Die Rauschzeit findet zwischen Oktober und März statt, wobei die Hauptzeit auf November bis Jänner fällt. Besonders in dieser Zeit sollten Wald- und Naturliebhaber auf ihr Verhalten achten. Grundsätzlich sind Wildschweine per se nicht gefährlich, da diese den Menschen meiden. Dennoch sind sie gerade in der Paarungszeit etwas aggressiver als sonst.

 

Um ungewollte Zwischenfälle zu vermeiden, rät der OÖ Landesjagdverband (LJV) Hunde unbedingt anzuleinen.

Von Natur aus sind die Tiere eigentlich tagaktiv, aufgrund der starken Einflüsse der Menschen sind die Tiere mehrheitlich in der Nacht unterwegs. Da die Wildschweine trotzdem auch untertags anzutreffen sind oder auch im Unterholz den Tag verbringen, ist es ratsam, auf den gekennzeichneten Wegen zu bleiben. Für Autofahrer ist es wichtig, in dieser Zeit in Gebieten, wo Wildwechsel stattfindet, auf die Geschwindigkeit und die Verkehrszeichen „Achtung Wildwechsel“ zu achten.

 

Bei einer unerwünschten Begegnung sind folgende Dinge zu beachten:

 

  • Schreien und hektisches Verhalten ist zu unterlassen
  • Tiere niemals in die Enge treiben – langsam von den Tieren wegbewegen
  • Wildschweine nicht verfolgen oder berühren

 

Wenn sich Wildschweine bedroht fühlen, gehen diese auf den Menschen los und erreichen dabei eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 50 km/h.

 

Verhalten in der Rauschzeit

Die Bachen leben mit ihren Jungen, den „Frischlingen“, in sogenannten „Rotten“. Die „Rotten“ sind ein Zusammenschluss von mehreren Bachen und ihren Frischlingen, inklusive der „Überläufer“, das sind junge männliche und weibliche Wildschweine bis zum zweiten Lebensjahr. Geführt wird die Rotte von der „Leitbache“, die im Wesentlichen alles bestimmt: Von den Grundaktivitäten wie zum Beispiel der Nahrungssuche, bis hin zum Beginn der Rauschzeit. Leitbachen werden nämlich zuerst „rauschig“, gefolgt von den älteren Bachen, den Überläufer- und manchmal sogar schon den Frischlingsbachen. In der Fachsprache nennt man dies „Paarungssynchronisation“.

 

Die älteren männlichen Wildschweine sind hingegen Einzelgänger. In der Rauschzeit finden heftige Kämpfe zwischen den Keilern statt – oftmals enden diese Kämpfe nicht ohne Verletzungen. Während der Kämpfe scharren die Keiler mit den Hinterbeinen, wetzen ihre Kiefer und verspritzen Urin. Sie umkreisen einander und beobachten sich gegenseitig – dann finden die Schulterkämpfe statt. Meist sucht ein Männchen das Weite, passiert dies jedoch nicht, folgen die wirklichen Kämpfe: Dabei werden die bekannten „Hauer“, also die Eckzähne, die aus dem Unterkiefer ragen, eingesetzt und damit gezielte Schläge gegen den Bauch durchgeführt. Die Kämpfe enden erst, wenn ein Keiler ablässt und den Kampf verlässt beziehungsweise abbricht. Der Gewinner dieser Kämpfe sucht sich dann eine Rotte, die er begattet. Ist die Rauschzeit beendet, verlässt der Keiler die Rotte wieder.

 

Allgemeines über das Wildschwein
Wildschweine sind von Natur aus Allesfresser, sogenannte „Omnivore“, ernähren sich aber zu etwa 90 % pflanzlich. Auf ihrem Speiseplan stehen unter anderem:

Gräser, Schwammerl, Wurzeln, Triebe, Kräuter, Früchte, Würmer, Mäuse, Aas, Frösche, Schlangen, Nager, Eier und manchmal machen sie auch gezielt Jagd auf noch ganz junge Rehkitze.

 

Wildschweine sind exzellente Schwimmer und nehmen auch regelmäßig Schlammbäder in den sogenannten „Suhlen“. Für den Waldboden ist das Wildschwein wertvoll, da es durch die Nahrungssuche den Boden aufwühlt und somit die Erde auflockert. In der Landwirtschaft, auf Wiesen und Feldern, können sie jedoch empfindliche Schäden anrichten.

Ab und zu verirren sich diese heimischen Wildtiere auch in Siedlungen und suchen dort nach Speiseresten.

 

 

Die wichtigsten Begriffe

 

Weibchen Bache
Weibchen mit Jungen Führende Bache
Weibchen, das eine Rotte führt Leitbache
Junge Frischlinge
Jungtiere im Alter von zwei Jahren Überläufer
Männchen Keiler

Gamsbrunft: Schauspiel in den Bergen

Nicht nur Jäger, sondern auch ambitionierte Wanderer können diese urigen Bergbewohner in Aktion beobachten: Die Gämsen sind für ihre waghalsigen Manöver auf steilen Felswänden bekannt und aufgrund ihrer oft geringen Fluchtdistanz auch gut zu beobachten.

 

Diese halsbrecherischen Kunststücke im steilsten Gelände gelingen diesen Tieren durch ihre hartgummiartigen und scharfrandigen Hufe, den sogenannten „Schalen“. Das Hochgebirge bis zur Gletscherregion ist das Zuhause der Gämsen, wo wie jedes Jahr im November ein sehenswertes Spektakel, nämlich die Gamsbrunft, stattfindet.

 

Von den jungen Wilden zum Platzbock

Gamsbrunft_W.Peyfuß

Foto: W. Peyfuß

Den Männchen verlangt die Brunftzeit alles ab, denn der Weg zum eigenen Nachwuchs ist hart­: Die Böcke liefern sich wilde Verfolgungsjagden. Neuankömmlinge werden sowieso zuerst verjagt, denn um Platzbock zu werden, bedarf es eines gewissen Alters und einer Reife, die die Böcke erst ab dem sechsten bis siebten Lebensjahr erhalten. Oft kommt es bei diesen Kämpfen zu tödlichen Abstürzen. Bei den Verfolgungsjagden laufen die Tiere bis in die steilsten Felswände.  Hat sich erstmal ein Männchen als Platzbock etabliert, muss er weiter um die Gunst der Geißen buhlen. Dies gelingt ihm einerseits durch das „Blädern“, eine Art Schrei mit weit aufgerissenem Maul, und andererseits durch die für den Mensch übelriechenden, moschusartigen Duftstoffe, die aus den „Brunftfeigen“ hinter den Ohren, den sogenannten Lauschern, abgesondert werden. Anschließend muss der Platzbock bei bis zu 15 Weibchen für Nachwuchs sorgen.

 

Vor Brunftbeginn: Böcke sammeln für anstrengende Zeit Energiereserven

Aufgrund der energiezehrenden Verfolgungsjagden unter extremen Bedingungen mit den Rivalen, müssen die Böcke sich in der Sommerzeit bereits erhebliche Energiereserven anfressen. Bis zur Brunft werden diese Reserven stetig erhöht, denn während der Brunftzeit nehmen die Böcke kaum noch Nahrung zu sich. Die Energiereserven sollten jedoch bis nach der Paarungszeit ausreichen, um den Winter in den Bergen mit der kargen Nahrung zu überleben.

 

Wenn die Brunftzeit im November beginnt, ist in den Regionen der Alpengämsen besondere Rücksicht geboten:
Durch den Menschen verursachte Störreize, wie etwa durch

  • Querfeldeinwanderer
  • Schifahrer, die abseits der Piste fahren
  • Mountainbiker
  • Paragleiter
  • Segelflieger

können dazu führen, dass die Tiere zu wenig Nahrung aufnehmen und somit schlecht durch den Winter kommen. Berg- und Naturliebhaber können dazu beitragen, sich aus Rücksicht vor den Gämsen bewusst und ruhig zu verhalten und ihnen die Ruhe zu gönnen, die sie nach der anstrengenden Zeit benötigen.

Weil die Gämse eine jagdbare Tierart ist und die Bestände gut sind, können sie wegen ihres Wildbrets auch nachhaltig genutzt werden. Oberösterreichs Jägerinnen und Jäger setzen sich dadurch stark für den Lebensraum sowie einen gesunden Bestand dieser Tiere ein – dies garantiert, dass die Gämsen auch weiterhin in unseren oberösterreichischen Lebensräumen anzutreffen sind.

 

Vom Platzbock zum Einzelgänger

Ist die Brunftzeit abgeschlossen, verlassen die älteren Männchen das Rudel wieder und sind das restliche Jahr über Einzelgänger. Im Gegensatz zu den Böcken bleiben die Geißen mit den halbwüchsigen Jungtieren zusammen, um zwischen Mai und Juni ihre Kitze auf die Welt zu bringen. Nach spätestens zwei Jahren verlassen die Jungböcke ihre Muttertiere. Ab diesem Zeitpunkt geht der Kreislauf wieder von neuem los…

Steckbrief Gams

 

Gattung

Haarwild/Schalenwild
Gewicht Böcke bis 35 kg, Geißen bis 25 kg
Aussehen Verfärbt sein Fell („Decke“) zweimal pro Jahr; Decke im Sommer fahlgelb mit dunklem Aalstrich; im Winter dunkelbraun bis schwarz
Eigenschaften Tagaktiv, vorsichtig, aber zugleich neugierig, enorme Trittsicherheit;
Brunftzeit November
Tragzeit 26 Wochen
Setzzeit (Zeit, wo die Jungen geboren werden) Mitte Mai – Mitte Juni
Natürliche Beutegreifer Luchs, Wolf, Steinadler
Nahrung Gräser, Kräuter, Triebe und Blätter, Sträucher, Flechten;
Hörner Männchen und Weibchen tragen bis 25 cm lange, gekrümmte Hörner
Lebensraum Alpenraum
Fährte Trittsiegel besteht aus zwei keilförmigen, durch einen Zwischenraum unterbrochenen Schalenhälften

Gams Trittsiegel

www.naturimbild.at/Tierspuren

Jägersprache ≠ Jägerlatein

Den meisten Leuten ist das Wort „Jägerlatein“ wohl ein Begriff – jedoch schließen sie oftmals auf die falsche Bedeutung.  Denn unter Jägerlatein versteht man übertriebene oder gar erfundene Darstellungen von Jagderlebnissen. Oft werden diese mit den normalen Begrifflichkeiten der Weidmannsprache verwechselt und das, obgleich sie mit diesen eigentlich gar nichts zu tun haben. Die Jägerinnen und Jäger benutzen die Weidmannsprache etwa, um sich untereinander möglichst effizient zu verständigen. Die Weidmannssprache reicht zurück bis ins siebte Jahrhundert – damals war sie ein Teil der Gemeinsprache des Volks. Erst später entwickelte sie sich zur Fachsprache der Jäger. Der Auszug der Wörter, die hier erklärt werden, spiegelt jedoch in keinster Weise die Mannigfaltigkeit der Jägersprache wider. Tatsächlich gibt es 13.000 Begriffe, wobei etwa 3.000 bis 6.000 gegenwärtig in Gebrauch sind. Sie sind also Teil unserer Jagdkultur, ja sogar der Alltagssprache, wie etwa „durch die Lappen gehen“ oder „auf der Strecke bleiben“.

 

Aus der Jägersprache: Auszug aus den Jagdbegriffen

 

Als „Antragen“ bezeichnet man einen Schuss auf das Wild – und nicht wie im täglichen Leben, dass einem jemand das „Du“ anträgt.

„Anstand“ bedeutet in der Fachsprache der Jäger nicht etwa, dass die Tiere ein besonders gutes Benehmen vorweisen, sondern es bezeichnet Jäger, die das Wild in guter Deckung und unter Beachtung der Windrichtung stehend erwartet.

„Spricht ein Jäger die Wildtiere an“, so möchte er nicht mit diesen reden, sondern beurteilt diese nach Alter, Geschlecht und ihrem Zustand.

Lernt man im Jagdkurs etwa das „Aufbrechen“, so entnimmt die Jägern oder der Jäger den Tieren die Eingeweide.

 

Die „Bache“ ist das weibliche Wildschwein. Unter einer „Blume“ versteht man übrigens keine Pflanze, sondern den Schwanz des Hasen. Wird der „Spiegel“ erwähnt, meint man den Haarkranz beim Reh oder Hirsch, der auffällig anders gefärbt um das Hinterteil vorhanden ist.

Bei einem „Blattschuss“ erwischt man nicht etwa ein Blatt am Baum, sondern das Schulterblatt des Tieres. Eigentlich ist es ein „Kammerschuss“, also ein Treffer, der Herz und Lungen zerstört und das Tier einen schnellen Tod erleidet.

 

Ein Vogel, der „einfällt“, ist gerade dabei, zu landen.

 

Wenn der weibliche Fuchs, die „Fähe“, etwas auf der Spur ist, so ist sie auf einer „Fährte“.

 

Das „Geräusch“ ist im Falle der Jägersprache kein Laut, sondern bezeichnet Herz, Lunge und Leber des erlegten Wildes.

 

Hasen und Wildschweine beispielsweise, die etwas „innehaben“, sind trächtig und erwarten bald Nachwuchs, einen „Satz“ oder einen „Wurf“.

 

Mit dem „Kamm“ meint man kein Haarpflegeinstrument, sondern die Borsten z.B. eines „Keilers“, also eines männlichen Wildschweines. Die Mutter eines „Frischlings“, also eines jungen Wildschweines, nennt man „Bache“.

 

Ein „Sauhund“ ist nicht etwa ein gemeiner Kerl, sondern ein Jagdhund, der so mutig ist, dass er nicht mal vor Wildschweinen Angst hat.

 

Wenn vom „Abäsen“ gesprochen wird, so ist das Wild, das die Pflanzen abfrisst, gemeint. Wird von „Verbissschäden“ berichtet, meint man Schäden an Blättern, Zweigen oder Knospen, die durch das Anknabbern der Wildtiere entstehen. Beim „Kirchgang“ gehen die Wildtiere keineswegs in die Kirche, stattdessen wandern die Hirsche von ihrem „Äsungsplatz“ in den Wald.

Viele Leute sagen zum Fleisch vom Wild salopp „Wildfleisch“. Der korrekte Begriff hingegen ist „Wildbret“.

 

Der Begriff „Platzhirsch“ kommt tatsächlich aus der Jägersprache und bedeutet, dass ein Hirsch den Brunftplatz beherrscht. Mit einem „Mönch“ ist im Übrigen kein Ordensbruder, sondern ein geweihloser Hirsch gemeint, wohingegen ein „Schneider“ ein junger Hirsch ist.

 

Am bekanntesten ist wohl der Begriff „Weidmannsheil“. Er drückt einerseits den Wunsch für eine erfolgreiche Jagd aus, bedeutet aber andererseits den Glückwunsch zur erfolgreichen Jagd. Bedankt wird sich unter Jägerinnen und Jägern mit einem „Weidmannsdank“.

Jägerin mit Bock und Bruch

Redewendungen aus dem Alltag

Haben Sie sich jemals gefragt, woher unsere Redewendungen kommen? Tatsächlich lassen sich einige Begrifflichkeiten aus dem täglichen Leben von der Jagd ableiten.

 

  • „Ich hab´ davon Wind bekommen.
    In der Fachsprache der Jäger bedeutet Wind bekommen nicht, dass Wildtiere etwas Ungewolltes erfahren, sondern dass sie etwas riechen.

 

  • „Unser Projekt wird in die Binsen gehen.“
    Bei der Entenjagd kann es leicht passieren, dass sich die Enten in die Binsen – das sind Gräser in und am Wasser, die nur schwer zugänglich sind – flüchten. Da die Tiere meistens nicht mehr gefunden werden, steht diese Redewendung für einen Verlust in einer gewissen Situation.

 

  • „Ich bin dem Trick auf den Leim gegangen.“
    Dies bedeutet, dass man auf einen Trick hereinfällt. Ursprünglich rührt dies daher, dass Jäger früher noch nicht die technischen Hilfsmittel wie Gewehre etc. besessen haben. Dadurch haben sie auf den üblichen Landeplätzen der Vögel Leim geschmiert, sodass diese kleben blieben. Die Jäger konnten die Tiere anschließend einsammeln.

 

  • „Kinder, spitzt die Löffel
    Wenn das Frau Lehrerin damals oft gesagt hat, meinte sie damit, dass die Kinder besonders aufmerksam sein sollen. In der Jagd bedeutet das hingegen, dass die Hasen ihre Ohren, die „Löffel“, aufstellen, um die Gefahren besser abschätzen zu können.

 

Jagd & Landwirtschaft

Oberösterreichs Bauern sind für die heimischen Jägerinnen und Jäger schon lange wichtige Partner, gibt es doch einige Berührungspunkte:

  • Zusammenarbeit beim Anlegen ökologischer Ausgleichsflächen
  • Rettung der Rehkitze
  • Verhütung von Verbissschäden

 

Die aufgezählten Punkte sind Themen, die die Jägerschaft und die Landwirtschaft gleichermaßen beschäftigen.

Ökologische Ausgleichsflächen schaffen

Akut sind aktuell in Oberösterreich gewisse Tierarten, wie zum Beispiel das Rebhuhn oder der Kiebitz, vom Aussterben bedroht. Im Rahmen des Projekts „Neue Lebensräume für Rebhuhn, Kiebitz & Co“, das 2014 in Braunau begonnen hat, haben sich die dort zuständigen Jägerinnen und Jäger zum Ziel gesetzt, die genannten Wildtierpopulationen nachhaltig zu schützen und zu erhalten.

Ein entscheidender Faktor, den Rückgang des Niederwildes einzudämmen: Lebensraumverbesserungen. Denn naturbelassene, wenig gemähte Wiesen, Hecken oder breite Ackersäume, die die Tiere brauchen, um sich zu vermehren und zu überleben, werden immer weniger oder verschwinden. Aber auch der Ausbau und die Verdichtung des Straßennetzes sowie eine Zunahme des Verkehrsaufkommens, als auch die Zersiedelung und Versiegelung unserer Landschaft gefährdet das heimische Niederwild stark.

Einige Landwirte haben Kooperationen bei der Schaffung von Ausgleichsflächen angeboten – das sind jene Flächen, die dem Niederwild Deckung, also Verstecke, und Nahrung geben. Dafür erhalten die Bauern speziell gemischtes Saatgut, um Wildäcker und Ackerrandstreifen anzubauen. Auch werden Flächen zur Verfügung gestellt, um gemeinsam mit den Jägerinnen und Jägern Hecken anzulegen. Mehr zu diesem Projekt finden Sie unter https://www.fragen-zur-jagd.at/aus-dem-jagdleben/2018/neue-lebensraeume-fuer-rebhuhn-kiebitz-co/

Kitzrettung

Rehkitze retten

Wenn im Frühjahr die ersten Grünschnitte anstehen, vertrauen Oberösterreichs Landwirte zunehmend auf die Expertise der Jägerinnen und Jäger. Oft werden nämlich die Rehkitze von den Geißen im hohen Gras „versteckt“ – so kann das Muttertier sorglos auf Nahrungssuche gehen. Wenn dann das Gras jedoch zu mähen ist, können die Kitze – bei herannahender Gefahr – das Gras nicht verlassen. Werden die Kitze dann von den riesigen Geräten erfasst und getötet, so wird der Grünschnitt durch die Kadaver vergiftet. Um dies zu vermeiden, setzt man bei der sogenannten Kitzrettung heutzutage Drohnen ein, die die großen Flächen überfliegen. Wird ein Rehkitz erspäht, so begibt sich ein Jäger zu dem Aufenthaltsort des Jungtieres, um es behutsam an einen sicheren Ort zu bringen. Mehr dazu finden Sie unter https://www.fragen-zur-jagd.at/aus-dem-jagdleben/2017/kitzrettun-zur-maehzeit/ oder https://www.fragen-zur-jagd.at/aus-dem-jagdleben/2017/drohnen-fuer-die-jagd/ .

 

Verbissschäden reduzieren

Leben zu viele Rehe in einem Gebiet, so steigt die Häufigkeit des Verbisseinflusses an. Dabei werden forstlich relevante Jungbäume angeknabbert. Die Zusammenarbeit der Bauern und Forstleuten mit den Jägern erfolgt in beiderseitigem Interesse: Die Grundbesitzer möchten nicht, dass ihr Besitz beschädigt wird. Ein Interesse, die auch Jägerinnen und Jäger teilen, denn schließlich haften sie für Wildschäden innerhalb ihres Zuständigkeitsgebietes. Deshalb wird, da sich die Bestände erst auf sehr hohem Niveau und über Krankheiten, Futtermangel und dergleichen selber regulieren würden, stets der gesetzlich vorgeschriebene Abschussplan eingehalten. Unter https://www.fragen-zur-jagd.at/aus-dem-jagdleben/fragen-zur-jagd/das-wild-frisst-unsere-waelder-auf/ finden Sie eine ausführliche Erklärung.

Rücksichtsvoll durch den Wald

Wie verbringen Sie gerne Ihre Freizeit?
Radfahren, wandern, waldbaden, reiten, Schwammerl suchen oder einfach nur zu spazieren sind nur einige der Aktivitäten, wie man Oberösterreichs Natur und die Wälder nutzen kann. Unser heimischer Wald ist als Naherholungsgebiet für alle da. Der Wald ist jedoch vor allem auch Lebensraum für Pflanzen und heimische Wildtiere. Ein respektvolles Miteinander der Waldnutzer zum Schutz der Wildtiere ist dabei unerlässlich. Die Verantwortung gegenüber Flora und Fauna sollte daher jeder bewusst leben.

 

Gebote oberösterreichischer Wälder einhalten

Um die vielfältigen Möglichkeiten unserer Wälder zu entdecken und ein harmonisches Miteinander im Wald zu führen, ist es wichtig, Gebote zu beachten, die

 

sich an der natürlichen Lebensweise der Wildtiere orientieren.

 

  • Hunde an der Leine führen
  • Sich ruhig verhalten; kein Herumschreien
  • Ruhe frühmorgens und abends erhalten
  • Auf den gekennzeichneten Wegen bleiben
  • Müll in Mistkübeln oder Zuhause entsorgen
  • Acht auf den Untergrund geben; keine Pflanzen oder Blumen niedertreten

 

Werden diese Regeln nicht beachtet, wird das Wild unnötig aufgescheucht und in ihrem

Lebensraum eingeschränkt. Die Tiere brauchen ihre Ruhephasen, denn durch Stress

können sie Schäden im Wald verursachen, oder beim Flüchten über Straßen getötet werden.

 

Sportler werden um Mithilfe gebeten

Mountainbiker und Jäger

Der Wald bietet gerade Sportlern und Aktiven zahlreiche Möglichkeiten. Sie werden im Besonderen gebeten, umsichtig zu agieren und vor allem auf den markierten Wegen zu bleiben. Wege, die explizit mit Warntafeln gekennzeichnet sind, sind zu vermeiden. Solche Warntafeln dienen nämlich meistens der eigenen Sicherheit der Sportler. Führt kein Weg daran vorbei, können Radfahrer oder Mountainbiker alternativ ihr Rad auch schieben. Sie werden dabei aber um Vorsicht gebeten, um Unfälle zu vermeiden.

 

 

 

Rücksicht ist das A und O

Wenn man den gemeinsamen Lebensraum nutzen will, muss jede und jeder auch im Sinne der heimischen Wildtiere handeln. Denn die heimischen Wildtiere sind untrennbar mit der Natur verbunden. Wenn sich alle Freizeitnutzer sowie unsere Jäger an die Spielregeln im Wald halten, werden auch künftig interessante Walderlebnisse und erholsame Wanderungen durch die Wälder möglich sein. Mit Verständnis der nicht jagenden Bevölkerung, klaren Regelungen und einem gegenseitigen Entgegenkommen kann ein positives Miteinander entstehen.

Neue Lebensräume für Rebhuhn, Kiebitz & Co

Im OÖ. Jagdgesetz ist klar geregelt, dass die Artenvielfalt für die Gegenwart sowie für die Zukunft gesichert werden muss. Mit der Erfüllung dieser Aufgabe sind unsere rund 19.300 Jägerinnen und Jäger in Oberösterreich wichtige Naturschützer. Bei einer Pressefahrt am 5. Juni präsentierten wir eindrucksvoll wie gelebter Naturschutz bei der OÖ Jägerschaft aussieht. Gemeinsam mit der Naturschutzabteilung des Landes OÖ starteten viele Jäger des Bezirkes Braunau 2014 das Projekt „Neue Lebensräume für Rebhuhn, Kiebitz & Co.“ im Bezirk. Das Ziel des Projekts ist, dem erheblichen Artenschwund in den Felder- und Wiesenrevieren entgegenzuwirken. Denn waren Rebhuhn, Kiebitz, Feldlerche oder Braunkehlchen früher häufig in heimischen Wiesen und Feldern anzutreffen, so reduzierten sich die Bestände leider erheblich.

Regionaler Naturschutzplan RebhühnerDie Erfolge des Projekts zeigen anschaulich, wie durch Engagement und Zusammenarbeit neue Lebensräume für diese bedrohten Tierarten nachhaltig und erfolgreich geschaffen werden können. In dieses Projekt wurden seit dem Start bis Ende 2017 rund 100.000 Euro vom Land OÖ und dem OÖ Landesjagdverband investiert. Damit sichern wir nachhaltig den Bestand an gefährdeten Wildtieren in dieser Region.

 

Die Ziele des Projekts:
Bestandsstabilisierung der regionalen Population von Rebhuhn, Kiebitz und Feldlerche

  • Erhöhung des Nahrungsangebotes für Schwarzstorch durch neue Feuchtflächen zu erzielen
  • Dauerhaftes Brutvorkommen für den Roten Milan zu etablieren
  • Sumpfschrecken-Population am Moosbach erhalten

 

Um diese Ziele zu erreichen galt es gezielte Maßnahmen für Acker und Intensivgrünland, Gewässerrandstreifen und Feuchtflächen zu entwickeln und umzusetzen, um damit nachhaltig neue Lebensräume zu schaffen und die Bestände dieser Tierarten zu sichern.

 

Maßnahmen, die gesetzt wurden:

  • Anlegung von „Kiebitz-Inseln“ für Kolonien
  • Ackerbrachen
  • Neuanlage von Schutz- und Wiesenrainen
  • Erhalt von freiwilligen Horst-Schutzzonen
  • Errichtung von 150 Nistkästen
  • Schaffung von neun Feuchtbiotopen und Amphibienmulden
  • Bepflanzung von Hecken und Uferrandstreifen über 1,5 km

 

Einen TV-Beitrag von HT1 zu diesem Projekt finden Sie hier:
https://www.ht1.at/mediathek/7814/beaRebhuhn_Kiebitz_und_Co_Naturraum_fuer_gefaehrdete_Artenrbeiten.html

Die Jägerschaft steht für eine weidgerechte und nachhaltige Jagd

Die Jagd ist österreichisches Kulturgut mit langer Tradition und hochgehaltenen Werten. Sie ist zudem ein untrennbarer Bestandteil der Land- und Forstwirtschaft. Die Jägerinnen und Jäger leisten mit ihrem Tun einen wesentlichen Beitrag zum Arten- und Naturschutz. Ein Pfeiler der Jagd und auch des OÖ. Jagdgesetzes ist der Grundsatz der Nachhaltigkeit.

 

Internationaler Beschluss: „Die Nachhaltigkeit der Jagd“

Der Begriff der „Nachhaltigkeit“ ist durch die Beschlüsse der Umweltkonferenz von Rio de Janeiro 1992 über die drei Säulen: Ökonomie, Ökologie und Soziales definiert worden.

 

Ökologie

Die Erhaltung und Verbesserung der Wildlebensräume ist ein wichtiger Fokus der Jagdausübung und soll in ihrem Wirkungsbereich die Artenvielfalt des Wildes durch Schutz und Nutzung sicherstellen und gewährleisten. Die natürliche genetische Vielfalt der Wildarten wird durch eine entsprechende Jagdausübung erhalten und gefördert.

 

Ökonomie

Die Sicherung der jagdwirtschaftlichen Ertragsfähigkeit sowie eine effiziente und störungsarme Bejagung des Wildes stehen hier im Mittelpunkt. Zu vermeiden sind land- und forstwirtschaftliche Schäden und gleichzeitig sollen gemeinschaftliche Synergien mit anderen Wirtschaftszweigen genutzt werden.

 

Soziales

Die jagdlichen Nutzungsinteressen der nicht jagenden Bevölkerung werden durch die Jäger berücksichtigt. Immer mehr Naturliebhaber und Freizeitsportler drängen in die Wälder, ein aktiver Dialog der Interessensgruppen und ein gemeinsames Miteinander zum Schutz der Natur und der Wildtiere muss gelebt werden. Der Umgang mit jagdlichen Traditionen, das Hochhalten der Werte der Jägerschaft und die Bewahrung des Brauchtums sind Merkmale der soziokulturellen Nachhaltigkeit der Jagd.

 

Kann die Jagd überhaupt nachhaltig sein?

Die Frage, ob eine nachhaltige Jagd überhaupt möglich ist, wird des Öfteren gestellt. Jagdgegner behaupten, dass die Jagd alleine das Schießen der Tiere umfasst und damit eine Reduktion und bald auch Ausrottung der verschiedensten heimischen Wildbestände. Doch die Jagd und das Thema der Nachhaltigkeit sind auf jeden Fall zu vereinbaren, wenn nicht sogar eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen artenreichen Wildbestand.

 

Wie zeigt sich eine nachhaltige Jagd?

Feldhase_H. SendlhoferUmfassende Hegemaßnahmen, der Jagd- und Biotopschutz sowie eine nachhaltige Wildnutzung zählen zu den wichtigsten Aufgaben und Zielsetzungen der Jägerinnen und Jäger. Denn nur der Schutz, der Erhalt und eine Verbesserung des Lebensraumes und der gegebenen Lebensumstände sichern nachhaltig eine gesunde Wildtierpopulation. Nachhaltigkeit bedeutet aber auch, dass zum Beispiel die Ausbreitung von Wildtierkrankheiten verhindert wird und – im Sinne von land- und forstwirtschaftlichen Interessen – überhöhte Bestände durch Bejagung reguliert werden. Dazu gibt es auch das OÖ. Jagdgesetz und behördliche Abschusspläne.

 

 

Der Selbsttest zur nachhaltigen Jagd

Um eine weidgerechte sowie ökologisch wertvolle Jagd auszuüben, kann sich jeder Weidmann und jede Weidfrau selbst bewerten, ob er oder sie die Jagd nachhaltig ausübt. Mit dem nachstehenden Formular zum Download kann sich jede Jägerin und jeder Jäger selbst bewerten und eruieren, ob seine Ausübung der Jagd nachhaltig ist: http://selbsttest.biologischevielfalt.at/selbsttest-fragen/ oder unter http://www5.umweltbundesamt.at/jagd_fragebogen/v0202/cgi-bin/formular.pl.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des OÖ. Landesjagdverbands unter http://www.ooeljv.at/aktuelles/aktuelles-termine/osterreich-braucht-die-jagd/.

Jagdeinrichtungen im Revier überprüfen

Hochsitz, Jagdhütte und Co: Wissenswertes zu Reviereinrichtungen

Wer leidenschaftlicher Raubwild- und Schwarzwildjäger ist, der weiß, wie unangenehm und kalt einem der Wind am Ansitz um die Nase blasen kann. Um die Jagd mit all den zahlreichen Aufgaben, wie der Hege und Pflege des heimischen Wildes oder den Schutz des Waldes auszuführen und auszuüben, braucht es in den Revieren Einrichtungen, die die Jägerinnen und Jägern bei ihrer Arbeit unterstützen.

 

Zu den Reviereinrichtungen zählen unter anderem Jagdhütten, der Hochsitz bzw. Hochstand, Ansitzleitern, Salzlecken, Futterstellen oder Jagdsteige.

Nutzung der Jagdeinrichtungen

Blitzschaden an HochstandJagdfremden Personen wie Freizeitsportlern, Wanderern oder Naturgenießern ist es untersagt, Reviereinrichtungen ohne eine Bewilligung des Jagdausübungs-berechtigten zu nützen. Diese Rechtsfolge sieht das Jagdgesetz in Oberösterreich vor. Der Hinweis auf diese Vorschrift muss nicht gesondert auf jagdlichen Einrichtungen ausgehängt werden. Hochstände dürfen nicht betreten oder zum Hinsetzen oder Ausruhen bestiegen werden. Auch ist es der nicht jagenden Bevölkerung nicht gestattet sich Zugang zu Jagdhütten zu verschaffen oder Futterstellen mit Bioabfällen zu befüllen. Verletzt sich eine jagdfremde Person zum Beispiel beim Aufstieg auf den Hochsitz oder am Stand selbst, übernimmt die Jägerschaft keine Haftung für den Unfall, auch dann nicht, sollten sich unbeaufsichtigte Kinder verletzen.

 

 

 

 

Schäden an Hochsitz und Co.

Vor allem im Winter und im Frühjahr zum Beginn der neuen Jagdsaison ist die Zeit, in der sämtliche Reviereinrichtungen überprüft, instandgehalten oder gegebenenfalls neu errichtet werden. Vor allem jagdliche Einrichtungen neben öffentlichen Straßen, Güter- oder Wanderwegen können zu einer Gefahr für Verkehrsteilnehmer, Erholungssuchende, Freizeitsportler oder für Jägerinnen und Jäger selbst werden. Schadhafte Reviereinrichtungen wie morsche Leitern, lose Dachschindeln, abstehenden Nägel oder verwucherte und bemooste Gerippe, sollten abgebaut bzw. erneuert werden. Weiß ein Jagdausübungsberechtigter etwa von einer schadhaften Leiter, könnte das in einem Gerichtsverfahren als „In kaufnehmen eines Schadens bei Dritten“ – als Mitverschulden – ausgelegt werden. Die Jägerinnen und Jäger sind daher sehr darauf bedacht, ihre Jagd- und Reviereinrichtungen stetig zu kontrollieren und im Falle einer Beschädigung zu reagieren.

 

Die Errichtung von Reviereinrichtungen

Laut dem oberösterreichischen Jagdgesetz braucht ein Jäger für die Errichtung, Erhaltung und die Benützung von jagdlichen Einrichtungen die Erlaubnis vom Grundeigentümer.

 

Vor der Errichtung einer Jagd- oder Fischerhütte, eines Hochstandes oder einer Kanzel sollte gemeinsam mit dem Grundeigentümer sowie mit der Jagdbehörde (mit dem zuständigen jagdfachlichen Amtssachverständigen) ein Reviergang gemacht werden und die baulichen Maßnahmen besprochen werden. In der Planung sowie bei der Errichtung von jagdlichen Einrichtungen müssen der Naturschutz sowie baurechtlichen Vorschriften beachtet werden.

 

Die Land- und Forstwirte in Oberösterreich pflegen mit den Jägerinnen und Jägern eine gute partnerschaftliche Zusammenarbeit und setzen sich mit gemeinsamen Maßnahmen wie die Errichtung von Hochständen oder Futterstellen für den Natur- und Tierschutz ein.

 

Mehr über jagdliche Einrichtungen finden Sie auf der Internetseite des OÖ Landesjagdverbandes http://www.ooeljv.at/aktuelles/archiv/jagd-und-waffenrecht-4/

 

Immer weniger Feldhasen in den Revieren

Einst waren der Feldhase sowie das Rebhuhn die häufigsten Bewohner offener Landschaften. Doch mittlerweile reduzieren sich die Bestände leider erheblich.

In Oberösterreich gibt es manche Reviere, deren Jagdgesellschaften gute Strecken mit 80 bis 100 Hasen melden und nur wenige Kilometer weiter werden die Jagden abgesagt, da es die Niederwildbestände nicht zulassen, diese zu nutzen. Lokal gesehen, zum Beispiel im nördlichen Mühlviertel und in Grünlandgebieten des Alpenvorlandes, ist der Feldhase nicht mehr so häufig anzutreffen wie noch vor 50 Jahren.

Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Feldhasen haben viele natürliche Feinde, die sich sehr gut in der heutigen Kulturlandschaft zurechtfinden und sich dementsprechend vermehren. Dazu zählen der Fuchs und anderes Raubwild oder auch verschiedene größere Greifvögel oder Krähen.
  • Mit dem Ausbau und der Verdichtung des Straßennetzes und des immer stärker werdenden Verkehrsaufkommens sind Hasen stark gefährdet. Laut aktuellen Zahlen wurden im Vorjahr (2017) rund 5.000 hoppelnde Vierbeiner überfahren.
  • Es treten immer wieder Krankheiten auf, die die geringen Bestände noch weiter minimieren.
  • Die Lebensräume, wie artenreiche Wiesen, Hecken oder breite Ackersäume, die die Tiere brauchen, um sich zu vermehren und zu überleben, verschwinden. Sei es durch den verstärkten Häuser- und Siedlungsbau oder durch eine intensive Landwirtschaft.

Keine Jagd auf Hasen

Kanzler_FeldhaseDie Jagd, die meist mit der Reduktion der Hasenbestände in Zusammenhang gebracht wird, hat jedoch nur sehr wenig Einfluss. In einigen Jagdrevieren wurde gänzlich auf die Bejagung der Hasen verzichtet und dennoch ging der Bestand weiter zurück. Der verantwortungsvolle Jäger erkennt wieviel Tiere er dem Bestand entnehmen kann, ohne ihn zu schädigen. Fördern muss die Jägerschaft den Hasenbestand mittels verstärkter Raubwildbejagung und mit Lebensraumverbesserungsmaßnahmen.

 

 

 

Schutzprojekte für Niederwild 

In fast allen Teilen Oberösterreichs unterstützen die Jägerinnen und Jäger in Zusammenarbeit mit den Landwirten verschiedenste Projekte und Maßnahmen, um den Feldhasenbesatz wieder zu steigern.

 

  • Die Landwirte erhalten speziell für ihre Region gemischtes Saatgut, um Wildäcker oder Winterbegrünungen anzubauen und anzulegen. Damit wird den Wildtieren Nahrung und Deckung angeboten.
  • Auch werden Hecken angelegt und Waldränder neu bepflanzt und als Ruhezonen festgelegt. Das bedeutet, dass Jägerinnen und Jäger, auch wenn sich in diesen Zonen Tiere aufhalten, dort nicht jagen.
  • Die Jägerschaft bejagt zudem intensiv Beutegreifer wie Füchse zum Wohle der Hasen, anderer Niederwildarten oder weiterer Bodenbrüter.

 

Auch die Bevölkerung kann helfen

Unter der Mithilfe der gesamten Bevölkerung kann dem “Osterhasen” geholfen werden, damit sich die Hoppler wieder in der heutigen Kulturlandschaft wohlfühlen und sich auch vermehren. Störungen sollten nämlich vermieden werden. Das bedeutet beim Spazierengehen und Sporteln im Freien nicht querfeldein gehen oder laufen, Hunde nicht in Wiesen, Wälder oder Felder laufen lassen und die Tiere anleinen, Katzen während der Abend- und Nachtstunden nicht hinauslassen und junge Feldhasen sollten unbedingt unberührt liegen gelassen werden. Die Mutterhäsin kommt zwar nur einmal in 24 Stunden zum Säugen, aber verlassen sind die Junghasen noch lange nicht.

Hasen in der Rammelzeit_OÖ LJV

Gerade jetzt im Frühling ist die Deckung noch spärlich, daher fallen die Junghasen leichter auf und Beutegreifer, aber auch Hunde und Katzen können die Tiere leichter fangen.

 

Mehr zum Thema Niederwildhege finden Sie zudem auf der Internetseite des OÖ Landesjagdverbandes http://www.ooeljv.at/medien/fachartikel/erfolgreiche-niederwildhege-illusion-oder-realitat/