Sorgenkind Rebhuhn

Das Rebhuhn ist das Sorgenkind der oberösterreichischen Jägerinnen und Jäger. In vielen Revieren ist das Rebhuhn schon längere Zeit Geschichte. Glaubte man Mitte der 2000er Jahre noch, dass es mit diesem wichtigen Bioindikator für strukturreiche Lebensräume wieder bergauf geht, so ist man jetzt ernüchtert und froh, dass es wenigstens in einigen Gebieten durch intensive Maßnahmen der Jägerschaft wieder eine leichte Zunahme dieser rar gewordenen Vogelart gibt.

Um weitflächig Projekte zur Rettung des Rebhuhns und weiterer selten gewordener Vögel auf eine strukturierte Basis zu stellen, wurde jüngst seitens des OÖ Landesjagdverbandes das „Bündnis pro Niederwild“ ins Leben gerufen. In enger Zusammenarbeit mit Grundeigentümern, Landwirten und Naturschutz sollen regionale Initiativen zur Intensivierung der Biodiversität entwickelt werden. Dazu sollen für Niederwild ideale Flächen gewonnen werden, etwa indem Stilllegungsflächen von Landwirten zur Verfügung gestellt werden. Saatgut und Hecken dafür werden vom Landesjagdverband gefördert.

Breite Hecken und Blütenstreifen sollen gepflanzt, Feuchtbiotope angelegt und Wildwiesen gestaltet werden. Nur noch ein- bis zweimal pro Jahr sollen diese gemäht werden. So sollen dem Niederwild und damit auch dem Rebhuhn überlebensnotwendige Lebensräume zurückgegeben und so ideale Brutstätten geschaffen werden. Das Rebhuhn jedenfalls sagt ein großes Dankeschön und „gierreck“ an die oberösterreichischen Jägerinnen und Jäger für ihr großes Engagement.

Es ist zu hoffen, dass es im Sinne der Artenvielfalt von Erfolg gekrönt ist.

Rebhühner sind ungefähr taubengroße Feldhühner von gedrungener Gestalt und haben kräftiges Fußwerk. Sie erreichen ein Gewicht von 300 bis 400 Gramm, eine Körperlänge von etwa 30 cm sowie eine Flügellänge von ca. 17 cm. Zwischen Hahn und Henne gibt es keine wesentlichen Gewichts- und Größenunterschiede. In freier Wildbahn sind sie daher auf größere Entfernung nur schwer zu unterscheiden. Bei näherer Betrachtung gelten als sicherstes Merkmal zur Unterscheidung der Geschlechter die Oberflügeldeck- und Schulterfedern. Bei der Henne sind diese hell quergebändert, während beim Hahn die Querbänderung fehlt. Ihr nahezu gleiches Aussehen erklärt sich vor allem durch deren monogame Lebensweise und meist lebenslange Bindung, wodurch ein alljährliches Werben und Imponiergehabe überflüssig wird. Der zunächst schwarze Schnabel bei Junghühnern wird mit fortschreitendem Alter immer grauer.

Hinsichtlich Lautäußerung wird man in Rebhuhnrevieren hauptsächlich die Hähne hören. Ihr Ruf ist ein durchdringendes heiseres „gierreck“ oder „kirreck“, das vor allem als Revierabgrenzung gegenüber anderen Hähnen und bei der Paarbildung Bedeutung hat. Der Ruf der Hennen ist leiser, insbesondere wenn sie ihre Küken piepsend führen, ertönt “kerripriprip“. Typisch für Rebhühner ist ihr burrendes Fluggeräusch beim Auffliegen, das von den schnellen Flügelschlägen verursacht wird und Feinde kurz irritieren soll.

Bei uns kommt das Rebhuhn bis zu einer Seehöhe von 600m vor. Bevorzugt werden vom Rebhuhn offene Landschaften verbunden mit warmem, trockenem Untergrund in klimatisch milden Niederungsgebieten. Rebhühner sind tag- und dämmerungsaktiv und bewegen sich als Bodenvögel meist laufend fort. Ihre Ruheplätze sind auf dem Boden in Form von Schlafmulden zu finden. Bei weichem Schnee graben Rebhühner auch gerne Schneelöcher.

Die Henne legt 10 bis 15 oliv-braune-grüngraue Eier, die eine Größe von 35 x 27 mm aufweisen. Im Regelfall legt sie täglich ein Ei und beginnt nach dem letzten diese 25 Tage zu brüten. Alle Küken schlüpfen dann innerhalb weniger Stunden. Eine Henne mit Küken bezeichnet man jägersprachlich als „Gesperre“. Gefährdet sind Rebhühner vor allen durch zunehmend weniger Lebensraum, Pestizide, nasse und kalte Frühjahrsmonate und die ebenfalls stärker werdende Population von Raubfeinden, etwa dem Fuchs. Groß angelegte Projekte des OÖ Landesjagdverbandes sollen in Zukunft eine „Rückkehr“ des Rebhuhns ermöglichen.

Nicht von Vorurteilen treiben lassen!

Speziell im Herbst kommt die Jagd in Bewegung. Es ist die Zeit der Treibjagden angebrochen. Zahlreiche Treiber und Hunde ziehen langsam durch den Wald. Durch die dabei entstehende Unruhe werden etwa Hasen und Fasane, aber auch Rehe oder Wildschweine auf die „Beine“ gebracht. Während die einen, nämlich Niederwild durchaus flüchtend vor die Flinten getrieben werden, werden größere Wildarten in anderen Bewegungsjagdformen ohne Hast in Richtung der Schützen „gedrückt“.

Doch noch nicht nur das Wild wird geweckt, sondern auch etliche Kritiker dieser sehr ursprünglichen Jagdformen laufen in diesen Tagen zur zweifelhaften Höchstform auf.

Wer sich aber ernsthaft mit dem Thema Treibjagd auseinandersetzt, wird erkennen, dass sich die Vorwürfe eines wilden, lauten Eingriffs in die Natur schnell in Luft auflösen. Im Gegenteil: Eine Treibjagd ist eine relativ störungsarme Jagdart.

Treibjagd

Wildtiere besitzen nämlich angeborene und erlernte Strategien zur Feindvermeidung. Diese setzen sie mehr oder weniger erfolgreich ein. So beobachten die einen und suchen ihr Heil in der Flucht. Die anderen verstecken sich und vertrauen auf ihre Tarnung. Störungen, egal ob sie nun durch Jäger, Spaziergänger, Hundeführer oder durch andere Tiere verursacht werden, sind im natürlichen Verhaltensspektrum der Wildtiere integriert. Allein die Anzahl, aber auch die Jahres- und Tageszeit der Störreize sind für das Wohlergehen der Tiere relevant.

Je weniger solcher Störungen erfolgen, desto besser ist dies für das Wildtier. Eine für den Menschen dramatisch erscheinende Treibjagd ist also für den Tierbestand nicht so schlimm, da sie nur einmal im Jahr im selben Gebiet stattfindet.

Herbstleuchten – unbedingt genießen!

Der Wald präsentiert sich im Herbst von seiner farbenfrohsten Seite. Da erstrahlen Bäume plötzlich in sattem Gelb, flammendem Rot oder leuchtendem Orange. Andere verfärben sich in dezente Brauntöne. Gemeinsam mit vielen stets grünen Nadelbäumen bildet sich so oftmals ein atemberaubender „Fleckerlteppich“.
Wer mit offenen Augen durch die Natur geht, der ist im Herbst stets aufs Neue begeistert von diesem Farbschauspiel.

Auch Kinder sollten zu dieser Zeit den Wald mit allen Sinnen entdecken dürfen. Dabei können Bäume, Blätter und Früchte bestimmt werden, ein Waldlexikon ist dazu oft sehr hilfreich. Es macht auch Spaß, die gesammelten Schätze Zuhause zu einer Herbstdekoration zu verarbeiten. Besonders aus Kastanien, Eicheln und anderen Früchten können lustige kleine Männchen gebastelt werden.

Wichtig bei jedem Waldspaziergang ist natürlich ein respektvolles Verhalten der Umwelt gegenüber. Kinder lernen dieses vor allem durch Vorbildwirkung von Erwachsenen. Wenn man also auch ein bisschen Hausverstand, Herz und Respekt im Gepäck hat, dann steht ein paar entspannenden und auch lehrreichen Stunden im Wald nichts im Wege!

Treibjagden

Als wichtiger Hinweis sei noch angemerkt, dass der Herbst jagdlichen Hochbetrieb in den heimischen Revieren bedeutet. Vermeiden Sie daher bitte unnötige Beunruhigungen und halten Sie sich von Gebieten fern, in denen offensichtlich gerade eine Jagd abgehalten wird. Nur miteinander, nicht gegeneinander, kann ein friedliches Zusammenleben funktionieren!

Vielen Dank!

Wildes Gütesiegel

Die Plakette mit Genuss-Garantie: OÖ. Landesjagverband zeichnet heimische Wildbretküche aus.

Gerade in Zeiten, in denen die Fleischindustrie durch Klimawandel und Corona in Misskredit geraten ist, gilt es auf die Vorteile von heimischem Wildbret hinzuweisen.

Wertvolle Omega-3- sowie Omega-6-Fettsäuren und ein hoher Gehalt an Zink, Selen, Eisen als auch ein geringer Bindegewebeanteil sind charakteristisch für Wildbret. Die natürliche Ernährung der Wildtiere und ihre ständige Bewegung in der freien Natur sind dafür verantwortlich, dass ihr Fleisch frei von künstlichen Zusätzen ist und zugleich einen hohen Gehalt an hochwertigem Eiweiß aufweist.

Kein Stress am Lebensende

Ein weiterer Vorteil von Wildbret ist, dass es frei von Lebendtiertransporten und ohne Schlachtstress direkt aus seinem natürlichen Lebensraum von Jägerinnen und Jägern respektvoll entnommen wird. Eine Fleischgewinnung in dieser Natürlichkeit und mit dem Ziel, den Artenreichtum zu erhalten, ist eine Leistung, die nur die Jagd in Österreich vollbringen kann und dies wird von immer mehr Menschen geschätzt.

Ganzjähriges Angebot

Doch mit einer Wertschätzung alleine ist es nicht getan: In Sachen Wildbret neigt der Mensch zum lustvollen Verzehr. Was eine entsprechende Verarbeitung in den Küchen dieses Landes vorrausetzt. Und wer in Oberösterreich sowohl beim Fleisch, als auch bei der Verarbeitung auf Qualität setzt, darf sich mit ganz speziellen gastronomischen Lorbeeren schmücken: Die Wildbretplakette des OÖ. Landesjagdverbandes „Ausgezeichnete Wildgerichte aus Oö. Revieren“ wird nur an ausgewählte Restaurants und Gasthäuser mit hervorragender, regionaler Wildbretküche verliehen. Grundvoraussetzung ist, dass Wildgerichte nicht nur zu Wildbretwochen im Herbst auf der Speisekarte stehen, sondern das ganze Jahr über angeboten und das Wildbret nur aus den heimischen Jagdgebieten bezogen wird.

Wildgericht

Mit dieser Auszeichnung wird das genussvolle Veredeln von hochwertigem Wildbret aus der Region gewürdigt und die gute Zusammenarbeit zwischen der Jägerschaft und den Wirten hervorgehoben. Die Gastronomie ist ein wichtiger Partner für die heimische Jägerschaft und garantiert, dass oberösterreichisches Wild in erstklassiger Verarbeitung und Qualität auf die Teller der Gäste kommt. Somit beschreitet das weidgereicht- gewonnene Wildbret aus der Natur, aus regionaler Nachhaltigkeit die Küche und für den Gast wird das Weidwerk erlebbar.

 

Hier finden Sie die ausgezeichneten Gasthäuser: www.ooeljv.at/home/rund-um-die-jagd/wildbret-rezepte/ausgezeichnete-gastronomie/

 

 

 

Achtung Wildwechsel!

Der Herbst erfordert besondere Vorsicht im Straßenverkehr. Jäger leisten Arbeit für die Allgemeinheit.

Jetzt, wo die Tage wieder kürzer werden, steigt die Gefahr des Zusammentreffens mit Wildtieren stark an. Zudem fällt die Hauptverkehrszeit in die Dämmerung oder Dunkelheit, wo viele Tiere besonders aktiv und die Sichtverhältnisse meist schwierig einzuschätzen sind. Besondere Aufmerksamkeit ist auf Straßen entlang von Waldrändern und vegetationsreichen Feldern geboten. Mit dem Abernten der Maisfelder verlieren die Wildtiere ihren sicheren, gewohnten Einstand und sind auf der Suche nach neuen Lebensräumen. Dabei überquert das Wild jetzt öfter und unerwartet die Fahrbahnen.

Oberösterreichs Jägerinnen und Jäger bitten die Autofahrer um Rücksicht und Mithilfe bei deren Arbeit für die Allgemeinheit:

Was kann man als Autofahrer tun, um Kollisionen zu vermeiden?

  • Warnzeichen „Achtung Wildwechsel!“ beachten.
  • Tempo reduzieren, vorausschauend und stets bremsbereit fahren
  • ausreichend Abstand zum Vorderfahrzeug einhalten

Springt Wild auf die Straße

  • Gas wegnehmen
  • evtl. abblenden
  • hupen (mehrmals kurz die Hupe betätigen, nicht dauerhupen)
  • abbremsen, wenn es die Verkehrssituation zulässt (vermeiden Sie riskante Ausweichmanöver oder abrupte Vollbremsungen)

Damit gibt man den Tieren ausreichend Zeit, um aus dem Gefahrenbereich zu entkommen. Und bitte beachten Sie: Wild quert selten einzeln die Straße, dem ersten Tier folgen meist weitere.

Kommt es trotzdem zu einer Kollision, muss wie bei jedem anderen Unfall reagiert werden: Warnblinker einschalten, Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen, gegebenenfalls Verletzte versorgen. Die Polizei muss auf jeden Fall verständigt werden. Wer dies verabsäumt, macht sich wegen Nichtmeldens eines Sachschadens strafbar und bekommt auch keinen Schadenersatz durch die etwaige Versicherung. Selbst wenn das Tier nur angefahren wurde und noch weglaufen konnte, muss die Polizei verständigt werden. Diese kontaktiert dann die zuständige, örtliche Jägerschaft, die sich mit einem Jagdhund auf die Suche nach dem Tier macht, um es gegebenenfalls von seinem Leid zu erlösen. Keinesfalls dürfen Sie getötetes Wild mitnehmen. Dies gilt als Wilderei und ist strafbar.

Die gewaltigen Kräfte, die bei einer Kollision mit Wild auf das Fahrzeug einwirken, werden häufig unterschätzt. So beträgt das Aufprallgewicht eines Wildschweins mit 80 kg Körpergewicht auf ein 50 km/h schnelles Auto 2.000 kg, also 2 Tonnen! Ein Reh bringt es auf immerhin auch noch 800 kg!

Nicht angepasste Geschwindigkeit ist die häufigste Ursache für Kollisionen mit Wildtieren.

Wildwarngeräte erfolgreich im Einsatz

Eine innovative Maßnahme zur Steigerung der Verkehrssicherheit sind optische und optisch-akustische Wildwarngeräte. Das Land Oberösterreich hat deshalb in Abstimmung mit dem OÖ. Landesjagdverband und durch Unterstützung von Versicherungsunternehmen bereits im Jahr 2003 ein Testprojekt gestartet. Die Wildunfälle haben sich auf den Teststrecken um bis zu 93 % reduziert. Daher werden Oberösterreichs gefährlichste Straßenabschnitte seither Stück für Stück dauerhaft mit Wildwarngeräten ausgestattet, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die freilebenden Wildtiere zu schützen. Der Durchschnittswert der verhinderten Wildunfälle konnte um etwa 70 % reduziert werden.

Mittlerweile wurden über 600 Straßenkilometer durch solche Wildwarngeräte entschärft und im vergangenen Projektzeitraum von 2011 bis 2019 wurden etwa 16.000 Wildunfälle verhindert! Im Jahr 2019 gab es eine Reduktion der Wildunfälle um 85 %. Eine sehr gute Leistung, die Dank bester Zusammenarbeit der jeweils lokalen Jägerschaft, die die Strecken kontrolliert, und den Straßenmeistereien zustande gekommen ist.

Die Gesamtkosten belaufen sich jährlich auf rund 120.000 Euro und werden vom Land Oberösterreich gemeinsam mit Versicherungsunternehmen und dem OÖ Landesjagdverband sowie durch die einzelnen Jagdgesellschaften finanziert. Die örtliche Jägerschaft übernimmt die Selbstkostenbeteiligung von 15 % der Gesamtsumme, wartet und pflegt die Geräte mit großem persönlichem Einsatz.

Leider kommt es immer wieder zu mutwilliger Zerstörung der Geräte. So sind zum Beispiel die in den Wildwarnern verbauten Kondensatoren bei Bastlern sehr begehrt. Dass durch den Diebstahl und die Beschädigung die Wildwarner ihre Wirkung verlieren und somit Menschen- und Tierleben riskiert werden, ist den Tätern wohl nicht bewusst!

Das Röhren hören

Mit September steigt beim Hirsch der Lustpegel – und sorgt für urige Hörspiele

Während sich der Sommer langsam aber unaufhaltsam verabschiedet und der Herbst in den Startlöchern ist, gibt sich der König der Wälder unüberhörbar der Lust hin. Jetzt machen sich nämlich die Hirsche ans Röhren. Mit einem klaren Ziel: Einerseits das andere Geschlecht nachhaltig zu beeindrucken, andererseits um möglichen Konkurrenten klar zu zeigen, wer im dichten Grün der eigentliche Chef ist.

Steigende Aggression

Die Hirsche nehmen nur sehr spärlich Nahrung auf, denn sie haben sich in den Monaten zuvor sogenannten Feist angelegt, um genügend Kräfte zu sammeln und das Geweih, das wichtigste sekundäre Geschlechtsmerkmal, ist seit etwa Anfang August gefegt, also von der Basthaut befreit. Auch die Aggressivität unter den Hirschen nimmt hormonbedingt ständig zu, sodass sich die älteren Hirsche als erstes von den Junggesellenrudeln trennen und die traditionellen Brunftplätze aufsuchen, wo sie in weiterer Folge als Platzhirsch ihren Harem vor Konkurrenten verteidigen müssen.

Das typische Röhren der Hirsche setzt jedoch nicht gleich zu Beginn der Brunft ein. Diese verläuft zunächst ruhig, denn zuerst werden die Tiere auf die Empfangsbereitschaft geprüft. Zunächst sind nur wenige Tiere im Östrus und die Zahl der Konkurrenten ist noch gering. Gegen Ende der Fortpflanzungsperiode hingegen schaukelt sich die Situation allmählich zur sogenannten Hochbrunft auf und die Hirschbrunft wird zum urigen Schauspiel bzw. Hörspiel. Dabei schreien sich die Hirsche förmlich ein und bekommen eine zunehmend tiefere Stimme.

Wenig Kampfeslust

Zu den berühmten und auf Bildern immer wieder gezeigten Kämpfen zwischen zwei Hirschen kommt es nicht immer, da diese Kämpfe energiezehrend sind und eine Verletzungsgefahr darstellen. Jüngere Herausforderer werden schnell in die Schranken verwiesen. Gleich alte und vor allem gleich stark erscheinende Rivalen drohen einander, zeigen Imponierverhalten wie Geweihwühlen im Boden und scharren mit den Vorderläufen (Vorderbeine), laufen parallel nebeneinander her und versuchen sich so gegenseitig einzuschätzen. Dieses Verhalten hilft Kämpfe und somit eventuell tödlich verlaufende Verletzungen zu vermeiden. Sollte dennoch keiner der Rivalen nachgeben kommt es zum Kampf.

Der Dachshund – kleiner Hund mit Löwenherz

Der Dachshund ist landläufig als Dackel bekannt. Dass er lange Zeit als Modehund galt, ist nur verständlich, wickelt er doch mit seinem sprichwörtlichen „Dackelblick“ fast jeden um den Finger – pardon, um die Pfote!

Doch der Dackel kann viel mehr als das!

Dachshunde wurden eigens für Jagdzwecke gezüchtet. Ihr Spezialgebiet ist die sogenannte „Baujagd“ oder „Jagd unter der Erde“, bei der Füchse bejagt werden. Daraus erklärt sich auch ihr langer Körperbau mit den kurzen Läufen (= Beinen). Gemeinsam mit den verschiedenen Terrier-Rassen, die ebenfalls für diese Jagdart gezüchtet wurden, bildet der Dachshund die Gruppe der Bau- oder Erdhunde.

Dachshunde haben eine sehr gute Nasenleistung, darum meistern sie auch Nachsuchen auf angeschossenes Wild. Und auch wenn man es ihnen aufgrund ihres Körperbaues nicht zutrauen würde, an Schnelligkeit mangelt es nicht, darum werden sie auch immer wieder auf Bewegungsjagden eingesetzt.

Dieser kleine Hund hat also jede Menge Fähigkeiten und die möchte er auch gerne ausleben! Und so gilt, was für alle Jagdhunderassen gilt: Nichtjäger sollten sich genau überlegen, ob sie den Bedürfnissen eines solchen Energiebündels gerecht werden können.

Zum Äußeren sei noch erwähnt, dass Dachshund ist nicht gleich Dachshund ist!

Allein das Haarkleid unterscheidet Kurzhaar-, Rauhaar- und Langhaardackel.

Auch gibt es 3 verschiedene Größen: Standard, Zwerg und Kaninchen.

Eine interessante Rasse also, dieser Dachshund!

 

Und jeder Jäger, der je einen Dackel geführt hat, der fragt sich, wie so ein großes, mutiges, treues Herz in einen so kleinen Hund passen kann.

Wildes (Ober)Österreich

Landesjagdverbände stellen neue Genussplattform für Wildfleisch vor: WILDES ÖSTERREICH

Die neue österreichische Online-Plattform mit eigener APP für heimisches Wildbret aus Jägerhand, WILDES ÖSTERREICH ist ab sofort online und führt Anbieter von heimischem Wildfleisch und naturbewusste Genießer aus ganz Österreich zusammen.

Die neue Vernetzungsplattform von JAGD ÖSTERREICH, dem Zusammenschluss der neun Landesjagdverbände, gibt die Antwort auf die oft gestellte Frage nach den Bezugsquellen von heimischem Wildfleisch. Eine übersichtliche Interaktivkarte macht alle Anbieter, wie jagdliche Direktvermarkter, Manufakturen und ausgewählte Gastronomiebetriebe für naturbewusste Genießer aus ganz Österreich sichtbar. Alle Anbieter der Online-Plattform haben sich dazu verpflichtet, ausschließlich regionales Wildfleisch aus heimischen Revieren in Österreich anzubieten. Dies garantiert Restaurantgästen und Feinschmeckern veredelter Wildprodukte sowie den Kunden von jagdlichen Direktvermarktern die absolute Gewissheit über die Herkunft des Wildes.

„WILDES ÖSTERREICH zu gründen, war der folgerichtige Schritt, alle Aktionen zum guten Lebensmittel Wildbret zu bündeln und damit jedem naturbewussten Fleischgenießer österreichweit direkte Bezugsquellen aus seiner Region zu präsentieren. Guter und umweltbewusster Fleischgenuss ist jetzt nur noch einen Klick entfernt. Und um den regionalen Charakter unseres Produktes zu unterstreichen, haben wir eine Marke pro Bundesland geschaffen. Damit wird die Herkunft des Wildbrets für den Endverbraucher und naturbewussten Genießer ganz klar gekennzeichnet, freut sich JAGD ÖSTERREICH-Präsident Ing. Roman Leitner über die innovative Plattform.

 Wildbret besitzt gesundheitsfördernde Faktoren    

Wertvolle Omega-3-Fettsäuren und ein hoher Gehalt an Zink, Selen, Eisen sowie ein geringer Bindegewebeanteil sind charakteristisch für das Wildfleisch Österreichs facettenreicher Natur. Universitätsprofessor und Präsident des österreichischen Akademischen Institutes für Ernährungsmedizin, Dr. Kurt Widhalm bestätigt die positiven Eigenschaften des „Superfoods“ Wildbret: „Die natürliche Ernährung der Wildtiere und ihre ständige Bewegung in der freien Natur ist der Grund, weshalb Wildfleisch frei von künstlichen Zusätzen ist und zugleich einen hohen Gehalt an hochwertigen Eiweiß aufweist. Daher ist es ein sehr wertvolles und gesundes Nahrungsmittel.“

Gastronomen und Veredelungsbetriebe unterstreichen die Qualität

Dass Wildbret keineswegs kompliziert in der Zubereitung ist, unterstreichen Gastronomin Gabriele Schimanszky und Wildbretexpertin Dr. Elena Huber.

„Einer der besonderen Vorteile von Wildbret ist, dass es frei von Lebendtiertransporten und ohne Schlachtstress direkt aus seinem natürlichen Lebensraum präzise und gewissenhaft von Jägerinnen und Jägern respektvoll entnommen wird. Eine Fleischgewinnung in dieser Natürlichkeit und mit dem Ziel den Artenreichtum zu erhalten, ist eine Leistung, die nur die Jagd in Österreich vollbringen kann und dies wird von immer mehr Menschen geschätzt“, unterstreicht Gabriele Schimanszky.

„Wildbret ist ein erstklassiges Naturprodukt, das viel zu schade ist, um es ungenutzt zu lassen. Wir sprechen in der Öffentlichkeit oft über einen nachhaltigen Fleischkonsum, dabei wird allerdings der wahre Schatz unserer heimischen Wälder und Felder oft vergessen. Wildbret ist vielseitig einsetzbar und kann ohne weiteres wie Rind- oder Schweinefleisch in der Küche verwendet werden. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, wie man an den vielen verschiedenen Wildbretprodukten am Markt unschwer erkennen kann. Es bedarf nur einer transparenten Bezugsquelle – und diese wurde nun mit WILDES ÖSTERREICH geschaffen“, so Dr. Elena Huber zum Naturprodukt Wildbret.

Von Jägern für Jäger und für Alle

 Für jagdliche Direktvermarkter, Manufakturen und ausgewählte Gastronomiebetriebe in Österreich ist die Vernetzung mit ihren Wildbret-Kunden ab heute so einfach wie nie zuvor. Mittels Favoriten-Funktion der mobilen APP können Anbieter ihren Kunden in Echtzeit Neuigkeiten zu aktuellen Produkten sofort aufs Handy zusenden. Freunde des wilden Genusses sehen durch die APP auch im Urlaub in Österreich teilnehmende Gastronomiebetriebe mit Wildspecials in ihrer Umgebung. Für Jäger & Direktvermarkter Hans Weiss ist diese Funktion ein Meilenstein in der Wildbretvermarktung.

„Durch die mobile APP kann ich meinen Kunden bereits im Kühlhaus über die aktuellen Verfügbarkeiten von frischem Wildbret informieren. Für mich ist dies eine wertvolle Zeitersparnis und Arbeitserleichterung. Zudem schätze ich es sehr, dass JAGD ÖSTERREICH mit dieser kostenlosen Online-Plattform all jenen Jägerinnen und Jägern hilft und den Einstieg in die Direktvermarktung erleichtert“, freut sich Jäger Hans Weiss.

Die Online-Plattform bietet neben dem Vernetzungstool und der Interaktivkarte auch zahlreiche Informationen, Ernährungstipps und Tricks zur Zubereitung von Expertinnen der wilden Küche. So wird beispielsweise genau erklärt, welches Teilstück sich für die einzelnen Rezepte und Zubereitungsarten eignen. Mit kurzen DIY-Videos will WILDES ÖSTERREICH die Lust auf Wildbret steigern und den Einstieg in die Kunst der wilden Küche erleichtern.

„Wir wollen das Bewusstsein zum naturbewussten Genuss aus Jägerhand stärken und allen Anbietern dieses wertvollen Naturproduktes ein professionelles Instrument in die Hand geben. Ebenso wichtig ist uns auch die Bereitstellung wertvoller Informationen rund um das Thema der umweltbewussten Ernährung. Auf unserer Online-Plattform erklären wir die gesamte Wertschöpfungskette und unterstreichen dabei die Vorteile von Wildbret für unsere Ernährung, aber auch die Vorteile für unsere Umwelt, denn Wildbret aus regionaler Jägerhand hat einen besonders geringen ökologischen Fußabdruck und stärkt zugleich den heimischen Wirtschaftstandort“, so Roman Leitner abschließend.

Jagd Österreich

 

„JAGD ÖSTERREICH“ ist der Zusammenschluss aller neun österreichischen Landesjagdverbände und vertritt die Interessen der rund 130.000 österreichischen Jägerinnen und Jäger auf nationaler und internationaler Ebene.

Neue Kreativität am Herd

Ob am E-Herd oder direkt über dem Feuer, ob mit Gas oder im High Tech-Smoker – Kochen erfreut sich einer ungebrochenen Beliebtheit. Für viele Hobby-Kochlöffelschwinger gibt es meist nur ein Vergnügen, das größer ist als die Freude, gut zu essen: Gut zu kochen.

Fleisch neu denken

Fast logisch, dass auch die Wahl der Zutaten eine wichtige Rolle spielt. Vorbei scheinen die Zeiten, in denen das Fett aus dem Fleisch triefen musste. Heute stehen vielmehr Gesundheit und Qualität im Vordergrund. Und immer mehr Köche entdecken so die Früchte des Waldes. Mit Geschmack und rustikalem Charakter passt Wildbret perfekt in die Küche. Besonders stechen jetzt Hirsch und Reh aus freier Wildbahn hervor, also zwei Wildarten, die in Oberösterreich in guten Beständen vorkommen und unbedenklich in größerer Menge nachhaltig bejagt werden können.

Sabine Gründling beim Vorbereiten des FleischesGanzjährige Saison

Für Sabine Gründling – leidenschaftliche Jägerin, Ernährungsexpertin und Inhaberin des Restaurants „Keller Kulinarik“ in Katsdorf – verschwimmen die zeitlichen Grenzen für Wildgericht mittlerweile: „Natürlich ist vor allem der Herbst die klassische Zeit für Wildgerichte. Aber ein zarter Rehrücken darf heute etwa bei Grillabenden nicht fehlen.“

Warum Wildbret eindeutig die gesündere Fleischvariante ist, erklärt Gründling so: „Es beginnt bei der Lebensart des Tieres. Immer in der Natur, immer in Bewegung. Und sie fressen, was die Natur bietet. Im Magensystem der Wiederkäuer, aber auch beim Feldhasen wird die Nahrung gut aufgeschlossen, so werden mehr ungesättigte Fettsäuren aufgenommen und gelangen ins Fleisch.“ Dies sei bei keiner Nutztierhaltung – ob Schwein oder Rind – der Fall.

Hinzu komme, dass Wildbret ein „sehr hochwertiger Eisen, Zink und Selen-Lieferant ist“. Aber selbst das hochwertigste Grundprodukt kann bei falscher Zubereitung zur Minderware werden. Die Expertin rät daher, das erlegte Wild „im Kühlraum bis zu maximal einer Woche abhängen zu lassen“. Das mache aber ohnehin der Jäger oder Wildbrethändler. Dadurch reife das Fleisch. Gründling: „Nach dem Zerlegen ist es von Vorteil, das Fleisch nicht gleich einzufrieren, sondern im Kühlschrank ruhen zu lassen.“

Vor der Zubereitung muss das Fleisch auf Zimmertemperatur gebracht werden. Gründling: „Dann unbedingt scharf anbraten. Und nach der Pfanne hat sich das Fleisch noch eine Rast verdient.“

Tipps zur Zubereitung und mehr Themen finden Sie auf: www.ooeljv.at/tv

 

 

Mehr Respekt

Angesägte Hochsitze, zerstörte Hochstände, gesprayte Parolen wie „Hunt the Hunters“. Insbesondere in Deutschland häufen sich in den letzten Wochen Vandalismus-Attacken in Jagd-Revieren. So wurden alleine im Großraum Frankfurt 72 Hochsitze abgebrannt, umgeworfen oder gar gesprengt. Als Bekennerschreiben wurde an mehreren Tatorten der Schriftzug „ALF“ sichergestellt. Die „Animal Liberation Front“ wird in Amerika vom FBI als terroristische Vereinigung gelistet.

In Österreich haben wir diesbezüglich noch eine deutlich entspanntere Situation. Aber wenn militante Tierrechtler zur Jagd auf Jäger aufrufen, stimmt mich das mehr als nachdenklich. Kaum nachvollziehbar ist es nämlich, dass ausgerechnet angebliche Tierschützer gegen Jäger mobil machen.

Denn jeder Jäger aus Überzeugung ist im Herzen ein Naturliebhaber und ja, ein Tierschützer. Wir hegen und pflegen, sorgen unter anderem mit einer Regulierung der Population für ein Gleichgewicht im Wald und sorgen für regionale gesunde Lebensmittel durch nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressource Wildtier.

Wir sind nicht die schießwütigen Kitz-Killer – im Gegenteil: Wir haben großen Respekt vor den Tieren. Und dieser Respekt muss auch uns Jägern und Jägerinnen entgegengebracht werden.