Rasseportrait: Der Deutsch Kurzhaar – Alleskönner auf 4 Pfoten

Der Deutsch Kurzhaar gehört zur Gebrauchshundeklasse der Vorstehhunde.

Beim Vorstehen zeigt ein Vorstehhund seinem Herrn in der Deckung liegendes Wild auf ganz besondere Weise an: Sobald er bei seiner Suche Wild wittert, bleibt er regungslos stehen und gibt so dem Jäger die Chance, näher heranzukommen. Vorstehhunde mit ordentlicher Abrichtung und guten genetischen Voraussetzungen beherrschen diese jagdliche Praxis höchst verlässlich.

Doch der Deutsch Kurzhaar, der – wie beinahe alle Vorstehhunderassen – bei uns als Allrounder unter den Jagdhunderassen gilt, kann noch viel mehr!

  • Apportieren: Erlegtes Niederwild wird sofort gesucht und zum Herrn gebracht.
  • Schweißarbeit: Krankgeschossene oder durch Autounfälle verletzte Rehe, Hirsche oder Wildschweine können verlässlich nachgesucht werden.
  • Wasserarbeit: Erlegte Enten werden auch im Schilf gefunden und gebracht oder die Spur einer verletzten Ente wird im Wasser sauber ausgearbeitet.
  • Stöbern: Auch schwieriges und uneinsichtiges Gelände wird ordentlich abgesucht.

Damit wird deutlich, außer der Arbeit im Fuchsbau gibt es kaum eine „Jagdhundedisziplin“, die Vorstehhunde wie der Deutsch Kurzhaar nicht bewältigen können. Wer sich solche Jagdhunde also ins Haus holt, der hat einen treuen Jagdgefährten für fast alle Fälle.

Selbstverständlich sollte dabei aber sein, dass ein Tier mit derartigen Anlagen auch die Möglichkeit haben sollte, diese auszuleben. Denn auch wenn der Deutsch Kurzhaar ein freundliches, ausgeglichenes Wesen hat, so würde ihm doch ein Leben „nur“ als Familienhund kaum gerecht werden.

Allein an seinem Aussehen ist klar, dass man dem Deutsch Kurzhaar schon sein Wesen als „Spitzensportler“ ansieht: Lange Beine, ein muskulöser Körperbau und ein starker Fang (Maul) sind nötig zur Bewältigung seiner vielen Aufgaben. Das Fell ist, wie der Name schon vermuten lässt, kurz und pflegeleicht. Der Deutsch Kurzhaar erreicht gut 60 cm Schulterhöhe. Insgesamt ist sein Erscheinungsbild kraftvoll und trotzdem elegant.

Vorstehhund

Hektor von Oberbergham

Zur Zeit sind in Oberösterreich 2715 jagdlich geführte Hunde gemeldet, davon sind 328 Deutsch-Kurzhaar.

 

 

Respektvolles Freizeitverhalten – Das Motto der Stunde

Ich möchte gerne mit Ihnen ein Erlebnis teilen, das mich nachhaltig beeindruckt hat. Wie so oft zog es mich auch am vergangenen Wochenende hinaus in die Natur. Ein Spaziergang, um durchzuatmen und Kraft zu tanken.

An einer kleinen Waldlichtung bemerkte ich eine junge Mutter mit ihrem Kind. Beide schienen gespannt etwas zu beobachten. Die Neugierde in mir siegte – und auch ich näherte mich vorsichtig. Die junge Mama war mit ihrem Nachwuchs auf tierischen Nachwuchs gestoßen. Die Lichtung war die Kinderstube eines Junghasen. Liebevoll erklärte die Mama ihrem Sohn, dass der kleine Hase zwar süß ist und durchaus Ähnlichkeiten mit dem Stofftier im Kinderzimmer hat, aber eben nicht gestreichelt werden darf. Dieser Respekt dem Tier, der Natur gegenüber hat mich schwer beeindruckt. Besser kann man wohl nicht vermitteln, dass die Natur zwar viele Möglichkeiten bietet, zu entspannen, Abenteuer zu erleben und Neues zu entdecken – aber eben der Freizeitraum der Menschen gleichzeitig Lebensraum der Pflanzen und Tiere ist.

Das Motto der Stunde lautet daher: Respektvolles Freizeitverhalten. Denn die Natur wird nicht mehr, aber es gibt mehr Nutzer. Das spüren insbesondere die Wildtiere.

Frühlingsgefühle in Wald und Flur

Die heimischen Wälder, Felder und Wiesen sind der Boden für neues Leben. Es sind Kraftorte, die wir Menschen insbesondere im Frühling aufsuchen. Orte, die uns frische Energie vermitteln. Denn im Frühling bekennt die Natur wieder Farbe: Am Waldrand duften das Grün und Buschwindröschen, Schlüsselblume und Veilchen sorgen für einen optischen Paukenschlag.

Schutz für den Nachwuchs

Doch wie so oft gilt es auch den Kraftplatz Natur zu teilen. Der Wald und andere Lebensräume sind vor allem auch Lebensraum für unzählige Tiere. Von Ende April bis Mitte Juni erreicht die Brutzeit für Wildtiere ihren Höhepunkt. Stockenten, Wildscheine, Füchse und Feldhasen sorgen jetzt schon dafür, dass der Naturkindergarten gut gefüllt ist. Wer also dieser Tage einen Schritt in die Natur setzt, sollte stets eines im Gepäck haben: Respekt.

So sollten insbesondere im Frühling zum Schutz der jungen Wildtiere Hundehalter ihre Vierbeiner an die Leine nehmen. Gerüche, Geräusche und Bewegungen von jungem Wild wecken mitunter Jagdinstinkte, gegen die Hundebesitzer machtlos sind. Aufgeschreckte und gehetzte Wildtiere laufen auf Straßen und können Unfälle verursachen. Ein trächtiges Reh sogar im Schockzustand die Kitze verlieren. Da muss der Hund das Tier gar nicht erwischen.

Keine menschlichen Eingriffe

Oft ist der Mensch selbst nicht unbeteiligt. So kann falsch verstandene Tierliebe lebensbedrohliche Folgen haben. Vermeintlich zurückgelassene Jungtiere sollen nicht aufgenommen werden.

So kommt zum Beispiel die Häsin nur einmal am Tag zu ihren Jungen, um sie zu säugen. Auch Gelege, also Vogeleier, sollen auf keinen Fall berührt werden. Das Muttertier beobachtet aus sicherer Entfernung genau die Störenfriede und traut sich nicht zum Nest, solange die Eindringlinge in der Nähe sind und so kühlen die Eier aus…

Lassen wir also den Wildtieren ihre Ruhezonen, bleiben wir auf den Wegen und erfreuen wir uns über den herrlichen Anblick und die wunderbare Natur in unserer Gemeinde – die Tiere, aber auch die Jägerinnen und Jäger danken es Ihnen!

Jungtiere, wie hier ganz junge Feldhasen, und Gelege (Nester mit Eiern) auf keinen Fall berühren. Es handelt sich meist um keine Findelkinder und die tierischen Eltern sind nicht weit von ihren Schützlingen entfernt. Foto: K. Kücher

Die Jagd als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor

Einst galt die Jagd als eine Selbstverständlichkeit, die nicht hinterfragt wurde. Heute sieht sich die Jagd immer öfter gezwungen, ihren Nutzen für die Gesellschaft deutlich zu machen und sich gegenüber Kritik zu rechtfertigen. Verantwortlich für die gestiegene Skepsis, der sich Österreichs Jägerinnen und Jäger stellen müssen, ist unter anderem die Konkurrenz in der Naturnutzung etwa durch Jogger oder Mountainbiker, aber nicht zuletzt auch die geänderte Sichtweise auf Tiere, die mittlerweile vor allem im urbanen Raum vor allem als Familienmitglieder gesehen werden.

Enorme Wertschöpfung

Jahrtausende hindurch war die Jagd lebensnotwendig. Sie sicherte als Lieferant für Nahrung, Werkzeug und Kleidung das Überleben der Menschen. Und auch heute sei die Jagd eine „nachhaltige, sinnvolle Nutzung natürlicher Ressourcen oder Reserven. Zusammen mit der Hege sichert sie in der Kulturlandschaft nicht nur die Lebensgrundlagen des Wildes, sondern aller freilebenden Tiere.

Vor allem aber ist die Jagd ein beachtlicher Wirtschaftsfaktor in Österreich: Der Wertschöpfungsbeitrag der Jagd beträgt in Österreich durchschnittlich rund 731 Millionen Euro pro Jahr. Darüber hinaus erbringt die Jagd nach internen Schätzungen ehrenamtliche Leistungen im Wert von etwa 240 Millionen Euro. Und die Jagd sichert und schafft circa 58.872 Arbeitsplätze.

Der Glaube mancher Tierschützer, der Wildbestand würde sich in unserer Kulturlandschaft schon irgendwie von selbst regeln, sei ein Trugschluss, betont etwa Friedrich Reimoser von der Universität für Bodenkultur. Und würde man ohne „Freizeitjäger“ auskommen wollen, müsste der Steuerzahler dafür bis zu einer Milliarde Euro pro Jahr locker machen.

Harmonie im Wald

Eine wesentliche Aufgabe der Jägerinnen und Jäger in Österreich ist es auch Aufklärungsarbeit zu leisten. Der aktive Dialog mit Freizeitnutzern, wie Radfahrern, Wanderern oder Skifahrern, aber auch mit anderen Naturliebhabern oder Hundebesitzern wird durch die Jägerschaft gesucht und gestaltet. Für eine gemeinsame Nutzung der natürlichen Lebensräume muss jeder Rücksicht nehmen und die Bedürfnisse der heimischen Wildtiere akzeptieren, damit es zu einem harmonischen Miteinander kommen kann.

Wildunfall - Nachsuche durch Jäger

Die Jägerinnen und Jäger erledigen zahlreiche Arbeiten unentgeltlich und in ihrer Freizeit für die Allgemeinheit; am augenscheinlichsten ist die Nachsuche von verletzten Wildtieren nach Kollisionen mit Autos.
Foto: B. Moser

Die Rehböcke „schieben“ – Wie geht die Geweihbildung vor sich?

Momentan passiert in den heimischen Jagdrevieren eine spannende Entwicklung, jedoch ganz leise und unbemerkt. Den Rehböcken wächst ihr neues Geweih, das sie fast das ganze Jahr über begleiten wird.

Geweihe bestehen aus Knochengewebe. Sie „sterben“ jährlich ab und werden vom Rehbock in November/Dezember abgeworfen. Dieser Prozess wird hormonell gesteuert, wobei die Tageslänge großen Einfluss hat.

Ebenso durch den Einfluss von Hormonen beginnt kurz darauf das neue Geweih zu wachsen. Dieses ist dabei noch nicht gefestigt und liegt daher unter einer schützenden und stark durchbluteten Hautschicht, dem sogenannten „Bast“. Erst wenn der Bock fertig geschoben und sich das Geweih zu einer festen Knochenmasse verhärtet hat, stirbt der Bast ab. Der Rehbock versucht nun durch „fegen“ den Bast loszuwerden. Er reibt dabei sein Geweih an jungen Bäumen, Sträuchern und Ästen. Die jungen Böcke verfegen dabei später als die älteren.

Schließlich kann der Bock im zeitigen Frühling sein fertiges Geweih präsentieren und mit Stolz bis in den Winter tragen.

Beim Hirsch verläuft der Geweihzyklus etwas versetzt ab. Er wirft erst im Frühling sein Geweih ab und bildet in der Folge ein Neues.

Ganz anders hingegen verhält es sich bei Gämsen und Steinböcken! Ihr Kopfschmuck besteht aus einem inneren Knochenzapfen und einer Hornschicht, die darüber liegt und im Laufe ihres Lebens immer weiter wächst – und auch von weiblichen Tieren getragen wird.

Sinnvolle Wild-Winterfütterung kann nur unter entscheidenden Bedingungen funktionieren – Helfen Sie bitte mit!

Die Wilddichte hat sich weitgehend nach dem natürlichen Äsungsangebot (Nahrung) im Lebensraum zu richten. Für den Jäger bedeutet das unter anderem, dass er die Aufgabe zur Bestandesregulierung hat. Und wenn wir mit offenen Augen gerade jetzt, im Herbst, durch die Natur gehen, sehen wir die Eigenheiten der Kulturlandschaft: Die Felder und Wiesen sind großteils abgeerntet und „leer“ geworden; es herrscht Winterruhe.
Für unser heimisches Wild bedeutet das, dass es sich in den Wald zurückziehen muss, wo es Nahrung und Deckung findet – sogenannte Einstände. Um dem Wild mehr Lebensraum außerhalb des Waldes zu bieten, werden von den Bauern und der Jägerschaft Begrünungsflächen und Wildäcker angelegt.
Eine weitere Maßnahme in unserem Revier ist die Vorlage von heimischem, artgerechtem und wiederkäuergerechtem Futter in den verschiedenen Einständen zu dieser Zeit, um den Verbisseinfluss im Wald so gering wie möglich zu halten.
Deshalb bitten wir alle anderen Naturnutzer, wie Nordic-Walker, Spaziergeher, Langläufer oder Schneeschuhwanderer usw. ebenfalls darauf zu achten, die Einstandsgebiete (z.B. Jungwaldkulturen) oder beruhigte Zonen nach Möglichkeit nicht zu durchqueren und somit Störungen fernzuhalten.

In unserem Revier wird zum Schutz unseres freilebenden Wildes und unserer Kulturlandschaft auf sinnvolle Hegearbeit großen Wert gelegt – Helfen Sie uns bitte dabei.

 

Winter im Revier

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und für mich beginnt eine der schönsten Zeiten im Verlauf eines Jagdjahres. Denn wenn die Natur im Winter eine Rast hält, haben sich auch fast alle Wildarten eine Schonzeit verdient. Die Jagd auf Reh, Hirsch, Hase, Fasan und Co. ruht im Normalfall ab dem 1. Jänner. Spätestens ab dann sind wir Jäger größtenteils als Beobachter im Revier unterwegs. Und zu beobachten gibt es viel!

Friedlich äsende Rehe, die im dicken Winterkleid den Schnee von den spärlichen Grasresten scharren.

Ein Feldhase, der sich fein säuberlich die festgefrorenen Schneeklümpchen von den Zehen putzt.

Eine Handvoll Fasanhennen, die sich rund um die Futterstätte tummeln.

Oder aber auch ein Eichhörnchen, das seine im Sommer mühevoll angelegten Futtervorräte plündert.

Eigentlich reicht schon allein der Anblick einer frisch verscheiten Winterlandschaft aus, um die Seele zu öffnen und dankbar zu sein, für das Wunderwerk Natur.

Winterlandschaft mit Bäumen

Und der frische Schnee bringt noch einen weiteren Vorteil für versierte Jäger. Denn sämtliche Spuren, Fähren und Trittsiegel, die vom Wild und auch anderen Tieren hinterlassen werden, geben Aufschluss über die Geschehnisse im Revier. Wer sich damit auskennt, der kann darin lesen wie in einem Buch.

Ein Gang durchs winterliche Revier mit offenen Augen tut also nicht nur gut, er kann auch informativ und aufschlussreich sein. In diesem Sinne: Allen Jägerinnen, Jägern und Naturliebhabern ein paar schöne Stunden im Winterwunderland Wald!

Schweinepest: Oberösterreichs Jäger sehen Grenzzäune kritisch

Die Ankündigung Bayerns, auch Richtung Österreich Wildzäune als Schutzmaßnahme gegen die Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest aufzustellen, sorgt in den Reihen des Oberösterreichischen Landesjagdverbandes mitunter für Unverständnis. Zäune sind nur bedingt wirkungsvoll gegen die Verbreitung von Afrikanischer Schweinepest (ASP) durch Wildschweine und ich sehe diese Maßnahme kritisch.

Das Hauptproblem der Verbreitung sei nämlich nicht die Tiere, sondern der Mensch. Denn dieser bringt das Virus in kürzester Zeit über viele Kilometer mit Fleisch, Speck und anderen Produkten von infizierten Haus- oder Wildschweinen in andere Länder. Werden Reste von diesen Fleischprodukten achtlos entsorgt, nehmen Wildschweine als Allesfresser diese Produktereste auf und „die Seuche ist im Land“.

Nachdem die Viruserkrankung in Deutschland erstmals Mitte September bei einem Wildschwein festgestellt worden war, hat Bayern in den vergangenen Wochen Zäune auf einer Länge von 500 Kilometern entlang der Autobahnen im Grenzgebiet zu Thüringen, Sachsen und der Tschechischen Republik errichtet. Zugleich kündigte das Umweltministerium in München Ende November für 2021 den Ausbau entlang weiterer Autobahnen an – insbesondere in Richtung Österreich.

Die Wahrscheinlichkeit von ASP ist in Oberösterreich nicht hoch, da wir eine geringe Schwarzwilddichte haben, doch auch hier gilt höchste Vorsicht! Die oberösterreichische Jägerschaft ist in Kooperation mit den Bauern und dem Land OÖ in Alarmbereitschaft.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine äußerst ansteckende Seuche. Sie befällt Haus- und Wildschweine, stellt aber für andere Tiere und Menschen keine Gesundheitsgefährdung dar. Der Erreger, ein Virus, ist sehr widerstandsfähig. Er kann Wochen bis Monate in Fleisch und Fleischwaren infizierter Tiere sowie in Schlachtabfällen überleben, in gefrorenem Fleisch sogar mehrere Jahre. Dabei ist auch die Bevölkerung zu Aufmerksamkeit aufgerufen. Werden potenziell kontaminierte Speisereste beispielsweise auf Autobahnraststätten weggeworfen, könnten diese von Wildschweinen verspeist werden und zu einer Verbreitung der Krankheit führen.

Seit Dezember 2019 ist übrigens die Untersuchung von verendet aufgefundenen Wildschweinen, auch von Unfallwild, auf ASP verpflichtend vorgeschrieben. Werden Wildschweinkadaver gefunden, ist der Fundort mittels Koordinaten umgehend bei der zuständigen Behörde (Bezirkshauptmannschaft) bekanntzugeben.

 

Waldschule statt Homeschooling

Hochsensibel in der Natur: Der Nachwuchs wird zur grünen Hoffnung

Wir Menschen sind ein Teil der Natur und haben im Grunde eine tiefe Verbundenheit zu ihr. Doch wie Beziehungen es generell so an sich haben, gehört auch die Liebe zur Natur entsprechend gepflegt. Beziehungsweise gilt es, ihre wahre Schönheit erst einmal zu entdecken. Und wer dies von Kindesbeinen an tut, lernt für ein ganzes Leben.

Warum also nicht die, wenn auch im Moment viral bedingt sehr eingeschränkte, Herbstzeit für eine lehrreiche „Schulstunde“ bei Mutter Natur nutzen? In Erinnerung sei hier ein Zitat von Luther Standing Bear, Häuptling der Oglala-Lakota-Sioux, gerufen: „Die Alten wussten, dass das Herz eines Menschen, der sich der Natur entfremdet, hart wird. Sie wussten, dass mangelnde Ehrfurcht, Wertschätzung von allem Lebendigem und allem, was da wächst, bald auch die Ehrfurcht und Wertschätzung vor den Menschen absterben lässt. Deshalb war der Einfluss der Natur, der die jungen Menschen feinfühlig machte, ein wichtiger Bestandteil ihrer Erziehung.”

Kreative Auszeit

Besonders Kinder blühen in der Natur so richtig auf. Sie sind in Bewegung, alle Sinne werden angesprochen und sie dürfen der eigenen Neugierde folgen. Baum um Baum zieht die Natur sie in ihren Bann. Fantasie und Kreativität werden entsprechend geschult.

So richtig spannend wird es aber auf weiter Wald- und Wiesenflur, wenn man sich die Vielzahl heimischer Wildtierarten bewusst macht. Und hier gilt ganz besonders: Wer den Lebensraum unserer heimischen Wildtiere betritt, sollte stets Umsicht und Respekt mit im Gepäck haben.

Um diese nötigen Fertigkeiten entsprechend zu schulen, stellt der Oberösterreichischen Landesjagdverband das nötige Material bereit. Konkret wurde ein spezieller Wildtierkalender für Kinder gemeinsam mit Jagd Österreich entwickelt. Verteilt wird bzw. wurde dieser unter anderem in allen 4. Klassen der heimischen Volksschulen.

„Gebot der Stunde

Für mich als Landesjägermeister  ist dieser Wildtierkalender quasi ein „Türöffner“ hin zu einer faszinierenden Welt. Als Jäger weiß ich um den unglaublichen Wert einer intakten Natur und wieviel man von der Natur profitieren kann. Und genaue dies gelte es der Jugend zu vermitteln.

Fahren Jäger immer mit dem Auto bis zum Hochsitz?

Es gibt unzählige Comics und lustige Geschichten in denen es um Jäger geht, die mit ihrem Jagdauto direkt bis zum Hochsitz fahren. Aber ist das verwerflich?

Natürlich fahren wir, wenn es das Gelände ermöglicht, in die Nähe unserer Hochsitze. Warum auch nicht …

Wenn sportliche Fitnessstudio-Besucher mit ihrem Auto auf den Parkplatz vorm Fitnessstudio fahren, fragt man auch nicht warum sie nicht mit dem Fahrrad oder zu Fuß zum Fitnessstudio gekommen sind. Schifahrer würden sich auch das Aufwärmen ersparen, wenn sie nicht direkt am Parkplatz neben der Gondel parken würden 😉

In unserer Gesellschaft gibt es viele Vorurteile und das ist völlig normal. Ohne verbreitete Vorurteile würden wir uns nicht einzelnen Gruppen zugehörig fühlen, und wir müssten ständig individuelle und eigenständige Entscheidungen treffen.

Es liegt in der Natur des Menschen dass wir gleich und doch verschieden sind. Wir Jäger kennen den Begriff der Diversität. Diversität kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Vielfalt und Vielfältigkeit. Man könnte es auch als Vielfalt von Gemeinsamkeiten und Vielfalt von Unterschieden beschreiben und es gibt daher auch kein Patentrezept gegen Vorurteile und Missgunst.

Muss etwas tatsächlich mühsam und beschwerlich sein, damit wir es Anderen gönnen?

Wenn man den Blick auf sich selbst richtet und dabei versucht Situationen wertfrei zu betrachten könnte es helfen das Leben entspannter und harmonischer zu leben.

Viel Spaß, wenn Sie das nächste Mal ein Jagdauto in der Nähe eines Hochsitzes sehen, oder wenn Sie mit dem Auto zu einem Ihrer Hobbys fahren.

 

 

Fotos: Peter Mayr